Watch 3 Pro Watch GT 3 Pro Pixel Watch Vergleich Header

Smartwatch Vergleich: Pixel Watch vs. Watch GT 3 Pro vs. Watch 3 Pro

Mit der neuen Pixel Watch hat Google nun endlich ein Referenzmodell für das Smartwatch Betriebssystem WearOS geliefert. Von Referenzmodell spreche ich deshalb, da es bislang noch keine eigene Smartwatch von Google selber gab für das eigene Betriebssystem und man sich folglich deshalb am Herstellermodell immer etwas orientiert. Zumal hier dann auch keine Hersteller-spezifischen Add-Ons, wie eigene Oberfläche, eigene Companion-App oder ähnliches zum Einsatz kommt. Sondern eben das pure, unveränderte Android („Vanilla“).

Ich selber war (bin) ein großer Fan von WearOS. Begeistert habe ich damals die erste HUAWEI Watch getestet, getragen und geliebt. Und das obwohl es hinsichtlich Performance und Funktionalität doch noch einiges an Optimierungspotential bot.

Nachdem HUAWEI mit den Watches der GT-Serie einen neuen Weg einschlug, dauerte es etwas, bis ich auch deren Vorzüge erkannte und genießen konnte. Die aktuelle Watch GT 3 Pro bietet neben den vielen Fitness- und Health-Funktionen vor allem auch eine tolle Akkulaufzeit, edle Materialen und ein schickes Uhren-Design.
Die HUAWEI Watch 3 (Pro) war dann im vergangenen Sommer als erste „richtige“ Smartwatch seit der Watch 2 – die ebenfalls noch mit WearOS kam – präsentiert worden. Allerdings eben nicht mehr mit WearOS, sondern mit dem HUAWEI-eigenen Betriebssystem HarmonyOS.
Bei dem „smarten“ Teil, den man von einer Smartwatch erwartet, konnte allerdings weder HarmonyOS, noch die Watch 3 (Pro) insgesamt überzeugen.

Hier könnte Ihre Werbung stehen! :)

Mit dem Release der Pixel Watch ergab sich für mich nun die Möglichkeit einmal persönlich zu vergleichen zwischen diesen 3 Modellen. Dabei muss jedem klar sein, dass das immer persönliche Eindrücke und Wertungen sind. Jeder hat seine eigenen Vorlieben und Schwerpunkte. Ist das Design wichtig, ist die Akkulaufzeit wichtig, sind bestimmte Fitness-Funktionen wichtig? Solche Punkte sind bei jedem anders gewichtet. Deshalb wird es hier am Ende auch nicht „den“ Gewinner des Vergleiches geben. Sondern vielmehr meine Eindrücke, die euch vielleicht helfen zu vergleichen und zu entscheiden.

Technische Daten im Vergleich

Technische DatenGOOGLE Pixel WatchHUAWEI Watch 3 ProHUAWEI Watch GT 3 Pro
Titanium
Maße &
Gewicht
41 x 41 x 12,3 mm
ca. 36 g (ohne Armband)
48 mm x 49,6 mm x 14 mm
ca. 63 g (ohne Armband)
46,6 x 46,6 x 10,9 mm
ca. 54 g (ohne Armband)
ProzessorExynos 9110-SoC
Cortex M33-Coprozessor
HiSilicon Hi6262?
Speicher2 GB RAM
32 GB Flash
2 GB RAM
16 GB Flash
Display~1,22″ AMOLED1,43 Zoll Touch-Display (Saphirglas)
AMOLED
466 x 466 Pixel, 326 PPI
1,43 Zoll AMOLED
Gehäuse80 % recycelter Edelstahl &
3D Corning Gorilla Glass 5
Titan und KeramikTitan &
Saphirglas
ArmbandFluorelastomer mit Soft-Touch-Beschichtung
(weitere über Google Store bestellbar)
Lederarmband
Titanarmband
Schwarzes Fluorelastomer-Armband,
Graues Lederarmband
Titanarmband
SensorenKompass
Höhenmesser
Sauerstoffsättigungsmesser
Elektrischer Mehrzwecksensor
Optischer Herzfrequenzsensor
Beschleunigungsmesser
Gyroskop
Umgebungslichtsensor
Beschleunigungssensor
Gyroskopsensor
Geomagnetischer Sensor
Optischer Herzfrequenzsensor
Umgebungslichtsensor
Luftdrucksensor
Temperatursensor
Beschleunigungssensor
Gyroskopsensor
Magnetometer-Sensor
Optischer Herzfrequenzsensor
Barometer-Sensor
Temperatursensor
OS System-
voraussetzungen
Android 8.0 oder höherHarmonyOS 2 oder neuer
Android 6.0 oder neuer
iOS 9.0 oder neuer
HarmonyOS 2 oder neuer
Android 6.0 oder neuer
iOS 9.0 oder neuer
Wasserdichtigkeit5ATM
5 ATMIP68
5ATM
Tauchen (bis zu 30 Meter)
Konnektivität4G LTE und UMTS
Bluetooth 5.0
WLAN: 802.11 b/g/n, 2,4 GHz
NFC
4G LTE und UMTS
Bluetooth 5.2
WLAN: 802.11 b/g/n, 2,4 GHz
NFC
GPS-Unterstützung
NFC-Unterstützung (in einigen Ländern)
Bluetooth-Unterstützung
GPSGPS, GLONASS, BeiDou, GalileoGPS, GLONASS, BeiDou, GalileoGPS (keine näheren Angaben)
Lautsprecher / Mikrofonunterstützt /
unterstützt
unterstützt /
unterstützt
unterstützt /
unterstützt
Akku &
Akkulaufzeit
294 mAh
Bis zu 24 Stunden
790 mAh
bis 5 Tage bei typischer Nutzung
bis 21 Tage (ultralanger Akku-Modus)
530 mAh
14 Tage bei typischer Nutzung
8 Tage bei intensiver Nutzung
Quelle: Google & HUAWEI

Natürlich vergleichen wir hier 3 (völlig) unterschiedliche Geräte. Mit eSIM und ohne, mit App Store und ohne, mit WearOs und HarmonyOS. Aber genau darum geht es ja auch. Im Rahmen dieses Vergleiches habe ich mich selber mal auf die Suche nach der „perfekten“ Smartwatch für mich gemacht. Und da stößt man auf verdammt viel Auswahl und verdammt viele Konzepte. Insofern ist es also gerade nicht ungewöhnlich so unterschiedliche Watches zu unterscheiden, sondern logisch. Es sei denn natürlich man ist von vorneherein auf ein bestimmtes Merkmal, z.B. das Betriebssystem festgelegt.

Design

Und wo wir schon bei den herrlich subjektiven Merkmalen sind, fangen wir auch gleich mit dem Design an.

Da haben wir auf der einen Seite HUAWEI mit seinen Smartwatches, die gerade auch durch das elegante Uhrendesign und die hochwertigen Materialien seit Jahren seine Käufer und Fans überzeugt. Und so auch mich. Gerade mit meinen doch kräftigen Handgelenken bevorzuge ich genau solche Uhren. Dazu ein schönes großes Display und ein elegantes, klassisches Watchface und ich bin glücklich.

Auf der anderen Seite steht die Pixel Watch, die im ersten Eindruck bei mir vor allem „klein“ daherkommt. Das schicke nach außen abgerundete Display erinnert mich an die Watch 3 – ohne Pro. Aber eben in – gefühlt Welten – kleiner.
Dazu liefert Google – immerhin für den satten Preis (UVP) von 379 €, bzw. 429 € (LTE-Version) nur ein Fluorelastormer-Armaband. Okay, das gibt es bei den Modelen von HUAWEI auch. Allerdings gibt es bei Google ein ganz eigenes Befestigungssystem für das Armband. Dieses erlaubt es eben nicht – wie bei HUAWEI – alle Armbänder mit Standardanschluss zu verwenden. Stattdessen muss man hier im Google Store nach Alternativen suchen. Möchte man wie ich ein schickes Gliederarmband, so muss man zum einen noch bis nächstes Jahr warten und zum anderen nochmal 199 € zahlen. Damit ist man dann bei gut 600 €. Andererseits liegt auch die Watch 3 Pro als Elite-Modell mit eben jenem Armband bei einer UVP von 599 €.

Aber kommen wir zurück zum Display. Das sieht auf allen Uhren toll aus. Hinsichtlich der Watchfaces wurde ich aber sofort von der Vergangenheit eingeholt – im positiven Sinn. Denn bei der HUAWEI Watch wechselte ich wöchentlich das Watchface. Es gab Dank Facer und Watchmaker zwei herrliche Tools um nahezu jedes Design – gerade auch das bekannter Marken – auf die Smartwatch zu bekommen. Als alter „Daten-Messi“ lagen meine unzähligen WearOS Watchfaces noch in der Cloud und ließen sich problemlos auf der Pixel Watch anwenden. Das sieht schon verdammt gut aus.

Doch all der Zauber und Glanz verschwand leider schon nach 2-3 Tagen. Denn das Display ist und bleibt einfach klein. Deutlich kleiner, als eben das der beiden verglichenen HUAWEI Watches. Ich will hier jetzt auch gar nicht über den Rand (Bezel) der Pixel Watch herziehen, wie ich es oft gelesen habe. Die 5mm Rand habe ich auch bei anderen Smartwatches. Nur fallen sie eben bei einem Display mit 41 mm Durchmesser deutlicher ins Gewicht. Faktisch bleiben nämlich dann nur noch 31 mm sichtbares Display. Zu klein für meinen Geschmack.

Fitnessfunktionen

Kommen wir mal zu objektiv vergleichbaren Parametern. Meine Nachfrage bei euch in der Community ergab als Ergebnis vor allem ein Interesse am Schrittzähler und am EKG.

Schrittzähler

Und beim Thema Schritte gibt es auch direkt Uneinigkeit. Ich hatte ja im Rahmen des Watch GT 3 Pro Tests schon festgestellt, dass die Schritte hier im Vergleich mit der Watch 3 Pro um etwa 15% geringer ausfallen. Nach inzwischen einem halben Jahr Tragen, scheint mir das aber tatsächlich recht realistisch im Ergebnis zu sein.

Umso erstaunter war ich dann, wie gewaltig der Unterschied zwischen Pixel Watch und Watch GT 3 Pro ausfiel.

Smartwatch Vergleich Pixel Watch Watch GT 3 Pro

Der Unterschied von rund 30% mehr Schritten auf der Pixel Watch ist schon gewaltig. Selbst wenn ich hier die offenbar „wohlwollend“ zählende Watch 3 Pro zum Vergleich hinzuziehe, sind es dann nochmal 15% mehr zu dieser. Nachdem ich nun seit Jahren diverse Schrittzähler trage und einfach bei gleichem Alltag nie auf die Werte der Pixel Watch gekommen bin, halte ich diese Werte einfach für viel zu ungenau.

Ja zugegeben, das ist alles nicht Labortest-mäßig verifiziert. Aber wenn ein Gerät hier doch so merklich „aus der Reihe fällt“, dann spricht vieles dafür, dass hier die größte Ungenauigkeit liegt.
Etwas verwundert bin ich da schon drüber. Denn immerhin nutzt man für das komplette Aktivitätstracking Fitbit. Fitbit wurde vor einiger Zeit von Google übernommen. Und so empfand ich es als sinnvoll nicht mehr auf stiefmütterliche Dienste wie Google Fit zu setzen, sondern auf das Angebot von Fitbit, welches von vielen Nutzern geschätzt wird.
Ob nun also die Schrittzählung wirklich ein Software- oder gar ein Hardware-Problem ist, kann ich abschließend nicht sagen. Im Ergebnis hat für mich hier aber HUAWEI – insbesondere mit der GT 3 Pro – die Nase vorn.

EKG

Die EKG-Funktion war dieses Jahr immer wieder ein Thema, bzw. eine Funktion nach der viele gefragt haben. Wobei ich mich auch ganz ehrliche Frage, ob nun wirklich so viele diese Funktion „brauchen“ – also wirlich benötigen. Oder ob es nicht häufig eher das „Haben wollen“ ist, dass hier im Vordergrund steht.

Wie auch immer, sowohl HUAWEI Watch GT 3 Pro, als auch Pixel Watch besitzen diese Funktion; die HUAWEI Watch 3 Pro hingegen nicht.

Ich habe mit beiden Watches unmittelbar hintereinander eine Messung durchgeführt. Diese finden bei beiden Geräten auf die gleiche Art und Weise statt. EKG-App starten – bei der Pixel Watch kommt diese auch von Fitbit – und dann den Finger auf die Krone, bzw. bei der GT 3 Pro auf die untere Taste legen. Nach 30 Sekunden gibt es dann das Ergebnis, welches über die jeweilige App abrufbar ist.
Dabei unterscheiden sich wirklich beide Apps kaum. Denn sowohl in der Health-App, als auch bei Fitbit gibt es eine Diagramm-Vorschau mit kurzer Ergebnisbeschreibung. Das ausführlichere Ergebnis lässt sich jeweils als PDF erstellen.

Fitness und Gesundheit tracken

Kurz und knapp – das können alle Watches gut. HUAWEI wirbt hier natürlich weiter mit seinen über 100 Workout-Modi. In der Health-App gibt es zahlreiche Möglichkeiten seine Trainings nachzuvollziehen, auszuwerten und seine Erfolge und Verbesserungen nachzuverfolgen. Ebenso werden verschiedene Workouts angeboten. Sehr umfangreich ist dies im kostenpflichtigen Angebot von Health+ verfügbar.

Im Grund das Gleiche gilt für die Pixel Watch. Hier spricht man offiziell von 40 Trainingsmodi. Und auch hier gibt es erweitere Analysen und Workouts über das kostenpflichtige Premium-Abo von Fitbit. Dazu kommen sowohl bei HUAWEI, als auch bei der Pixel Watch mit Fitbit weitere Gesundheitsfunktionen wie Schlafaufzeichnung und -analyse, Stressmanagement oder Atem- und Herzfrequenzüberwachung.INsgesamt – abgesehen von dem Thema „Schritte zählen“ fühlte ich mich bei allen 3 Uhren mit all diesen Funktionen gut versorgt. Wer etwas Breitensport macht und vielleicht etwas auf Gesundheit achtet, seinen Schlaf verbessern oder auf’s Gewicht achten möchte, bekommt hier alles notwendige geboten. Auch jeweils in der kostenfreien Version der jeweiligen Companoin Apps.

Smarte Funktionen

eSIM – Unabhängigkeit vom Smartphone

Sowohl die Watch 3 Pro, als auch die Pixel Watch können via eSIM eigenständig im 4G-Netz funken. Damit sind sie auch dann erreichbar und Anwendungen online nutzbar, wenn keine Bluetooth-Verbindung mit dem Smartphone besteht.
Die Watch GT 3 Pro besitzt keine eSIM-Funktionalität.

Bei der Watch 3 Pro berichteten vereinzelte Nutzer, dass sich Ihre eSIM nicht registrieren ließ, bzw. die mobilen Daten nicht funktionieren. HUAWEI selber bestätigt hier offiziell auf dem deutschen Markt die Kompatibilität zu O2, Vodafone, T-Mobile und 1&1.
Schaut man sich die Produktseite von HUAWEI Österreich an, so fehlt dort komplett die 4G-Variante der Watch 3 (Pro). Und auf der schweizer Produktseite wird zwar auch eSIM beworben, allerdings mit der nichtssagenden Fußnote: „Die tatsächliche Situation kann in verschiedenen Ländern und Regionen variieren“.

Smartwatch Vergleich eSIM

Ich selber nutze eine deutsche Vodafone eSIM und kann mit dieser die volle 4G-Funktionalität der Watch 3 Pro auch nutzen. Ebenso mit der Pixel Watch. Das eSIM Profil lässt sich bei beiden Watches einfach installieren und die volle Funktionalität ist sofort verfügbar.

Google selber hat hinsichtlich der eSIM-Kompatibilität auch offizielle Angaben.
Wie auch bei HUAWEI werden für Deutschland O2, Vodafone, T-Mobile und 1&1 bestätigt. Angaben zu Österreich und der Schweiz sucht man in der Übersicht jedoch vergeblich.
Für Europa sind lediglich nach Frankreich (Orange, SFR) und das Vereinigte Königreich (EE, Vodafone) aufgeführt.

Solltet ihr eine eSIM einer Reseller-Marke nutzen, sollte diese „eigentlich“ auch funktionieren, da sich die Kompatibilität hier auf den Mobilfunkbetreiber bezieht. Deren Mobilfunknetz ja auch von den weiteren Marken wie winSIM, smartmobil, yourfone, fraenk, aldiTalk, Lidl Talk usw. genutzt wird.
Da ich nicht bei allen möglichen Anbietern Verträge mit eSIM Profil haben, kann ich das leider in der Praxis nicht für euch testen.

Benachrichtigungen

Leides Thema (Teil 1) bei den HUAWEI Smartwaches. Bei Benachrichtigungen wird überwiegend lediglich der „Header“ angezeigt. Das was auch in der Benachrichtigungsleiste des Smartphones verfügbar ist. Lange hatte es gedauert, bis man endlich bei Messengern auch Emojis angezeigt bekam. Auf die Darstellung von Bildern warten wir weiter vergeblich.
Dafür ist eine rudimentäre Interaktion auf Messenger-Benachrichtigungen mit vordefinierten Antworten möglich.

Und doch reichen diese Informationen und Möglichkeiten vielen auch aus. Denn mit einem kurzen Blick auf die Watch sehen sie, ob sich hinter der Benachrichtigung auf dem Smartphone nun etwas Wichtiges oder eben nicht verbirgt. Und in vielen Fällen muss dann das Smartphone eben nicht herausgekramt und in die Hand genommen werden.

Wenn man dann wie ich nach 3 Jahren aber nochmal eine Smartwatch mit WearOS nutzt, dann ist das schon eine ganz andere Nummer. Gerade weil mit der Pixel Watch auch das neueste WearOS 3 als Betriebssystem kommt. Und trotz „altem“ Exynos Prozessor läuft WearOS auf der Pixel Watch unfassbar gut. Kein Ruckeln oder Hacken.
Und Benachrichtigungen werden vollumfänglich dargestellt. Einschließlich EMojis oder auch Bilder und Fotos. Ebenso lassen sich Emails vollständig lesen.

Doch was für mich wirklich ein herrliches Gefühl war, ist die Tatsache, dass alles zu 100% zwischen Smartphone und Watch synchronisiert wird. Da bleiben keine Benachrichtigungen zurück, wenn ich auf dem anderen Gerät schon reagiert habe. Da hat HUAWEI leider immer noch seine Probleme.
Und es geht noch mehr. Ich kann nicht nur „rudimentär“ reagieren, sondern (nahezu) vollumfänglich. Eine Mail, die ich nicht brauche? Schnell über die Watch wahrgenommen und sofort gelöscht. Ohne Smartphone, ohne großen Aufwand. Eine Messenger-Nachricht? Einfach eine kurze individuelle(!) Antwort sprechen und über die Watch versenden.
Nach 1,5 Wochen Nutzung muss ich schon sagen, dass dies für mich bei vielen Nachrichten und Mails tatsächlich einen Mehrwert bedeutet, den mir die Watches von HUAWEI so nicht bieten können. Und leider ist da auch – trotz HarmonyOS – ehrlich gesagt nichts in Sicht, was dies absehbar ändern würde.

Mobiles Bezahlen

Leidiges Thema (Teil 2) ist das mobile Bezahlen. Die HUAWEI Watch 3 Pro hat hierzu hardwareseitig alles an Bord was man braucht; insbesondere NFC-Unterstützung. Bloß gibt es keinen Anbieter der dies (außerhalb Chinas) derzeit unterstützt. Alle Kopperationen, die HUAWEI auf dem deutschen Markt einging, führten da nicht wirklich zu einem Weiterkommen beim Thema Mobile Payment. Träges und nicht immer zukunftsgerichtetes konservatives deutsches Bankensystem trifft auf chinesischen Hersteller, der unter Sanktionen leidet. Das muss ja irgendwie zum Scheitern verurteilt sein.
Zwar lässt sich inzwischen mit HUAWEI Smartphones hervorragend und ohne Einschränkungen gegenüber Google Pay mobil bezahlen, aber eben absehbar nicht mit den HUAWEI Smartwaches.

Die Pixel Watch bietet hingegen – wenig überraschend – die vollständige Unterstützung für mobiles Zahlen mit Google Pay. Einfach Google Pay auf dem Pixel einrichten – welche Karten ihr aus Google Pay auf das Pixel übertragt, könnt ihr frei wählen – und dann nur noch die Watch ans Lesegerät halten – Zahlung erfolgt.

Apps

Leidiges Thema (Teil 3) sind natürlich die verfügbaren und im Idealfall angepassten Apps, die für die Smartwatches zur Verfügung gestellt werden. Hier war HUAWEI mit gleich 3 Partner-Apps im Juni 2021 bei Vorstellung der Watch 3 verheißungsvoll gestartet: Stocard, Kicker und Tagesschau.
Doch die weitere Geschichte seitdem ist kurz erzählt. Stocard als vermeintlicher HUAWEI Pay Anbieter verschwand schnell wieder in der Versenkung. Kürzlich informierte man dann auch, dass der Bezahldienst komplett eingestellt wird. Die Kicker App war schlicht unbrauchbar. Nicht nur wegen dem extrem langsamen Ladevorgang – selbst im besten WLAN – sondern weil die Ergebnisse nur mit winzigen Logos und ohne Struktur oder Sortierung dargestellt wurden. Lediglich die Tagesschau App konnte mich überzeugen. News werden dort gut dargestellt und sogar die Videos laufen ordentlich. Eine Aktualisierung hat die App aber m.W. bis heute nicht erhalten.

Weitere Apps gibt es natürlich in der HUAWEI AppGallery. Hier ist auch auf der Watch 3 Pro die entsprechende Store App installiert und man kann direkt darüber Apps installieren. Wenn man denn welche vernünftig finden würde. Wobei ich das vernünftig im Grunde streichen kann, da das Angebot extrem überschaubar ist. Und rund 99% dieser Apps haben eines gemeinsam: sie bieten keinen Mehrwert für mobile Nutzung. Selbst die HUAWEI-eigenen Apps sind „bescheiden“. Die Memo App zum Beispiel synchronisiert die Einträge nicht mit Smartphone oder Cloud. Neue Einträge über die Smartwatch sind nur als Sprach-Memo möglich. Auch hier hat sich in 1,5 Jahren nichts getan. Feedback gab es dazu mehr als reichlich.

Ganz anders dann wieder bei der Pixel Watch. Auch wenn Google WearOS und das Thema eigene Smartwatch jahrelang stiefmütterlich behandelt hat, gab es hier doch viele Entwicklungen. Dank umfangreichem Angebot an Smartwatches von Fossil, Mobvoi (TicWatch) und natürlich auch Samsung hat sich hier das Ökosystem entwickelt.
Notizen mit der Google Notizen (Keep) App auf der Smartwatch? Kein Problem; alles wird synchronisiert, einschließlich Bilder. Spotify auf der Smartwatch? Kein Problem; mit LTE und gekoppelten Bluetooth-Kopfhörern auch gerne ohne Smartphone. Licht ausschalten im Büro via Google Home verbundener Lampe? Per Sprachbefehl oder auch über die Home App auf der Smartwatch alles problemlos.
Navigation mit der Pixel Watch, bzw. WearOS? Aber gerne doch mit Google Maps – vor allem mit Kartendarstellung. Trotz wirklich toller Entwicklung von HUAWEI Petal Maps gibt es hier auf den eigenen Smartwatches bis heute nur die rudimentäre Pfeildarstellung. Das es auch anders geht, zeigte der Sideload der Petal Maps App auf die Watch 3 Pro, bei der dann auch das Kartenmaterial zur Verfügung stand.

Mein persönliches Fazit

Wer wirklich alles bis zum Fazit ausführlich gelesen hat, wird jetzt – gerade nach den letzten Absätzen – ein eindeutiges Ergebnis erwarten. Doch – Spoiler! – die Google Pixel Watch geht zurück.

Ja, sie bietet mit der aktuellsten Version von WearOS ein wirklich sehr gutes Benutzererlebnis (für mich). Die Alltagsnutzung ist hervorragend. Benachrichtigungen, Mails und was sonst noch alles reinkommt, lässt sich viel effektiver verwalten. Oft bleibt jetzt das Smartphone liegen und ein Touch auf’s Display reicht aus, um etwas abschließend zur erledigen.

Doch die wirklich geringe Akkulaufzeit von 24 Stunden – da bieten die HUAWEI Watches einfach deutlich mehr – ist schon nervig. Habe ich früher die Watch noch nachts abgelegt und geladen, möchte ich diese heute eben zur Schlafaufzeichnung nutzen. Ergo muss ich sie irgendwo am Tag laden, wenn sie aber „eigentlich“ meine Schritte und sonstige Verfassung aufzeichnen soll. Und was wenn man dann mal unterwegs ist? Klar kann man hier auch via Qi-Standard laden, im Zweifel also auch mal mit Reverse Charging des Smartphones. Reicht mir aber bei nur 24 Stunden nicht als „Lösung“.

Zweiter großer Knackpunkt ist die Displaygröße. Mag vielleicht dann auch irgendwann am Alter liegen ;), aber das ist einfach zu klein. Was nützt es mir, wenn alle Inhalte super dargestellt werden können, sie aber dann so winzig sind, dass ich sie kaum erkenne.
Damit einhergehend ist dann auch das komplette Design der Pixel Watch ein (Gegen-)Argument. Die Smartwatch sieht an meinem Handgelenk einfach verloren aus. Gerade im direkten Vergleich mit einer Watch 3 Pro oder GT 3 Pro.

Smartwatch Vergleich Watch 3 Pro Pixel Watch

Für mich ist es tatsächlich aktuell nicht einfach, die „perfekte“ Smartwatch zu finden. Nach der ersten Woche mit der Pixel Watch, habe ich mich am Wochenende mal durch Tests, Vergleiche und insgesamt das verfügbare aktuelle Angebot von Smartwatches gewühlt. Ja, das Angebot ist riesig. Doch wenn ich mich auf WearOS beschränke, weil ich in nur einer Woche wieder so richtig auf den Geschmack gekommen bin, dann wird es dünn. Entweder bieten die Watches keine 4G-Unterstützung oder sie bekommen kein WearOS 3 oder sie sind zu teuer (zugegeben, die TAG Heuer und die Montblanc sind auch Luxus).

Ich bleibe jetzt am Ende dieses Tests – eben mal wieder kein „Labortest“, sondern aus dem echten Leben(s-Alltag) etwas ratlos zurück. Aber hey, in 2 Monaten ist schon Weihnachten. Vielleicht tut sich bis dahin ja noch das passende Geschenk auf und ich werde fündig für meine persönlich „perfekte“ Smartwatch.

Hier könnte Ihre Werbung stehen! :)

7 Kommentare

  1. Dagmar 26. Oktober 2022
    • Marco 26. Oktober 2022
      • Christian 7. Dezember 2022
  2. Reinhold Reindl 26. Oktober 2022
    • Marco 27. Oktober 2022
  3. Alexx 27. Oktober 2022
    • Marco 27. Oktober 2022

Schreibe einen Kommentar

Die folgenden im Rahmen der DSGVO notwendigen Bedingungen müssen gelesen und akzeptiert werden:
Durch Abschicken des Formulares wird dein Name, E-Mail-Adresse und eingegebene Text in der Datenbank gespeichert. Für weitere Informationen wirf bitte einen Blick in die Datenschutzerklärung.