Sprachassistenten gibt es viele – ob Google Assistant, Amazon Alexa oder Apples Siri. Alle lauschen ihrem Besitzer und dennoch stellt sich die Frage welcher nun wirklich besser ist. Während sich Amazon Alexa als erstes in den Wohnzimmern der Nutzer platzieren konnte und im vergangenen Jahr eindeutig als Gewinner herausgehen konnte, zieht die Konkurrenz nun nach. Auch Huawei arbeitet an einem eigenen Sprachassistenten, welcher vor allem in den neuen Smartphones seinen Platz finden soll. Wie man sich neben Siri und Samsungs Bixby Assistant auf dieser Ebene nun abheben möchte, bleibt interessant. Doch eins wissen wir schon jetzt – die Intelligenz soll eine große Rolle spielen!

HiAssistant – Huaweis Antwort auf die Konkurrenz

In einem Interview mit The Verge hat Richard Yu bei der CES 2017 noch folgende Aussage getroffen:

“Today, Amazon and Google are stronger than us; Alexa and Google Assistant are better. How can we compete?” – Richard Yu, CEO Huawei Technologies Consumer Business Group

“Heutzutage ist Amazon und Google einfach stärker als wir, Alexa und der Google Assistent sind besser. Wie können wir hier konkurrieren?” – Richard Yu, CEO Huawei Technologies Consumer Business Group

Die Antwortet im Jahr 2018 lautet “HiAssistant”. Bisher werden chinesische Geräte schon mit einer vorinstallierten App namens “HiVoice” ausgeliefert. Während diese Anwendung nur simple Aufgaben und Befehle ausführt, macht man sich derzeit Gedanken über den wesentlich intelligenteren und leistungsstärkeren Nachfolger. Nur so ermöglicht man eine Konkurrenzfähigkeit gegenüber den dominanten Lösungen wie Amazon Alexa, Google Assistant oder Siri.

HiAssistant Icon

Logo des HiAssistant

Eine Basis für die angestrebten Verbesserungen ist bereits geschaffen. Dank dem hauseigenen HiSilicon Kirin 970 besteht die Möglichkeit, sich auch mit dem Sprachassistenten erste Schritte in Richtung des natürlichen Sprachverständnisses (Natural Language Understanding = NLU) zu bewegen. So würde das angekündigte Potenzial auch wesentlich mehr Früchte tragen, als die bisherige Szenenerkennung innerhalb der EMUI Kamera App. Auch ich musste schon die persönliche aber ehrliche Erfahrung mit meinem Amazon Echo machen, dass ein funktionsfähiges Assistenzsystem auch sehr nützlich und unterhaltsam sein kann!

Intelligentes Sprachverständnis im HiAssistant

Dank den “Natural Language Understanding (NLU)” Fähigkeiten soll es dem HiAssistant möglich sein, selbst unstrukturierte und inkorrekte Sätze von Menschen zu verstehen und zu bearbeiten. So kann eine effektive Kommunikation zwischen einer Person und dem Assistenten durchgeführt werden, ohne sich mit lästigen und immer wiederkehrenden Verständnisproblemen rumärgern zu müssen. Auch ermöglicht der Einsatz von künstlicher Intelligenz die Individualität, wie mit dem HiAssistant gesprochen werden kann. Kein Studium von mehreren Seiten Befehlen vor der Inbetriebnahme, um effektive und gleichzeitig produktive Ergebnisse zu erhalten.

Wie gut der HiAssistant letztendlich funktioniert, beweist sich dennoch erst in einem Live Test.

Verfügbarkeit des HiAssistant

So schön sich das nun alles anhört, so traurig ist die Nachricht wenn es um das Thema Verfügbarkeit geht. Denn eins ist klar: Vorerst wird es den HiAssistant nur für Kunden in China geben. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist ein verbauter Kirin 970 SoC sowie EMUI 8.1. Ob es hier mit dem Launch des Huawei P20 und P20 Pro auch gleichzeitig zur Einführung des HiAssistant im fernen Osten kommt, erscheint möglich.

Wieso der HiAssistant nur auf Geräten mit einem Kirin 970 genutzt werden kann? Um auf die Vorteile des intelligenten Sprachverständnisses zugreifen zu können, erfordert es eine “Neural Processing Unit (NPU)”, also eine Künstliche Intelligenz innerhalb des Chips. Da bisher nur der Kirin 970 unter den HiAI Service fällt, sind somit alle anderen Kirin Chips von der Unterstützung des HiAssistant ausgeschlossen.

Gerätesteuerung mit HiAssistant

Um das Gerät wirklich vollständig über die Sprache beeinflussen zu können, sollen wie bei Samsungs Bixby jede einzelne Einstellungskomponente zu steuern sein. Voraussetzung hierfür wird EMUI 8.1, welches es bis heute für noch kein einziges Gerät gibt. Weder das Huawei Mate 10 Pro noch andere Geräte verfügen über die Version 8.1. Möglich wäre es somit, dass hier eine Einführung zur Huawei P20 Serie erfolgt.

Doch was kann man alles unter den beeinflussbaren Einstellungen verstehen? Hierzu zählen in naher Zukunft nicht mehr nur Bluetooth, WiFi oder NFC – vielmehr lassen sich auch die zum Teil tief im Menü verborgenen Settings vornehmen. Beispiele hierfür wären die Handschuhbedienung, der Nachtmodus oder die Gerätelautstärke.

Wie einige Ausschnitte des Codes andeuten, soll auch eine Steuerung verschiedener populärer Apps in China möglich sein. Erwähnt werden kann hier sicherlich “QQ” oder “WeChat”.

HiVision Komponente

Die HiVision Komponente erinnert ein wenig an die Funktion von Google Lens. Dank der HiAI Mobile Computing Plattform soll es hier ermöglicht werden, die bereits aus der EMUI Kamera App bekannten Szenenerkennung auch für Drittanbieter Apps zu nutzen. Diese Möglichkeit soll dafür sorgen, problemlos Passports, Barcodes, Fahrzeuge und viel mehr Gegenstände zu erkennen und identifizieren. Mit HiVision könnte Huawei den Funktionsumfang von dem bekannten Google Lens sogar noch erweitern und toppen wollen.

HiAssistant Suche

Auch eine eigene Art Suchmaschine soll dem HiAssistant verpasst werden. Somit besteht die Möglichkeit, nach Musik, Flugtickets oder Zugtickets, öffentlichen Verkehrsmitteln oder einfach einem guten Restaurant zu suchen. Darauf aufbauend, soll die Suche auch eine Stufe tiefer gehen – so findet man z.B. bestimmte Musikalben, Bücher, Filme und mehr.

HiAssistant Suche

 

Alles in Allem, klingt der HiAssistant nach einem sehr interessanten neuen Feature, welches viel Potenzial bietet. Schade ist es meiner Meinung nach, dass Huawei nicht den Schritt eines globalen Rollouts geht und sich stattdessen nur auf China konzentriert. Ein Schritt, wodurch der Assistent für viele Nutzer hier bei uns hinfällig wird. Schließt man daraus die Folge, werden sich immer mehr an Alexa, Siri oder den Google Assistant gewöhnen. Ob es Huawei dann noch schafft, eine hier für uns konkurrenzfähige Lösung anzubieten, dürfte in den Sternen stehen. Noch bin ich in der Hoffnung, dass der HiAssistant nach China auch schnell seinen Weg in unsere Region findet.

 

Quelle: xda-developers

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Über den Autor

Dominik Ramb

22, Informatiker, technikbegeisterter Blogger, Tüftler und mittlerweile Rennfahrer in Vorruhestand.

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