Huawei_Y530Huawei ist im vergangenen Jahr mit dem Huawei Ascend Y300 ein echter Volltreffer gelungen. Noch vor allen anderen großen Herstellern konnte man hier ein Einsteiger-Smartphone zu einem sehr günstigen Preis anbieten. Genau das kam auf dem Markt an.

Denn nicht jeder braucht ein 800 Euro Smartphone, dass ihm auf Sprach-Kommando die aktuellen News vorliest oder via Fingersensor den Puls misst. Viele suchen einfach nur die Mobilität des guten alten Handys, gepaart mit den Vorteilen des mobilen Internets und einer (Schnappschuss-) Kamera. Dies reicht vollkommen aus, um erreichbar zu sein, in Kontakt zu bleiben und sich in den Social Media wie Facebook, Twitter, Google+ oder Instagram zu tummeln.

Das alles bietet das Ascend Y300 und dafür wurde es in diversen Charts bei den Preis-Leistungs-Siegern geführt und als EInsteiger-Smartphone sehr gut verkauft.

Folgerichtig präsentierte Huawei hier Anfang des Jahres den Nachfolger; das Huawei Ascend Y530.

Über die Modellbezeichnung wird dies auf den ersten Blick nicht ganz ersichtlich. Zumal kurze Zeit später auch das Ascend Y330 präsentiert wurde. Von den Rahmendaten – Hardware, Ausstattung und Preis – ist aber das Ascend Y530 eindeutig als legitiemer Erbe des Ascend Y300 anzusehen.

 

Unboxing

Die Verpackung kommt schlicht und einfach daher; ein weißer Karton, auf dem das Gerät und die wichtigsten Informationen aufgedruckt sind.

Huawei_Y530_Unboxing

Aber wie immer zählen ja die Inhalte und die sehen wie folgt aus:

  • Ascend  G530
  • Akku
  • Netzteil
  • USB-Kabel
  • Stereo-Kopfhörer
  • Kurzanleitung (nicht im Bild)
  • Garantieinformationen (nicht im Bild)

Wie immer auch mein erster Eindruck: der Unterschied zum Ascend Y300 ist natürlich, dass der Nachfolger größer ausgefallen ist. Optisch liegen wir hier sehr nahe beim Huawei Ascend G615.

 

Technische Daten

Schaut man sich die technischen Daten an und vergleicht diese mit dem Vorgänger, dann wird man keine großen Überraschungen und Veränderungen finden. Die offensichtlichste habe ich gerade schon genannt. Denn das Display ist von 4 Zoll (10,2 cm) auf 4,5 Zoll (11,4 cm) gewachsen; die Auflösung ist von 800 x 580 Pixeln (Y300) leicht gestiegen auf 854 x 580 Pixel beim Ascend Y530.

Eine weitere Optimierung findet man beim verwendeten Prozessor. Hier kommt nun der Dual Core Snapdragon 200 mit Adreno-302-GPU (Qualcomm MSM8210) zum Einsatz, der mit 1,2 GHz getaktet ist. Beim Ascend Y300 war es noch der Snapdragon S4 Play (Qualcomm MSM8225) mit 1,0 GHz.

Die weiteren Verbesserungen finden sich im Bereich Konnektivität. Hier ist nun zeitgemäß Bluetooth 4.0 vorhanden (Y300: Bluetooth 2.1 + EDR) und der mobile Downstream (HSDPA) ist nun bis zu maximal 21,00 MBit/s (Y300: max. 7,2 MBit/s) möglich.

Die vollständigen technischen Daten findet ihr wie immer auf unserer Ascend Y530 Geräteseite.

 

Design/Verarbeitung

Einfach, aber solide. So würde ich das Fazit für Design und Verarbeitung mal vorweg nehmen. Ebensowenig, wie man bei C&A Haute Couture erwarten darf, darf man bei einem Smartphone im Einsteigersegment rafinierte Designs oder hochwertige Materialien erwarten.

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Die Front wird von dem 4,5 Zoll großen Display bestimmt, welches von einem Rand umgeben ist, der aber in diesem Preissegment einfach üblich ist. Darunter befinden sich die drei kapazitiven Standardtasten von Android – Zurück, Home und Menü.
In der rechten oberen Ecke befindet sich die kleine Nachrichten-LED, die neben akustischem Signal und Vibration über neue Nachrichten informiert.

Das Gehäuse selber besteht aus Kunststoff. Zwei Leisten in Aluminiumoptik sollen das ganze etwas aufwerten. Der Akkudeckel ließ sich problemlos und vollständig schließen. Die entstehenden Spaltmaße sind sehr gering und gleichmäßig. Auch lästige Knarzgeräusche waren dem Ascend Y530 nicht zu entlocken.

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Der Anschluss für den Micro-USB befindet sich unten am Gerät; am oberen Rand findet sich in gewohnter Manier der Klinkenanschluss.
Auf der Rückseite befindet sich im oberen Bereich mittig die Hauptkamera. Daneben finden sich LED_Blitz und Lautsprecher.

Alle Aussparungen  sind sauber gearbeitet und lassen keinen Spalt erkennen.

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Die Tasten zum Ein-/Ausschalten, sowie zur Lautstärkeregelung finden sich auf der linken Geräteseite.
Der Druckpunkt ist bei allen Tasten spürbar und reagiert gut. Insgesamt merkt man aber doch, dass es sich hier um ein Einsteigergerät handelt, da sich die Tasten selber etwas „schwammig“ anfüllen, wenn man sie betätigt.

 

Display

Das Display ist – wie schon gesagt – im Gegensatz zum Vorgänger deutlich größer geworden und misst nun 4,5 Zoll bei 480 x 854 Pixel (218 ppi). Die Farben werden werden insgesamt gut und natürlich dargestellt. Bei Sonneneinstrahlung oder bei größeren Blickwinkeln kann das TFT-Display des Ascend Y530 aber nicht mit einem IPS-Display mithalten. Hier wird die Sicht deutlich beeinträchtigt, bzw. die Farben werden mit zunehmendem Blickwinkel verfälscht wahrgenommen.

Insgesamt muss man feststellen, dass das Display für das Einsteiger-Segment dem Standard entspricht, also sich weder negativ, noch positiv gegenüber vergleichbaren Geräten abhebt.

 

Software

Hier kommt ein weiterer – vielleicht ausschlaggebender – Unterschied zum Ascend Y300 zum Tragen; denn beim Ascend Y530 kommt Android in Version 4.3 Jelly Bean zum Einsatz.
Zunächst war ich darüber überrascht, da es doch eher eine selten genutzte Version von Jelly Bean ist. Aber in dieser sind zumindest einige Fehler und Bugs der Vorgängerversionen – vor allem 4.1 welche beim Ascend Y300 zum Einsatz kommt – behoben.

Schon beim ersten „Herumprobieren“ spürte man den Performanceunterschied. Alles läuft doch deutlich flüssiger und ohne größere Ruckler.
Allerdings sind diese durchaus vorhanden. Auch die ein oder andere Denkpause muss man durchaus mit einplanen. Hauptursache hierfür dürfte der RAM sein, der lediglich 512 MB beträgt (siehe auch Punkt Ausstattung->Speicher).

Die Oberfläche wird natürlich wieder durch Huawei’s Emotion UI bestimmt, bei der es keinen eigenen App-Drawer gibt, sondern alle Elemente – egal ob Apps, Ordner oder Widgets – frei auf den Homescreens abgelegt werden können.

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Hinzu kommt in dieser Version noch die Simple UI. Damit möchte Huawei es den Smartphone-Einsteigern besonders leicht machen.
Die Oberfläche besteht zunächst lediglich aus 3 Homescreens mit großen Kacheln. Das Design erinnert hier natürlich stark an WindowsPhone.

Ein Teil der Kacheln ist fest belegt, ein anderer Teil kann mit den bevorzugten Anwendungen selber frei belegt werden. Alle verbleibenden Anwendungen finden sich dann in einer Art App-Drawer wieder, von wo aus sie aufgerufen werden können.

Gerade für Einsteiger sicher eine interessante Idee, die in meinem persönlichen Umfeld bei genau diesem Personenkreis durchaus aus Sympathie stieß!

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Im AnTuTu-Benchmark schlug sich das Ascend Y530 tapfer mit 12.165 Punkten. Wer also auf die aktuellsten 3D-Rennspiele steht, ist mit diesem Gerät sicher schlecht beraten. Wer aber überweigend die Vorzüge des mobilen Internets, Social Media, Instant Messaging und das ein oder andere Spiel als Anwendungsbereich hat, der macht hier absolut nichts falsch und wird durch flüssige Wiedergaben und zügige Bearbeitung überzeugt.

 

Ausstattung

Kamera

Die 5 Megapixel Hauptkamera des Ascend Y530 eignet sich für Schnappschüsse, am besten bei guten Lichtverhältnissen. Motive die nicht zu weit entfernt sind und scharf und zentriert aufgenommen werden, schafft die Mamera mit f/2.8-Blende und Autofokus gut. Aufwendige Landschaftsaufnahmen, Tiefenschärfe, ungünstige Lichtverhältnisse, das alles ist nichts für das Ascend Y530.

Huawei_Y530__Kamera2Huawei_Y530_Kamera_1

Zwar wird die Kamer durch einen LED-Blitz unterstützt, aber das Bildrauschen nimmt deutlich zu, je schlechter die Lichtverhälnisse sind.

Gleiches spiegelt sich auch bei Videoaufnahmen wieder, die aber immerhin auch in HD-Qualität (1280×720 Pixel) aufgenommen werden können.

Die spärliche 03, Megapixel Frontkamera ist wirklich nur für das schnelle Selfie oder eine einfache Videotelefonie geeignet.

Alles in allem dürfte diese Aussattung aber die Bedürfnisse des potentiellen Y530 Käufers absolut abdecken. Zumal selbst Blockbuster-Geräte bei der Kamera und schlechten Lichtverhältnissen – aus meiner Sicht – auch nicht viel mehr liefern, als Schnappschuss-Fotografie.

Speicher

Der RAM beträgt weiterhin 512 MB. WARUM Huawei?! Das ist definitiv nicht mehr zeitgemäß. Spendiert doch auch diesem Segment endlich 1 GB RAM. Damit sorgt man nochmal für verbesserte Performance und preislich dürfte das – wenn überhaupt – kaum ins Gewicht fallen.

Der interne Speicher ist mit 4 GB ebenfalls recht klein, ABER hier besteht – wie bei (fast) allen Huawei Modellen die Möglichkeit, die externe microSD als Standardspeicher festzulegen. Hierbei findet dann tatsächlich App2SD statt. Und da bis zu 32 GB microSD Speicher (garantiert) unterstützt werden, dürfte das Problem mit dem geringen 4 GB internen Speicher nicht wirklich eines sein..

Konnektivität

Ein Punkt der sich in meinen Tests immer wiederholt ist die gute Konnektivität der Huawei-Geräte. Egal ob Einsteiger-Segment oder Oberklasse, dieser Punkt stimmt einfach immer.

Selbst unter ungünstigen Umständen (Stahlbetonbau) bot das Huawei Ascend Y530 (fast) durchgängig das 3G/H-Netz an. Die Sprachqualität war ordentlich, klar und es kam nie zu einem Hall- oder Echo-Effekt. Die Verständigung mit dem Gesprächspartner war stets einwandfrei.

GPS/Navigation

Bislang muss ich sagen, dass ich mit den Huawei-Geräten noch nie große Probleme hatte. Manchmal dauert der erste Fix etwas, aber alle zukünftigen sind relativ zügig.

Sowohl beim Test als Navi im Auto mit Google Maps und Navigon zeigte das GPS keine Aussetzer und war sehr akkurat.

Sound

Der Sound beim Musikhören ist über den Lautsprecher okay, aber eben auch nicht mehr. Natürlich kann hier ein Einsteiger-Gerät nicht mit den Blockbustern a la HTC und BoomSound mithalten.

Leider weicht Huawei auch nicht von den stets mitgelieferten Knopfsteckern bei den Kopfhörern ab. Diese sind nicht nur unagenehm zu tragen und nicht mehr zeitgemäß, sondern bieten ebenfalls kein faszinierendes – wenn auch annehmbares – Sound-Vergnügen.

Hier würde ich mir für die Zukunft endlich mal ein paar einfache In-Ear-Kopfhörer wünschen.

Akku

Wo es Kritik gibt, da gib es dann doch am Ende auch nochmal ein Highlight. Denn der Akku hat mich überrascht. Und das, obwohl er gegenüber dem Vorgänger Ascend Y300 von 1.950 mAh auf 1.750 mAh verkleinert wurde.

Eigentlich nicht ganz zeitgemäß, aber im Test stellte sich das gar nicht als problematisch dar.

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Wie man auf dem linken Screenshot sieht, erreicht man bei einer zurückhaltenden Nutzung eine erstaunliche Laufzeit. Zurückhaltend meint dabei, dass zwar alle Synchronisationenn aktiv sind – ebenso WLAN, GPS, mobile Daten, etc. – aber die Nutzung vor allem auf ein bisschen Instant Messaging, Social Media checken, ein paar Schnappschüsse mit der Kamera und 1-2 Telefonate „beschränkt“ ist.

Aus meiner Sicht dürfte dies die realistische Nutzung eines Nutzers sein, der sich ein solches Smartphone zulegt.

Aber selbst beim Test des GPS (rechter Screenshot), bei dem eine deutlich höhere Displaylaufzeit vorhanden ist und Maps die ganze Zeit zum Einsatz kam, erreicht man immer noch eine Akkulaufzeit von annähernd 2 Tagen!

Und genau das dürfte ebenfalls den Einsteiger freuen, der eben nicht – wie mancher Power User – ständig im Blick hat, wo die nächste Steckdose ist.

 

Fazit

Ich bin etwas hin- und hergerissen. Auf der einen Seite ist es für den Einsteigerbereich ein ordentliches Gerät zu einem sehr guten Preis.

Allerdings muss man ganz klar sagen, dass auch die Mitbewerber dieses Einsteiger-Segment inzwischen für sich entdeckt haben. Und die hier angebotenen Konkurrenzprodukte sind dem Huawei Ascend Y530 technisch überlegen. Und das für rund 50 Euro mehr.

So kommt der Vorteil, den das Ascend Y300 hier vor allem durch seinen unschlagbaren Preis erzielte, beim Ascend Y530 nicht mehr in diesem Maße zum Zug!

Kein Preis-Leistungs-Sieger

Wer also vom klassischen Handy auf ein Smartphone wechseln möchte und bei dem der Preis eine hohe Priorität hat, der kann hier nichts falsch machen. Wer „mehr“ von einem Smartphone erwartet, sollte lieber ein paar Euro drauflegen und sich in der nächsthöheren Kategorie umschauen.

 

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Über den Autor

Avatar for Marco

Blogger - Freelancer - Lebemann - Spaßkanone verheiratet, Familienvater, Sport-Fan, “Technik-Nööörd”, Social Media begeistert. (Fast) Immer gut drauf, witzig, nachdenklich, konstruktiv, neugierig, ironisch – gerne auch mal sarkastisch oder gar zynisch….!

2 Kommentar(e)

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Mancus Nemo

Interessanter wäre die Root beziehungsweise Cyangenmod möglichkeiten. Und ob vielleicht das Simpelui auch für das Huawei Y300 raus kommt oder ähnliches.

Leider scheints ja beim Y300 ziemliches gefrickel zu sein.

mfg

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Autor
Marco

Ob sich die Entwickler Community auch dem Y530 widmet, ist natürlich schwer vorherzusagen.
Ob auch das Y300 noch ein Software-Update bekommt, wage ich schon zu bezweifeln. Aber es gibt für das Y300 schon länger eine gut funktionierende CyanogenMod Versionen.
Informationen zur aktuellsten Version CM11 (Android 4.4.2 KitKat) findest Du in unserem Partner Forum Handy-FAQ.de: http://www.handy-faq.de/forum/huawei_ascend_y300_forum/300422-huawei_ascend_y300_cyanogenmod_11_android_4_4_2_a.html

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