Letztes Jahr habe ich bereits über den HiKey 960 berichtet. Hier hatte Huawei bereits 2016 ein High End Entwicklerboard präsentiert und zum Verkauf angeboten. Prinzipiell vorstellbar wie ein Raspberry Pi, arbeitet hier etwas mehr Dampf unter der Haube!

Präsentiert wurde der HiKey 970 am 19.03.2018 im Rahmen der Linaro Developer Conference in Hong Kong.

Nachfolger mit Kirin 970

Wie der Name des Boards bereits ankündigt, arbeitet auf der neuen Mini-Plattform das aktuellste Huawei SoC (System on Chip). Mit dem Kirin 970 bekommt man hier nicht nur ordentlich Power, sondern auch erstmals Zugang zur NPU (Neural Processing Unit). Diese sorgt bekanntlich zur Berechnung von künstlicher Intelligenz. Bekannt ist der Chip bereits aus dem Huawei Mate 10 Pro oder dem honor View10. In Kürze wird dann auch die P-Serie mit dem P20 und P20 Pro auf die neue Technik vertrauen.

Huawei Kirin 970 Chip

Geht man etwas genauer auf den Kirin 970 ein, fällt hier sofort auf – es besteht Verknüpfung zum Kirin 960. Denn auch hier schlagen im Inneren vier ARM Cortex-A73 Kerne mit einer Taktung von 2,36GHz sowie vier ARM Cortex-A53 Kerne mit 1,8GHz. Abgerundet wird dieses Leistungspaket noch zusätzlich durch die Mali-G72MP12 GPU. Was hinzukommt und das SoC dominiert, ist die NPU. Diese kann einige notwendige und intelligente Prozesse übernehmen und das Gerät im Allgemeinen beschleunigen.

Ausstattung des HiKey 970

Leistungsstarke 6GB Arbeitsspeicher und einen microSD Slot für beliebigen internen Speicher. Zusätzlich bringt das kleine Board noch einen HDMI 2.0a Anschluss, mit welchem auch problemlos 4K Displays betrieben werden können. Eingabegeräte oder Datenträger lassen sich mit einem der zwei USB 3.0 oder mit Hilfe der zwei USB Typ C Anschlüsse verbinden.

Interessant dürfte nun sein, welche Betriebssysteme auf dem HiKey 970 betrieben werden können. Neben dem bekannten Android bestätigt Linaro und Huawei zusätzlich die Wahl zwischen Debian oder Ubuntu. Eine Lösung aus dem Haus Microsoft ist derzeit nicht bekannt, somit bleibt der Playground unter Linux vorprogrammiert.

Verglichen mit dem HiKey 960 aus dem Vorjahr, hat man hier nochmal ordentlich optimiert! Denn hier wurde einem nur die Hälfte an Arbeitsspeicher sowie ein älterer HDMI Anschluss spendiert. Folge war, dass man von einer solch feinen 4K Wiedergabe nur träumen konnte.

Huawei HiKey 970

 

Anwendungszwecke

RetroPi, Musikbox Pi und viele andere Projekte gibt es bereits auf Basis des Raspberry. Würde man dies auf den HiKey 970 übertragen, könnte man sicherlich von einem nur leicht angekratzten Potenzial und gleichzeitig teuren Spaß reden. Denn im Gegensatz zum Raspberry Pi bewegen wir uns mit diesem Huawei Entwickler Board in einer ganz anderen Welt. In einer Welt, in welcher wesentlich mehr Projekte realisiert werden können.

Wie Linaro wirbt, könnte das Produkt sogar im Smart City oder Automotive Bereich seinen Einsatz finden – also sprechen wir von einem Enterprise Produkt? NEIN, das denken wir nicht!

Viel mehr wird das Board meiner Meinung nach seinen Anwendungszweck in leistungsstarken und intelligenten Smart Homes finden, welche pro Consumer / Konsument unabhängig genutzt werden kann. Auch kann der HiKey 970 als Mini PC und Mediaplayer im Wohnzimmer eingesetzt werden, um eigene Inhalte z.B. einem NAS auf den TV abzubilden. Wieso das Gerät für uns nicht in den Enterprise Bereich fällt? Nun ja, im Endeffekt kann man den HiKey 970 als vollwertigen Client mit Oberfläche ansehen. Betrachtet man sich hingegen beispielsweise den Bereich rund um NB-IoT (Narrowband Internet of Things), wäre ein solches Board bereits überdimensioniert. Zur Verdeutlichung ist der Sender hier nicht größer als die Miene eurer Kugelschreiber. Ansonsten ist zu bedenken, dass der HiKey durch einen ARM SoC angetrieben wird – dieser ist nicht für Enterprise ausgelegt und dient lediglich dazu, Android, XBMC oder optional ein kleines Linux zu betreiben.

Verfügbarkeit und Preis

Erhältlich wird der HiKey 970 für seine interessierten Entwickler ab Mitte April sein. In welcher Preisklasse das Board mitspielt, hat man bisher noch nicht verlauten lassen. Natürlich liegt man hier wesentlich höher als mit einem Raspberry Pi, bekommt technisch betrachtet allerdings auch ein Spitzengerät der High End Klasse geboten. Orientieren wird man sich demnach mit großer Wahrscheinlich am Vorgänger, dem HiKey 960. Dieses Board hat zum Verkaufsstart ungefähr 220 Euro gekostet. Ob die älteren Modelle somit automatisch günstiger werden, bleibt weiterhin offen. Sobald wir weitere Informationen erhalten, teilen wir diese natürlich mit euch!

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Über den Autor

22, Informatiker, technikbegeisterter Blogger, Tüftler und mittlerweile Rennfahrer in Vorruhestand.

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