HUAWEI Mate 50 Pro Test

HUAWEI Mate 50 Pro Test – Eines der besten Smartphones 2022 mit einem Haken

Das HUAWEI Mate 50 Pro ist das erste Mate-Smartphone seit Ende 2020. In diesen zwei Jahren hat sich im Vergleich zum Vorgänger natürlich einiges getan. So kommt das Mate 50 Pro nun endlich mit einem flüssigen 120 Hertz OLED-Display und dem aktuellsten Prozessor aus dem Hause Qualcomm daher. Des Weiteren wurden an den Kameras große Änderungen vorgenommen und auch das Design hat ein Upgrade erhalten.

All das lässt sich der chinesische Hersteller aber auch ordentlich bezahlen: Die UVP liegt bei stolzen 1.199 Euro, was im Vergleich zum Vorgänger zwar unverändert, aber dennoch extrem viel ist. Wir haben das HUAWEI Mate 50 Pro in den letzten Wochen ausführlich getestet und berichten nun in den folgenden Zeilen über die Vor- und Nachteile.

Haptik & Design – merkbare Verbesserung

Die Smartphones der Mate-Serie waren schon immer groß, weswegen man sie nur sehr schwer problemlos mit einer Hand bedienen konnte. Das ist zwar auch beim neuen HUAWEI Mate 50 Pro der Fall, aber verglichen mit einigen Konkurrenten und den vergangenen Mate-Geräten liegt das Mate 50 Pro kompakter und angenehmer in der Hand. Es misst 162,1 Millimeter in der Höhe und 75,5 Millimeter in der Breite, was etwas weniger als beim Vorgänger ist. Hinzu kommt ein recht ansprechendes Gewicht von 209 Gramm und mit 8,5 Millimeter ist das Smartphone weder besonders dick noch dünn.

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Ein Grund für das ausgesprochen gute Handling ist die Tatsache, dass kein Waterfall-Display mehr zum Einsatz kommt. Meiner Meinung nach ist das ein großer Vorteil, denn diese extrem stark abgerundeten Displays der Vorgänger sorgten für ein schlechtes Handling, da sich das Panel so weit nach hinten wölbte, dass der Rahmen nur noch gefühlt zwei Millimeter dick war. Dies sorgte für ein scharfkantiges Gefühl in der Hand. Glücklicherweise gehört das nun der Vergangenheit an, denn sowohl die Vorder- als auch Rückseite wölben sich nur minimal zum Rahmen hin.

Dementsprechend besitzt das HUAWEI Mate 50 Pro einen gewöhnlich dicken, ergonomischen Rahmen aus Aluminium in Hochglanzoptik, welcher keineswegs ein scharfkantiges Gefühl in der Hand vermittelt. Einziger Kritikpunkt ist die Anfälligkeit für Fingerabdrücke, aber mit diesem Problem haben nahezu alle aktuellen High-End-Smartphones zu kämpfen.

Wunderschöne & hochwertige Rückseite

Auf der Rückseite kommt Glas zum Einsatz, welches bei meiner silbernen Farbe matt ist. Das sieht nicht nur toll aus, sondern ist auch relativ dankbar gegenüber Gebrauchsspuren oder Fingerabdrücke. Zudem sorgt es für ein angenehmes Handling. Mich persönlich erinnert die Farbe extrem stark an Silver Frost vom P40 Pro aus dem Jahr 2020, welches meiner Meinung nach eines der schönsten Smartphones jemals war bzw. nach wie vor ist. Ich würde also jedem potenziellen Käufer die silberne Farbe ans Herz legen, aber wer es dezenter mag, kann auch zum schwarzen Modell greifen, welches jedoch mit einer hochglänzenden Rückseite daherkommt. Diese ist äußerst anfällig für Fingerabdrücke.

Neben den Farben dürfte auch sofort das neue Kameradesign auffallen. Bereits das Mate 30 Pro und Mate 40 Pro waren mit einem charakteristischen runden Kameradesign ausgestattet und mit dem HUAWEI Mate 50 Pro führt der Hersteller diesen Weg konsequent fort. Das anspruchsvolle Kameramodul ist von einem raffinierten pyramidenförmigen Clous-de-Paris-Muster umrahmt, was unglaublich schön aussieht. Sieht selbst:

Drei Kameras sowie ein paar Sensoren finden in einem großen Kreis Platz, der mittig im oberen Drittel angeordnet ist. Der Kreis ist in Gerätefarbe gehalten und nicht komplett Schwarz gefärbt, wie beispielsweise beim Xiaomi 12S Ultra. Ich bin der Meinung, dass wir es hiermit mit einem der schönsten Kameradesigns in einem Smartphone zu tun haben.

Eine Notch im Jahr 2022!?

Das leicht abgerundete Display auf der Vorderseite ist von außerordentlich dünnen Rändern umgeben, die allerdings nicht ganz symmetrisch sind. Der untere Rand ist minimal dicker als der obere und der obere Rand ist minimal dicker als die seitlichen Ränder.

Wie man unschwer erkennen kann, verbaut HUAWEI tatsächlich eine recht große Notch. Die überdurchschnittliche Größe könnte man mit der sicheren und gut funktionierenden 3D-Gesichtserkennung erklären, aber der Vorgänger hatte ebenfalls eine 3D-Gesichtserkennung, welche in einer kleinen Punch-Hole untergebracht wurde. Ich verstehe also nicht, warum HUAWEI hier einen Rückschritt macht und eine solch große Notch verbaut. Die Notch zerstört zwar keineswegs das Design, aber man hätte es halt noch eleganter lösen können. Zum Nutzungserlebnis der Gesichtserkennung berichte ich im Laufe des Artikels noch etwas ausführlicher.

Display – gute Qualität

Auf der Vorderseite dominiert ein 6,74 Zoll großes Display mit einer ausreichend scharfen Darstellung von 2.616 x 1.212 Pixel, welches natürlich mit der hochwertigen OLED-Technologie daherkommt. OLED hat den Vorteil, dass schwarze Inhalte auch wirklich komplett Schwarz und nicht Grau/Schwarz wie bei LC-Displays angezeigt werden.

Dies führt dazu, dass OLED-Panels deutlich kontrastreicher sind, was beim HUAWEI Mate 50 Pro natürlich auch der Fall ist. Der Schwarzwert ist hervorragend, der Weißwert gefällt mir noch etwas besser als beim P50 Pro und die generelle Farbwiedergabe ist knackig, aber dennoch schön natürlich. In diesem Punkt gefällt es mir sogar besser als das Samsung Galaxy S22 Ultra.

Leider sorgen OLED-Bildschirme auch immer mal wieder für Probleme. Ein bekanntes Problem der letzten Jahre war bzw. ist das sogenannte „Green-Tint-Issue“, bei dem graue Inhalte bei niedriger Displayhelligkeit grünlich wirken. Mein HUAWEI P50 Pro besitzt dieses Problem leider auch, was mich während der alltäglichen Nutzung extrem stört. Vor allem bei der Bildbearbeitung von dunklen Fotos sind die verfälschten Farben sehr nervig. Ihr fragt Euch jetzt sicher, ob das auch beim Mate 50 Pro der Fall ist. Nein, zum Glück nicht. Graue Inhalte werden korrekt wiedergegeben, zumindest bei meinem Testgerät.

In Sachen Blickwinkelstabilität und Helligkeit kann das Panel des Mate 50 Pro auf ganzer Linie überzeugen. Es wird zwar nicht so hell wie bei den aktuellen iPhones, aber die maximale Helligkeit reicht selbst an sonnigen Tagen locker aus, um alle Inhalte noch gut ablesen zu können. Selbst bei seitlicher Betrachtung können die Inhalte noch gut abgelesen werden und Farben verfärben sich bei weitem nicht so schnell wie beim P50 Pro oder dem Samsung Galaxy S22 Ultra.

Zu guter Letzt möchte ich noch erwähnen, dass der Bildschirm eine flüssige Bildwiederholrate von 120 Hertz unterstützt, Das bedeutet, dass 120 Einzelbilder pro Sekunde wiedergegeben werden können, wodurch das Scrollen sowie sämtliche Animationen butterweich wirken, was das Nutzungserlebnis erheblich verbessert. Im Vergleich zum Vorgänger, welcher nur eine Bildwiederholrate von 90 Hertz unterstützt, ist das ein gelungenes Upgrade.

Software – EMUI 13

Als Software kommt die hauseigene EMUI in Version 13 – auf Basis von Android 12 – zum Einsatz. Ich persönlich nutze die EMUI (bzw. HarmonyOS) schon seit fast vier Jahren und muss ehrlich zugeben, dass es mittlerweile meine liebste Benutzeroberfläche ist. EMUI hat zwar relativ wenig mit Stock-Android zu tun und vielen dürfte die Software auch zu bunt sein, aber mir gefällt die Optik sehr gut und an Zusatzfunktionen fehlt es hier definitiv nicht:

So kann man beispielsweise die App-Symbole, das Steuerfeld, die Animation beim Entsperren über den ins Display integrierten Fingerabdrucksensor und das sehr gute Always-On-Display nach seinem eigenen Geschmack nach anpassen. Des Weiteren ist EMUI schon seit zwei Jahren mit wunderschönen Animationen ausgestattet, die mir im Android-Segment tatsächlich so ziemlich am besten gefallen.

Natürlich kommt auch das HUAWEI Mate 50 Pro ohne Google-Dienste daher, was ich in diesem Testbericht nicht genauer behandeln werde, da es hierzu eigentlich nichts Neues zu berichten gibt. Wer mit bisherigen HUAWEI-Smartphones ohne Google-Dienste Probleme hatte, wird auch mit dem Mate 50 Pro leider nicht zurechtkommen. Es ist einfach extrem schade, denn dieses Smartphone ist Hardware-technisch exzellent, aber aufgrund der Google-Problematik fällt es extrem schwer, dieses Smartphone einer breiten Masse weiterzuempfehlen. Ich persönlich nutze zwar schon seit zwei Jahren ein HUAWEI-Gerät ohne Google und komme damit super zurecht, aber die meisten Leute leider nicht.

Welche Neuerungen bringt EMUI 13 mit sich?

Aber was hat sich nun im Vergleich zu EMUI 12 getan? Denn all das, was ich bislang aufgezählt habe, gab es bei EMUI schon etwas länger. Die erste Neuerung betrifft die Gestensteuerung. Bislang war es so, dass man eine App mit einem Wischen vom unteren Bildschirmrand nach oben schließen konnte. Das ist zwar nach wie vor möglich, aber HUAWEI hat sich diesbezüglich noch etwas Neues einfallen lassen, denn man kann eine App nun nach rechts oben und nach links oben wischen. Wischt Ihr die App nach rechts oben, so erscheint die App in einem kleinen Fenster, was bei Xiaomi-Smartphones ebenfalls möglich ist. Das kleine Fenster mit der App kann überall auf dem gesamten Display positioniert werden, was ziemlich gut umgesetzt ist. Ihr könnt währenddessen natürlich andere Apps öffnen und das Fenster jederzeit schließen.

Wischt Ihr die App allerdings nach links oben, so seht Ihr die App in geteilter Ansicht. Ihr könnt dann noch eine weitere App öffnen und somit zwei Apps gleichzeitig nutzen. Dieses Feature trägt bei einigen Herstellern den Namen „Split-Screen-Funktion“.

Ein weiteres neues Feature nennt sich „SuperHub“. Mit einem langen Druck können Bilder, Dateien oder Texte ausgewählt/markiert und anschließend in den sogenannten SuperHub gezogen werden. Hier werden alle Elemente gespeichert. Möchtet Ihr beispielsweise Bilder per Mail verschicken, so könnt Ihr den SuperHub mit den Bildern einfach in die Mail ziehen. Wenn Ihr allerdings nur ein Bild verschicken möchtet, könnt Ihr den SuperHub anklicken und anschließend individuell das einzelne Bild in die Mail ziehen.

Des Weiteren ermöglicht die neue Funktion „SuperStorage“, bis zu 20 GB Speicherplatz freizugeben, indem Dateien komprimiert und nicht genutzte Daten gelöscht werden.

Performance – viel besser geht´s nicht

Unter der Haube werkelt der Snapdragon 8+ Gen1, welcher zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der absolute Spitzenprozessor aus dem Hause Qualcomm war. Hierbei gilt allerdings zu beachten, dass HUAWEI eine Variante mit blockiertem 5G-Modem verbaut, denn sie dürfen nach wie vor nicht auf 5G-Technologie aus den USA zurückgreifen.

Der interne Speicher ist stolze 256 GB groß und kann mittels einer hauseigenen NM-Card erweitert werden. An dieser Stelle muss man HUAWEI auf ganzer Linie loben, denn eine Speichererweiterung sucht man heutzutage bei der Konkurrenz nahezu vergeblich. Mit dazu gibt es 8 GB RAM, was zwar völlig ausreicht, aber weniger als bei Samsung, OPPO, Xiaomi, Vivo und Co. ist. Für 1.199 Euro hätte ich gerne 12 GB RAM gehabt.

Die überaus gute Performance der letzten Flaggschiff-Smartphones von HUAWEI war meiner Meinung nach eine der größten Stärken und so ist es natürlich auch beim neuen Mate 50 Pro. Apps starten und schließen rasend schnell, das generelle Bedientempo ist enorm hoch und Animationen werden bei kaum einem anderen Smartphone so schön flüssig wiedergegeben. Auch beim Fotografieren oder Zocken zeigt das Smartphone keine Schwäche. Es fällt lediglich auf, dass es unter Volllast ein wenig wärmer wird, aber das ist auch bei nahezu allen Konkurrenten der Fall.

Akkulaufzeit – ordentlich, aber…

Die Smartphones aus dem Hause HUAWEI hatten früher immer eine ganz besondere Stärke, welche vor allem die Mate-Geräte stark von der Konkurrenz abheben ließ. Es war natürlich die Akkulaufzeit bzw. die generelle Akkukapazität. Das Mate 9 aus dem Jahr 2016 beispielsweise hatte einen 4.000 mAh starken Akku, was für damalige Verhältnisse riesengroß und definitiv mehr als bei der Konkurrenz war. Heutzutage würde man über solch eine Akkukapazität eher lachen, denn mittlerweile gehören 5.000 mAh starke Akkus zum Standard, aber damals waren 4.000 mAh tatsächlich etwas Besonderes. Dies führte dazu, dass die Akkulaufzeit deutlich besser als bei der Konkurrenz war.

Dies änderte sich allerdings mit dem Mate 40 Pro, welches zwar keineswegs eine schlechte, aber dennoch eine für HUAWEI-Verhältnisse eher unterdurchschnittlichere Akkulaufzeit hatte. Zudem holte die Konkurrenz immer weiter auf, sodass es rein von der Akkulaufzeit eigentlich keinen Unterschied mehr machte, ob man ein Smartphone von HUAWEI oder eines aus dem Hause OnePlus, OPPO, Xiaomi, Samsung oder Co. nutze.

Beim neuen HUAWEI Mate 50 Pro ist es nicht wirklich anders. Es liefert zwar eine merkbar bessere Akkulaufzeit als mein über ein Jahr altes P50 Pro, aber für einen 4.700 mAh hätte ich mir noch ein wenig mehr erwartet. Nichtsdestotrotz ist die Akkulaufzeit ordentlich, denn ich bin während meiner Testphase immer durch einen Tag ohne Ladung gekommen. Am Ende des Tages hatte ich bei einer Screen-On-Time von 5 bis 6 Stunden noch zwischen 8 und 32 Prozent Akku übrig, weswegen sich Normalnutzer meiner Meinung nach keine allzu großen Sorgen machen müssen, nicht durch einen Tag ohne Ladung zu kommen. Heavy-User hingegen gelingt es aber ziemlich sicher, das Mate 50 Pro an einem Tag komplett leer zu bekommen.

Wenn dem Mate 50 Pro die Puste ausgeht, kann es glücklicherweise sehr schnell wieder aufgeladen werden. Mit dem passenden 66 Watt Netzteil dauert es weniger als 40 Minuten bis der Akku von 0 auf 100 Prozent aufgeladen ist, was zwar nicht marktführend, aber dennoch sehr schnell ist. Außerdem liegt das Netzteil im Lieferumfang bei, was im Jahr 2022 tatsächlich ein großer Pluspunkt ist. Samsung, Google und Apple können sich davon eine dicke Scheibe abschneiden.

Drahtloses Laden ist mit bis zu 50 Watt möglich. Das ist zwar ziemlich beeindruckend, aber leider konnte ich dieses Feature nicht testen, da mir hierfür das passende Charging-Set fehlt. Reverse-Wireless-Charging mit bis zu 7 Watt ist ebenfalls mit an Board, was vor über vier Jahren mit dem HUAWEI Mate 20 Pro eingeführt wurde. Somit könnt Ihr Eure Uhr oder Eure Kopfhörer laden, sofern sie drahtloses Laden unterstützen. Theoretisch könnt Ihr damit auch die Smartphones Eurer Mitmenschen laden, was zwar staunende Blicke auf sich zieht – ich kenne das nur zu gut:) – aufgrund der geringen Leistung aber gefühlt zehn Jahre dauert.

Kamera – grandiose Hauptkamera

Nach jahrelanger Zusammenarbeit mit dem deutschen Kameraspezialisten LEICA endete nun vor ein paar Monaten die Kooperation. Stattdessen gründete HUAWEI im Juli 2022 mit XMAGE ihre eigene Bildtechnologie, um den generellen Stil der Bilder zu verbessern. 

Wie bereits erwähnt, findet auf der Rückseite ein Triple-Kamera-Setup Platz, welches von einer 50 Megapixel Hauptkamera angeführt wird. Diese ist 1/1.56 Zoll groß und kommt mit der hauseigenen RYYB-Technologie daher, wodurch deutlich mehr Licht eingeführt werden soll. Zudem handelt es sich um die weltweit erste variable 10-stufige Blende in einem Smartphone, was es Nutzern ermöglicht, im Pro-Modus zwischen f/1.4 und f/4.0 zu wählen. Diese Technologie ist extrem beeindruckend und ich hoffe, dass HUAWEI daran zukünftig festhalten wird.

Des Weiteren verbaut der Hersteller eine Ultraweitwinkel Kamera mit einer Auflösung von 13 Megapixel, die gleichzeitig auch als Makrokamera fungiert. Mit dazu gibt es noch die gleiche 64 Megapixel Periskop-Kamera aus dem P50 Pro, welche einen 3,5-fach optischen Zoom ermöglicht. Hier ist ebenfalls die RYYB-Technologie mit an Board. Für Selfies ist eine 13 Megapixel Frontkamera zuständig.

HUAWEI Mate 50 Pro Kamera

Zur Qualität werde ich mich in diesem Testbericht bewusst sehr kurz halten, denn erst kürzlich veröffentlichten wir zwei ausführliche Kameravergleiche, bei denen wir das HUAWEI Mate 50 Pro gegen das P50 Pro und Samsung Galaxy S22 Ultra antreten ließen:

Kurz gefasst: Die Hauptkamera macht sowohl bei guten als auch schlechten Lichtbedingungen grandiose Aufnahmen mit einer einzigartigen Hintergrundunschärfe:

Mit der Ultraweitwinkel-Kamera gelingen ganz passable Aufnahmen und auch der Zoom ist gut, kommt aber leider nicht an die Qualität des HUAWEI P50 Pro, P40 Pro+ oder Samsung Galaxy S22 Ultra heran.

Videos können in 4K mit maximal 60 Bilder pro Sekunde aufgenommen werden. Mir haben die Videos ziemlich gut gefallen, weil die Farben ausreichend natürlich dargestellt werden und die Stabilisierung sowie die Tonqualität richtig gut sind. Das iPhone 14 Pro hat dennoch die Nase klar vorn, vor allem in Sachen Belichtung.

Selfies gelingen mit einer tollen Schärfe und einem hervorragenden Dynamikumfang. Gesichter werden für meinen Geschmack allerdings etwas zu weich gezeichnet. In diesem Punkt gefällt mir das P50 Pro sogar etwas besser. Was mir richtig gut gefällt, ist das breite Sichtfeld, wodurch Gruppenselfies problemlos möglich sind.

Sonstiges – 3D-Gesichtserkennung, toller Vibrationsmotor & gute Lautsprecher

Während die meisten Android-Smartphones lediglich mithilfe eines Fingerabdrucksensors entsperrt werden können, kann beim HUAWEI Mate 50 Pro zusätzlich das Gesicht als Entsperroption verwendet werden. Ähnlich wie bei den aktuellen iPhones setzt HUAWEI auf eine sichere 3D-Gesichtserkennung, die sowohl bei Tag als auch Nacht hervorragend funktioniert. Für meinen Geschmack könnte die Gesichtserkennung allerdings noch etwas schneller sein und beim Tragen einer Schutzmaske wurde das Smartphone leider zu keiner Zeit entsperrt. Ich habe zwar gelesen, dass diese Funktion per Update nachgeliefert wird, aber ich habe dieses Update während meiner Testphase leider nie erhalten.

Der Fingerabdrucksensor habe ich tatsächlich fast nie genutzt, da das Entsperren per Gesicht meiner Meinung nach viel angenehmer und zuverlässiger ist. Nichtsdestotrotz gehört der Fingerabdrucksensor in Sachen Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit zu den besten, die aktuell in einem Smartphone verbaut sind. Ich würde mir zukünftig nur wünschen, dass der Sensor etwas weiter oben positioniert ist, sodass man ihn mit dem Daumen besser erreichen kann.

HUAWEI verbaut Stereo-Lautsprecher, welche außerordentlich laut werden und für einen sehr vollen, kräftigen Klang sorgen. Hier spielt das Mate 50 Pro auf jeden Fall ganz oben mit.

Auch der Vibrationsmotor gehört zu den besten auf dem Markt. Er vermittelt ein ausgesprochen hochwertiges Gefühl in der Hand und klingt zu keiner Zeit störend. Die Vibrationen sind kurz und sauber.

Fazit

Mit dem HUAWEI Mate 50 Pro bekommt man ein eindrucksvolles Smartphone geboten, welches sich bei der Hardware kaum größere Schwächen leistet. Das wunderschöne und hochwertige Design, die ergonomische Haptik, das tolle Display, die flüssige Performance, die ordentliche Akkulaufzeit, die grandiose Hauptkamera sowie die etlichen Zusatzfunktionen sind auf einem extrem hohen Niveau. In diesen Punkten kann es locker mit der Konkurrenz aus dem Hause Samsung, Apple, Xiaomi und Co. mithalten. Bei der Kamera gefällt es mir von allen getesteten Smartphones sogar am besten. All diese Punkte sowie der Fakt, dass ich ein riesiger Fan der EMUI bin, führen dazu, dass ich das Mate 50 Pro sehr gerne als Daily-Driver nutzen wollen würde. Für mich persönlich ist es eines der besten Smartphones des Jahres.

Das heißt allerdings nicht, dass es auch für die breite Masse eines der besten Smartphones ist, denn es gibt einen großen Haken, der jedem bewusst sein dürfte: Auch das HUAWEI Mate 50 Pro kommt leider mit den bekannten Software-Einschränkungen aus, weswegen Google-Apps sowie einige andere Apps – wie beispielsweise Twitter, Snapchat, Online-Banking-Apps, eBay etc. – gar nicht bzw. nur teilweise funktionieren. Das macht es für mich sehr schwer, dieses eigentlich tolle Smartphone weiterzuempfehlen.

Für mich persönlich stellen die fehlenden Google-Services zwar überhaupt kein Problem dar (ich nutze als Daily-Driver selbst ein HUAWEI-Smartphone ohne Google-Dienste), aber wer darauf nicht verzichten kann bzw. will, sollte definitiv nicht zum Mate 50 Pro greifen. Das Smartphone kann Hardware-technisch noch so gut sein, solange es keine Google-Dienste unterstützt, werden es die Leute – welche nicht auf die Services verzichten möchten bzw. können – nicht kaufen. Schon gar nicht für die hohe UVP von 1.199 Euro. Schade.

HUAWEI Mate 50 Pro Test - eines der besten Smartphones 2022 mit einem Haken
  • Design, Haptik & Verarbeitung - 10/10
    10/10
  • Display - 9.5/10
    9.5/10
  • Software - 8/10
    8/10
  • Performance - 10/10
    10/10
  • Akku - 8/10
    8/10
  • Kameras (Foto) - 10/10
    10/10
  • Kameras (Video) - 8/10
    8/10
  • Entsperrmöglichkeiten, Lautsprecher, Vibrationsmotor, Speicher - 9.5/10
    9.5/10
  • Preis (UVP) - 5.5/10
    5.5/10
8.7/10

Summary

Das HUAWEI Mate 50 Pro ist ein gelungenes Smartphone, welches sich bei der Hardware keine größeren Schwächen leistet. Leider wird es das Smartphone aufgrund der hohen UVP und der fehlenden Google-Services dennoch sehr schwer haben.

Pros

  • Wunderschönes, ergonomisches & hochwertiges Design
  • Helles OLED Display mit 120 Hertz und akkurater Farbwiedergabe
  • EMUI 13: Viele Zusatzfunktionen
  • Schnelle & flüssige Performance
  • Solide Akkulaufzeiten und Ladezeiten
  • Grandiose Hauptkamera
  • Solide Tele- und Ultraweitwinkel Kamera
  • 3D-Gesichtserkennung, Lautsprecher, Vibrationsmotor, Speichererweiterung, IP68, …

Cons

  • Fehlende Google-Services
  • Hohe UVP
  • 8 GB RAM sind für heutige Verhältnisse unterdurchschnittlich
  • Der Zoom ist zwar gut, aber dennoch schlechter als beim P50 Pro
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9 Kommentare

  1. Tom 2. Januar 2023
    • Konstantin 3. Januar 2023
    • Heweliusz 23. Januar 2023
      • Jo 27. Januar 2023
  2. Klaus 2. Januar 2023
    • Marco 4. Januar 2023
  3. Alex09 1. Januar 2023
    • Falkone1 5. Januar 2023
  4. Eddy 1. Januar 2023

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