Huawei MediaPad M2 10 - Erfahrungsbericht

Mediapad M2 10 – ein persönlicher Erfahrungsbericht

Vor kurzem stellte Huawei auf der IFA sein neuestes Tablet vor, dass Huawei Mediapad M3. Da ich allerdings ein 10 Zoll Gerät wollte, habe ich nicht auf das M3 gewartet, sondern mir schon vor einigen Wochen, dass Mediapad M2 10 – Version A01W (Premiumversion, Wifi only) – gekauft. Der für mich ausschlaggebende Kaufgrund war der M-Pen. Ich arbeite am liebsten mit Eingabestiften, weil es sich damit viel präziser tippen lässt und die Geräte nicht von verschmierten Fingerabdrücken verunziert werden. Bei der großen Mehrheit der Geräte kann man hierfür lediglich auf die üblichen kapazitiven Stifte zurückgreifen, die es bei Amazon und Ebay schon für kleines Geld in allen möglichen Farben zu kaufen gibt. Diese haben allerdings den großen Nachteil, dass sie schnell abnutzen und sich zum Scrollen weniger gut eignen. Daher habe ich begeistert zugeschlagen, als Huawei das Mediapad M2 10 mit dem M-Pen in den Handel brachte.
Nun einige Wochen später ist es Zeit für ein Resümee:

Optik des Mediapad M2 10

Zuerst möchte ich kurz auf die Optik eingehen, da diese nun einmal das Erste ist was man sieht. Die in Deutschland erhältlichen Mediapad M2 10-Tablets haben einen schicken Metall-Unibody in silber. Nun ja, wenn ich silber sage, meine ich dass die Rückseite silbermetallig ist, die Front ist leider nur langweilig plastik-weiß. Was bedauerlicherweise ein sehr häufiges Phänomen ist, schicke Rückseite langweilige Front. Vielleicht sollte ich mir angewöhnen mehr die Rückseite meines Tablets zu nutzen, damit ich diese besser bewundern kann. Leider wird man Angewohnheiten nur schwer wieder los, ich nutzte mein Tablet immer wieder mit der Vorderseite. 😉
Nun Spaß beiseite, ich fände es einfach schöner, wenn es mehr Farben zur Auswahl gäbe, möglichst metallische und diese bitte auch auf der Front. Die geleakten Farben des kommenden Mate 9 sind schon mal ein guter Anfang, ebenso das neue Rot beim Huawei P9. Auch das violette P8, welches als Sonderfarbe letztes Jahr auf der IFA gezeigt wurde, gefiel mir ausgesprochen gut, leider kam es bei uns nie in den Handel.


Bevor wir uns nun dem Für und Wieder der einzelnen Funktionen zuwenden, möchte ich kurz auf mein Nutzungsverhalten eingehen. Das Tablet ist für mich kein Arbeitsgerät, wenn ich längere Texte schreibe, egal ob beruflich oder privat, Tabellen erstelle, Fotos oder Videos bearbeite, nutze ich vorzugsweise meine alten Windows-PC mit Tastatur und Maus. Gewiss kann man dies alles auch mit Android machen eine Tastatur mit Mousepad funktioniert am Tablet tadellos aber für diese Tätigkeiten bevorzuge ich einen großen Monitor, selbst ein 10 Zoll Tablet ist mir für solchen Arbeiten zu klein und nur im Notfall nutzbar. Nein mein Tablet ist für mich in erster Linie zum gemütlichen Surfen auf der Couch, es dient als Ebook-Reader und als „Spielkonsole“.

M-Pen

Der M-Pen war wie gesagt für mich das Hauptargument zum Mediapad M2 10 zu greifen, endlich ein Stift der nicht schon nach knapp zweiwöchiger Nutzung Verschleißerscheinungen zeigt. Ich nutze ihn fast ständig, für die allgemeine Bedienung, in Spielen und für kurze Notizen und bin rundum zufrieden. Die Reaktion erfolgt ohne Ruckler oder Verzögerungen und ist absolut präzise. Auch in den meisten Spielen tut der M-Pen problemlos seinen Dienst. Getestet habe ich “ Magische Puzzles“, „The Inner World“ und „Minions Paradise“. Nur bei letzterem konnte ich den Pen nicht vollumfänglich nutzen, sondern nur auf direkten Aktionsfeldern. Da dies aber die Ausnahme war, dürfte hier das Problem wohl beim Spiel und nicht beim Tablet bzw. M-Pen liegen.
Mediapad M2 10

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Handschriftfunktion

Natürlich gibt es zum M-Pen auch noch eine Handschrifterkennung, die als alternative „Tastatur“ bei Nutzung des M-Pens automatisch startet (soweit nicht in den Einstellungen deaktiviert). Von dieser bin ich allerdings nicht so begeistert, sie funktioniert zwar im Großen und Ganzen recht gut, wenn aber doch etwas falsch erkannt wird, ist die Korrektur ziemlich umständlich. Am besten ist es das gesamte Word direkt zu überschreiben, allerdings ist die Fehlerwahrscheinlichkeit hierbei deutlich höher als im normalen Schreibfluss. Besonders problematisch sind Mischungen aus Buchstaben und Zahlen, hier miss-interpretiert die Handschriftfunktion die Zahlen oft als Buchstaben. Auch vermisse ich bei der Handschriftfunktion die Wortvorschläge, sodass man jedes Wort voll ausschreiben muss. Damit ist leider jeglicher Zeitvorteil, den man sonst gegenüber der normalen Eingabe erreichen könnte wieder verloren.

Zeichenapp – Bamboo Paper

Die Zeichnen-App Bamboo Paper ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Premiumversion des Mediapad M2 10. In dieser App könnt ihr mit dem M-Pen euer kreatives Potential ausleben und tolle Bilder zeichen. Ich habe die App extra für euch ausprobiert, obwohl ich wie ich gestehen muss leider kein Zeichentallent bin. Nach über einer Stunde des Herumprobierens habe ich aber frustriert aufgegeben. Dies ist nur etwas für wirkliche Zeichenprofies, bei denen jeder Strich sitzt.
Meine unbeholfenen Versuche waren ein Fiasko, da ich langsam und ungeübt bin waren die Striche sehr verwackelt und die Fortsetzung eines einmal unterbrochenen Strichs ist sehr schwierig, da man kaum die richtige Stelle trifft. Auch auf Papier vollbringe ich definitiv keine Meisterwerke aber auf der glatten Glasoberfläche eines Tablets ist es noch wesentlich schwieriger. Bei mir kam jedenfalls nur kindliches Gekrakel heraus, welches ich euch lieber erspare. Da aber sicher die wenigsten von euch sich mit Pablo Picasso oder Salvador Dalí vergleichen können, werdet ihr mir dies gewiss nachsehen. 😉
Einen Eindruck von den Möglichkeiten die man bei entsprechden Können hat bekommt ihr hier.

Display

Wie Marco schon in seinem ersten Test des Mediapad M2 10 geschrieben hat gibt es ein 10.1 Zoll IPS Full HD (1.920*1.200) Display mit guter Bildschärfe und stabilen Blickwinkel. Das leicht flexible Display, welches unserer damaliges Testgerät aufwies, gibt es beim finalen Tablet allerdings nicht mehr. Stattdessen hat das Tablet ein normales Glasdisplay, welches zwar nicht aus Gorilla Glas besteht aber bei mir trotzdem noch keinerlei Kratzer aufweist.

Sicherheit

Auch die Sicherheit ist natürlich ein wichtiger Punkt, den ich daher auch nicht unterschlagen will. Hier kann ich aber kurz und knapp berichten, dass bei der Sicherheit alles bestens ist. Alle Stagefright–Lücken sind geschlossen und vom QuadRooter-Problem ist es durch den verbauten Kirin-Prozessor nicht betroffen.

Tonqualität

Die Audioqualität ist wie schon im ersten Test beschrieben für ein Tablet wirklich sehr gut. Ich höre zwar nur selten Musik mit dem Tablet aber auch beim Videoschauen, lernt man den guten Sound schnell schätzen.

Akku des Mediapad M2 10

Der 6660mAh-Akku ist eine tolle Sache, der dem Tablet eine gute Laufzeit beschert, er hat aber auch eine weniger angenehme Kehrseite. Er macht das Tablet ziemlich schwer, knapp 500g erscheinen im ersten Moment nicht viel, machen sich aber beim längeren Halten, doch unangenehm bemerkbar. Dies ist auch der Grund warum ich das mitgelieferte Smart Cover nicht nutze. Es sieht zwar gut aus und ist auch recht praktisch, bringt aber zum ohnehin schon ordentlichen Tabletgewicht noch einmal gut 200g dazu, was mir beim längerem „In-der-Hand-haben“ definitiv zu schwer ist. Hat man natürlich die Möglichkeit das Tablet irgendwo hinzustellen, z.B. um sich einen Film auf dem Tablet anzuschauen, ist das Cover sehr nützlich, da es auch als Stütze genutzt werden kann.

Kamera

Die rückseitige Kamera des Mediapad M2 10 macht für ein Tablet wirklich gute Aufnahmen, mit sehr wirklichkeitsgetreuen Farben. Zwar finde ich das Fotografieren mit einem zehn Zoll großen Tablet nicht besonders praktisch. Aber wen das nicht stört, der kann seine Urlaubsfotos auch mit dem Mediapad schießen.

Updates

Für viele Nutzer ist auch die Update-Versorgung der Geräte ein wichtiges Argument bei der Entscheidung für oder gegen ein Gerät. Hier sieht es leider schlecht aus. Während Huawei bei seinen Smartphones mittlerweile eine gute Updatepolitik bietet, haben wir bei den Tablets immer noch denselben Zustand wie vor drei Jahren. Obwohl das Mediapad im Frühsommer 2016 in den Handel kam, wurde es noch mit Android 5.1 und EMUI 3.1 ausgeliefert. Das Update auf Android 6.0 mit dem ich eigentlich fest gerechnet hatte ist bis heute nicht erschienen und wenn ich auf das übrige Tabletsortiment schaue, sieht es dort nicht besser aus. Auch ein Update auf Android 7.0 ist aufgrund des verbauten Prozessors (Kirin 930) sehr fraglich.
Mediapad M2 10

Fazit

Das Mediapad M2 10 ist ein gutes Tablet mit einem schönen Design, einem tadellosen Display, einer ordentlichen Kamera, einem sehr nützlichen Eingabestift und einem großen Akku. Noch verbesserungsfähig ist die Handschriftfunktion, besonders Wortvorschläge sollten hier unbedingt noch integriert werden. Allerdings sind weitere Verbesserungen nicht zu erwarten, da nach einigen fehlerbehebenden Updates kurz nach der Veröffentlichung anscheinend keine weiteren Updates mehr zur Verfügung stehen. Dies ist sehr schade, da es sich ansonsten um ein wirklich gutes Tablet handelt.
Da wohl auch ein Update auf Android 7.0 ziemlich unwahrscheinlich ist, appelliere ich dringen an Huawei zumindest das Update auf Android 6.0 und eventuell auch EMUI 5.0 doch bitte noch für die diesjährigen Tablets rauszubringen.

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11 Kommentare

  1. Jon 2. Oktober 2016
    • Jon 9. November 2016
      • Berit Engmann 9. November 2016
  2. Frank 22. November 2016
    • Berit Engmann 22. November 2016
      • Frank 23. November 2016
        • Berit Engmann 23. November 2016
  3. Frank 23. November 2016
  4. km 13. Februar 2017
  5. nichtbegeistert 6. Mai 2017
    • Karsten Wagner 15. Juli 2018

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