Ein besonders leistungsstarkes Entwicklerboard mit Octa-Core Prozessor soll das HiKey 960 der 96Boards Initiative werden. Unter der Haube steckt der Chipsatz Kirin 960 von HiSilicon, welchen wir bereits aus den Top Geräten wie dem Huawei Mate 9, P10 und P10 Plus kennen.

Internet of Things auf allerhöchstem Niveau: Mit dem HiKey 960 Board bietet Linaros 96Boards Initiative eine starke und schnelle Hightech Basis mit enormen Leistungsreserven. Eingesetzt wird der Chipsatz bereits in den aktuellen Flaggschiff Modellen von Huawei – nun sollen auch Entwickler davon profitieren.

Was ist die 96Boards Initiative?

Die von der Linaro Organisation ins Leben gerufene 96Boards Initiative konzentriert sich auf die Pflege von Soft- und Hardware, welche auf den aktuellen ARM Systemen zum Einsatz kommt. Daraus ergeben sich Plattformen wie der HiKey 960, mit welchem Entwickler beispielsweise neue Applikationen oder Anwendungen testen können. Außerdem können die kleinen Platinen oftmals eine bedeutende Rolle in einer Steuereinheit wie beispielsweise einem Roboter oder einer Drohne einnehmen.

Zu den Mitgliedern der 96Boards Initiative zählen neben dem Huawei Tochterunternehmen HiSilicon unter Anderem MediaTek, LeMaker, Texas Instruments und Fujitsu.

Wem ein Raspberry Pi, welcher sich auch an Hobbybastler und Spielkinder richtet, zu schwach wird, sollte eine passende und leistungsstärkere Lösung bei der 96Boards Initiative finden können.

Starke Hardware, kleines Format

Der Highend Octa-Core Chip setzt auf eine ARM-big.LITTLE Architektur, bestehend aus vier Cortex A73 Kernen mit maximalen Taktraten von 2,4 GHz und vier Cortex A52 Kernen mit 1,8GHz.

Außerdem stehen dem Board 3GB LPDDR4 SDRAM als Arbeitsspeicher zur Verfügung. Der interne Flash Speicher von 32GB verfügt über die neue UFS-2.1 Technologie, wodurch schnellere Datenzugriffe garantiert werden. Auch in Sachen Grafik macht das Board mit einem Mali G71 MP8 eine ordentliche Ansage gegenüber der Konkurrenz.

Zum Input/Output gehört ein Anschluss für HDMI 1.2a, USB 2.0 Typ C OTG, zwei USB 3.0 Typ A sowie ein Slot für MicroSD Karten. Zur weiteren Ausstattung zählt Dualband WiFi 802.11 b/g/n/ac und Bluetooth 4.1. Sogar mit einer M.2 Schnittstelle kann der HiKey 960 neben den 40- und 60-Pin Anschlüssen dienen.

LeMaker HiKey 960 Hardware

Google mit Android an Board

Zum Verkaufsstart des Entwicklerboards steht als Betriebssystem nur Android (AOSP) auf Basis von Linux 4.4 zur Verfügung. Linaro arbeitet bereits eng mit Huawei zusammen, um einen weiteren Android Kernel zu entwickeln, welcher auf Basis von Linux 4.9 laufen soll. Umso mehr sollte es einige Entwickler freuen, dass auch verschiedene Linux Distributionen künftig unterstützt werden sollen. Somit könnten viele Entwickler von einem Linux basierenden und leistungsschwächeren Raspberry Pi auf den HiKey 960 wechseln und neue Projekte in Angriff nehmen. Um welche Distributionen es sich im Genauen handeln soll, wird nicht weiter ausgeführt.

Zur Info – AOSP = Android Open Source Project

 

AOSP Framework

 

 

Der Preis des HiKey 960 ist heiß – auch bei uns

Sicherlich ist uns Allen der Raspberry Pi ein Begriff. Ein kleiner netter Allrounder, welcher wie die meisten Boards für verschiedenste Anwendungszwecke zum Einsatz kommen kann (Heimautomatisierung, Media Center, VPN Server und mehr). Wer den HiKey 960 nun in dieser 40€ Preisklasse vermutet, hat sich schwer getäuscht. Wie auch bei den Smartphones, kann man hier sicherlich von Low-End, Mittelklasse und High-End Geräten sprechen. Während sich der Pi mit seiner meist ausreichenden Ausstattung im Low-End Bereich bewegt, verortet sich der HiKey 960 definitiv im High-End Bereich der Entwicklerboards. Etwa 220 Euro muss man für das Hightech IoT Board auf die Ladentheke legen, also etwas mehr als das 6-fache eines Raspberry Pi. Ansprechen möchte Huawei hier vor Allem Android Entwickler, für Hobbybastler ist der HiKey 960 zwar ein leistungsstarkes aber gleichzeitig teures Spielzeug.

Erhältlich ist das Board ab Mai 2017 bei Lenovator, Seeed oder dem deutschen Distributor AllNet. Bei Amazon Deutschland ist das Produkt bisher nur das Vorgängermodell HiKey im Verkauf. Ob das neue Modell in Kürze angeboten wird, ist unklar.

 

Quelle: AOSP, 96boards, Lenovator, LeMaker

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Über den Autor

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20, Informatiker, technikbegeisterter Blogger, Tüftler und mittlerweile Rennfahrer in Vorruhestand.

2 Kommentar(e)

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Ali

Wieder was dazugelernt, besten Dank Dominik für diesen Bericht von Dir.

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Hans-Thomas Müller

Für den Preis wird das Board in der Baste-Community nicht viele Abnehmer finden. Die Ausstattung mag zwar toll sein, aber für 220 Euro bekommt man schon ein fertiges NAS Gehäuse z.B. von Synology. Maximal 100 Euro ist die Schmerzgrenze.

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