Huawei-MWC - Titel

Aktuelles bei Huawei – MWC 2020, Google, Huawei Search und mehr

Auch wenn die MWC 2020 offiziell abgesagt wurde, so präsentieren trotzdem etliche Hersteller wie geplant ihre Neuheiten. Zu ihnen gehört auch Huawei, mit einem ganzen Bündel neuer Geräte im Gepäck, die auch bei uns erhältlich sein werden. Darunter auch das neue MatePad Pro, welches die Nische zwischen klassischen Tablet und Netbook besetzt. Daneben wurde auch das Mate Xs (ein verbessertes Mate X), die aktuelle MateBook D-Serie und weitere neue MateBooks vorgestellt.

Während auf den Notebooks softwareseitig wie gewohnt Windows 10 Home läuft, da Microsoft eine Lizenz zum Handel mit Huawei erhalten hat, ist die Situation mit den Google Diensten bei Android unverändert. Aber wohl nicht mehr lange, denn hinter den Kulissen passiert aktuell sehr viel, auch wenn wir als Nutzer davon im Moment noch wenig merken.

Mehr beliebte Apps für die AppGallery

So sind Huaweis Bemühungen, die eigene AppGallery zu einem vollwertigen App Store zu machen kein Geheimnis. Hier gibt Huawei sich kämpferisch und will etwas wirklich Großes auf die Beine stellen. So positioniert Huawei-Mobile-Chef Richard Yu die AppGallery auf der MWC 2020-Pressekonferenz* selbstbewusst auf dem dritten Platz nach Play- und App Store. Letztlich will man diese sogar übertreffen. (*Auch wenn die MWC 2020 offiziell abgesagt wurde nennen wir die Pressekonferenz der Einfachheit halber trotzdem so, da sie zum entsprechenden Zeitpunkt in Barcelona stattfand)

MWC 2020

Diese Einordnung mag rein nach der Anzahl der Apps stimmen, allerdings fehlen derzeit noch etliche hierzulande beliebte Apps. Dessen ist man sich natürlich auch bei Huawei bewusst und arbeitet mit Hochdruck daran diese Schwächen zu überwinden. So sollen regionale Teams wichtige App-Entwickler dazu ermutigen ihren Anwendungen auch in der AppGallery zu veröffentlichen dabei werden sie von Huawei nicht nur technisch, sondern auch finanziell unterstützt.

Beliebte Apps sollen bald verfügbar sein

Die größten Probleme dürften aber Apps von US-Unternehmen bereiten, da diese ebenfalls unter das Embargo fallen und somit nicht bei Huawei angeboten werden dürfen. Aber auch diese sollen ihren Weg in die AppGallery finden. Möglich soll dies durch ein Proxy-Unternehmen werden, welches Huawei in Europa gegründet hat und welches die Apps für die AppGallery bereitstellen könnte. Auch eine Vorinstallation beliebter Apps wird von Huawei in Erwägung gezogen.

Derzeit behilft man sich mit einem Workaround. So kann man sich aktuell WhatsApp und Facebook immerhin indirekt über die AppGallery laden. Sucht man diese, wird man zum Download der Apk auf die offizielle Seite weitergeleitet. Natürlich ist dies nichts anderes, als würde man sich die Apk selbst auf der offiziellen Seite oder bei einem anderen Anbietern, wie beispielsweise Apk-Mirror, herunterladen. Aber für unerfahrene Nutzer die wirklich sicher sein wollen, den Download von der richtigen Seite zu nehmen, finde ich diese Zwischenlösung nicht schlecht.

Huawei Search

Aber auch abseits der MWC 2020-Pressekonferenz* gab es Neues in Sachen Apps. So will Huawei nicht nur bekannte Apps verfügbar machen, auch neue Apps soll es geben, um den Verlust der Google-Apps auszugleichen. Neben dem »Huawei Assistant« soll bald eine weitere viel genutzte Funktion von Google ein entsprechendes Pendant bekommen. So wird man bald die »Huawei Search« (Huawei Suche) auf den Markt bringen.

Diese App wird Teil des Huawei HMS-Ökosystems sein und Funktionen wie Sofortsuche, Schnellansichten, Widgets und Newsfeeds bieten. Wie wir es von Google kennen, wird man nach den Kategorien Videos, Nachrichten und Bilder sortieren können. Auch kann man sie als Widget auf dem Startbildschirm ablegen. Derzeit wird die App intern getestet und ist noch nicht öffentlich zugänglich. Auf neu erscheinenden Geräten von Huawei und Honor soll sie aber schon vorinstalliert sein, somit können wir die Veröffentlichung wohl recht bald erwarten.

Bedenken bezüglich der Datensicherheit muss man keine haben, da für die App ein Partner in Irland (Aspiegel Limited) verantwortlich ist, der bereits seit 2018 für die Cloud-Dienste von Huawei verantwortlich ist. (Wir berichteten hier darüber.) Welchen Dienst Huawei für die Suche nutzt, ist bisher nicht bekannt. Soweit wir wissen handelt es sich nicht um Google und auch keinen der anderen bekannten Anbieter, wahrscheinlich ist man auch hier auf Eigenständigkeit bedacht und entwickelt eine eigene Suchengine.

Google möchte Zusammenarbeit fortsetzen

Auch Google scheint Huaweis Unabhängigkeitsbestrebungen mittlerweile sehr ernst zu nehmen. Nun wurde bekannt, dass Google jetzt eine Lizenz zur Zusammenarbeit mit Huawei beantragt hat. Unklar ist noch, ob Google dies jetzt erstmalig tut oder aufgrund irgendwelcher geänderter Voraussetzungen, die Beantragung wiederholt. Sollte ersteres der Fall sein, wäre dies für uns nur schwer nachzuvollziehen. Bei einem wiederholten Antrag konnte man hoffentlich die Ablehnungsgründe ausräumen, sodass die Chancen auf eine Bewilligung diesmal besser stehen. Google selbst äußert sich nicht zu den Erfolgsaussichten.

Etwas merkwürdig wirkt bei genauerem Hinsehen auch die plötzliche Warnung vor der Nachinstallation der GApps auf neuen Huawei-Geräten, die Google diese Woche herausgab. Dies ist zwar theoretisch nicht völlig von der Hand zu weisen, kommt aber doch sehr spät um wirklich glaubhaft zu sei. Die Nachinstallation ist mittlerweile bereits einige Monate verfügbar und die Aufregung darum hat sich weitgehend gelegt, zumal in der gesamten Zeit weltweit nicht ein einziger Missbrauchsfall aufgetreten ist. Vielmehr vermute ich, dass im Hintergrund politischer Druck auf Google ausgeübt wurde, um es zu einem entsprechenden Statement zu bewegen.

Huawei eröffnet 5G-Fabrik in Frankreich

Huawei 5G

Huawei hingegen wirbt weiter um das Vertrauen in seine Produkte. Bereits vor der MWC 2020 wurde bekannt, dass Huawei eine Fabrik für Mobilfunkausrüstung in Frankreich bauen möchte. Dafür plant Huawei dafür Investitionen in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro. Produziert werden soll vor allem Technik für LTE- und 5G-Netze.

Diese sind vor allem für den europäischen Markt gedacht. Damit möchte man einerseits Transportwege verkürzen und die Versorgungssicherheit für ganz Europa erhöhen, andererseits möchte man, dadurch nicht mehr nur als chinesisches Unternehmen gesehen werden. Vielmehr möchte man wohl als globales Unternehmen wahrgenommen werden, welches sich europäischen Gesetzen unterwirft und in Europa Arbeitsplätze schafft. Bisher hat Huawei in Europa über 12.000 Mitarbeiter. Durch die neue Fabrik kämen über 500 weitere hinzu.

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Quellen: Computerbase, ARD, Google Support, futurezone, Caschys Blog

8 Kommentare

  1. shrike 1. März 2020
    • Berit Engmann 2. März 2020
      • Hartmut 2. März 2020
  2. Christian Eichholz 1. März 2020
  3. Manuel 2. März 2020
  4. Jexter 2. März 2020
  5. RonnyH 9. Mai 2020

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