Huawei kennt momentan nur eine Richtung und die zeigt steil nach oben. Das Unternehmen verkaufte 30 Prozent mehr Handys im Jahr 2016 als im Vorjahr, trotz dass die Smartphone-Verkäufe weltweit zurückgingen. Berichten des „The Information“ haben diese Mehrverkäufe allerdings insgesamt den Gewinn gesenkt.

Dem Bericht zur Folge hat die Huawei Consumer-Unternehmensgruppe „nur“ 2 Milliarden USD Gewinn im vergangenen Jahr, im Vergleich zu 2,2 Milliarden USD im Vorjahr, gemacht. Da frägt man sich, warum zum einen die Prognose von 2,5 Milliarden USD nicht erreicht wurden und zum anderen warum das Unternehmen mehr Smartphones und Tablets verkauft, aber insgesamt weniger Gewinn erzielt!?

2016 stiegen die Einnahmen der Huawei CBG um 42% auf 26 Mio. $. Dies deutet darauf hin, dass nicht nur die Einnahmen, sondern auch die Ausgaben deutlich angestiegen sind. In 2015 konnte die Sparte den Gewinn noch mehr als verdoppeln, obwohl man weniger Geräte verkauft hatte. In der Mitteilung von „The Information“ werden verschiedene Faktoren zum Abbau der Rentabilität angesprochen, darunter die Erhöhung der Komponentenkosten und ein massiver Anstieg der Marketingkosten.

Ebenso ist bekannt, dass Huawei sog. „Sweethart Deals“ mit Providern und Einzelhändler aushandelt. Das ist natürlich ein guter Anreiz für Provider, die zudem bereits die Huawei Netzwerk-Infrastruktur nutzen und auch für die Einzelhändler, da sie dadurch mit Huawei Geräten eine höhere Gewinnspanne erzielen. Die Präsenz auf dem westlichen Markt könnte auch einen erheblichen Einfluss auf die Rentabilität gehabt haben.

Dies im Hinterkopf will Huawei angeblich die Ausgaben „vor allem in den Bereichen Marketing und bei den Vertriebskanälen im Einzelhandel“ drosseln.

Das Unternehmen hat angeblich interne Ziele für 2017 das Ergebnis des letzten Jahres auf 4 Milliarden US-Dollar zu verdoppeln.

Die zusätzlichen Ausgaben aus 2016 greifen natürlich auch noch in diesem Jahr, aber Huawei wird wohl den Gürtel enger schnallen, was wohl bedeuten könnte (wie wir schon in unserem „MWC 2017 – Was wäre wenn“ Artikel angedeutet hatten), dass man die einzelnen Flaggschiffe (wie das P10 und das Mate 10) nicht mehr auf eigenen Events präsentieren wird. Ebenso stellt sich die Frage, ob man dann vlt. auch auf die Markenbotschafter (Messi, Superman Henry Cavill, Lewandowski und Scarlett Johansson) in Zukunft verzichten wird. Und das alles „nur“ wegen der Profitabilität. 😉

Ganz ehrlich, Huawei machte die letzten Jahre doch eh schon vieles richtig. Warum man jetzt wegen „zu wenig Profit“, Hallo! wir reden von 2 Milliarden USD Gewinn!, alles über den Haufen schmeissen sollte, entzieht sich meinem Verständnis. Macht weiter so. Deckt die High End Geräte ab, baut tolle Mittelklasse Smartphones zu günstigen Preisen und schaut, dass ihr beim Service noch eine Schippe drauf legt, dann habt ihr die Konkurrenz bald in der Tasche.

Ob es denn wirklich so kommen wird, werden wir im Laufe des Jahres sehen. Wir bleiben auf jeden Fall nah dran.

Quelle: http://www.androidauthority.com/huawei-sold-more-phones-made-less-profit-749148/

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4 Kommentar(e)

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Ali

Hi Rainer, danke für Deinen Bericht. Mir fehlen die Erfahrungen und das Wissen wie Du und viele andere es haben aber ich kann durch solch Berichte und andere nur dazulernen. Seitdem ich mich für Huawei interessiere, lese ich darüber viel. Nun weiß ich ja auch das man nicht alles glauben kann und das vieles auch nicht der Wahrheit entspricht. Meist las ich aber positives und das Negative kam, so denke ich mehr von der Konkurrenz. Persönlich finde ich auch das Huawei auf einem richtigen Weg ist und wie Du es in den letzten Sätzen ja geschrieben hast, 2 Milliarden USD ist ne Nummer und wenn beim Service noch einiges getan wird passt das schon.

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Günther O.

Die Umsatzanalyse zeigt deutlich, dass sie eben nicht alles richtig gemacht haben. Wie kann man aus einem Artikel der sehr interessant hätte sein können, so einen Fanboy-Artikel machen. Das Fazit ist ja mehr als unpassend. Natürlich wird Huawei aus den Zahlen ableiten, dass Ausgaben gekürzt werden müssen. Ihr könnt nächstes mal bitte gerne mehr recherchieren, sachlicher berichten und eure eigene Meinung rauslassen, wenn ihr nicht wisst, wovon ihr redet oder weiterhin bei Smartphones bleiben. Da hattet ihr im Enterprise-Segment im Vergleich deutlich fachlichere Einblicke geliefert. Hier werden nur die unwissenden oder Leute ohne fachliches Wissen ausgetrickst.

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Ali

Hier werden nur die unwissenden oder Leute ohne fachliches Wissen ausgetrickst.

Hallo Günther, erlaube mir zu Deinen Zeilen mal die Sicht meinerseits zu erwähnen. Mmmh ich möchte fast sagen nicht nur die meiner Wenigkeit sondern die eines ganz normalen Verbrauchers. Da erscheint doch die Umsatzanalyse nichtig und viel wichtiger ist letztendlich das Produkt und der Preis. Ob es nun 2 od. 3 Milliarden sind, interessiert den Endverbraucher doch gar nicht, schade finde ich es eher das Arbeitsplätze verloren gehen nur weil man immer mehr haben will.
Deinem letzten Satz muss ich als unwissender mit keinem fachlichen Wissen widersprechen. Deiner Äußerung zufolge gehörst Du nicht zu diesen Personen und somit kannst Du leider nicht wissen wie ich oder die große Mehrheit der Unwissenden denken. Hier werden den Unwissenden oder Personen wie ich es bin geholfen und sie werden unterstützt. Bin sehr dankbar das es diesen hilfsbereiten Blog für mich gibt und konnte oft schon mein hier erlerntes an unwissende weitergeben. Klar gibt es im Netz genug Informationen aus denen man sich schlau machen kann aber oftmals steht man alleine da, ganz im Gegensatz zu hier. Ausgetrickst ? Ist hier mit Sicherheit fehl am Platz. Dazu fehlt mir das fachliche Wissen um dies zu verstehen ...

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Autor
Rainer Fürst

Hi Günther O., danke für deine Meinung. Genauso wie du deine sagen darfst, nehm ich mir raus, auch meine zu sagen.
Mir ging es eher darum Kritik am "Immer höher, schneller, weiter" auszusprechen. Warum muss man immer nur den Profit steigern? Warum kann ich mich nicht mit dem zufrieden geben was ich habe, wenn das eh schon 2 Milliarden USD sind? Wer leidet denn an der Ausgabenkürzung? Wo gibt es am meisten Einsparung? Genau, an der "Resource" Mensch. Da werden dann Menschen entlassen, um mehr Profit zu haben.
Und das mit dem "Austricksen" verstehe ich nicht. Sorry.