Heute haben wir uns für euch das Huawei Ascend G730 mal genauer angeschaut. Huawei hat das G730 vor kurzem offiziell auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt und wir verraten Euch, was Ihr von dem 5,5 Zoll großem Mittelklasse Smartlet erwarten könnt.

Technische Daten:

Huawei Ascend G730

Verpackung:

Huawei liefert das Ascend G730 in einer rechteckigen komplett weiß gehaltene Standardbox aus. Auf dieser sind weder das Smartphone selbst noch detailliertere technische Daten abgebildet.

Die Verpackung selbst besteht aus einem festen Karton Unter- und Oberteil. Nach Abnehme des Deckel findet man als erstes, wie zu erwarten, das Smartphone. Unter einem dünnem Zwischendeckel befindet sich dann das mitgelieferte Zubehör (siehe Lieferumfang). Da in der Verpackung ansonsten keinerlei „Schutzvorrichtungen“ vorhanden sind, erfüllt diese nur den nötigsten Zweck, der Aufbewahrung des Smartphone. Nicht mehr, nicht weniger, daher gibt es dazu auch nicht mehr zu sagen 😉

Lieferumfang:

Die Verpackung des Ascend G730 enthält folgenden Inhalt

  • das Smartphone
  • der Akku
  • ein USB-Kabel
  • ein Ladeadapter
  • ein Headset
  • eine Displayshutzfolie
  • und eine Kurzanleitung

Da Testgeräte manchmal mit anderem Zubehör als die Verkaufsversion ausgeliefert wird, lasst es uns bitte in den Kommentaren wissen, falls bei euch andere Inhalte in der Schachtel waren.

Verarbeitung / Design:

Das Design, des Ascend G730 weicht etwas von der ursrpünglichen Huawei Ascend Reihe ab. Waren die Vorgängermodelle Ascend G615 oder das Ascend P6 etwas kantiger, fällt das G730 abgerundet aus. Dies betrifft sowohl die „Ecken“ als auch die Rückseite.

Das Smartphone selbst ist, wie man so schön sagt, ein „Plastikbomber“ und mit einer Größe von 151,5 x 78,3 x 9,6 mm und einem Gewicht von 180gnicht gerade ein Winzling. Dennoch muss man sagen, dass die Haptik recht ansprechend ist. Obwohl es sich hier nur um ein Mittelklassegerät aus Polycarbonat handelt hat man nicht das Gefühl, dass Huawei hier gespart hat. Das gesamte Gerät liegt gut in der Hand und fühlt sich dazu noch recht gut an.

An der Verarbeitung gibt es kaum was zu bemängeln. Spaltmaße zwischen Display und Gehäuse sind zwar vorhanden, fallen aber gleichmäßig aus und sind so, dass da nicht viel Staub und Schmutz hängen bleibt.
Bei den Hardwaretasten Lautstärke und Power zeigt sich ein ähnliches Bild. Diese habe zwar ein leichtes Spiel, wackeln aber nicht unnötig und erzeugen daher auch keine störenden Klappergeräusche.

Der Akkudeckel sitzt, wenn er mal drauf ist, bombenfest und wackelt nicht. Auch hier sind die Spaltmaße nur minimal und geben keinen Grund Angst zu haben, dass das G730 schnell verstauben könnte. Wie bei vielen anderen Geräten ist jedoch der Akkudeckel wieder nicht frei von Kritik. Huawei hat hier, aus meiner Sicht, den Fehler gemacht und zu stark beim LG G2 abgeschaut. Der Akkudeckel ist wieder mal zu glatt und rutschig ausgefallen.

Display:

Das Display ist 5,5 Zoll groß, löst leider nur mit 960×540 Pixeln (qHD) auf, was bei dieser Display-Größe zur Folge hat, dass man bei genauem Hinsehenschon einige Unschärfen erkennt.

Das Display ist fast vollständig aus Glas. Ob es sich dabei um Gorilla Glass handelt, war leider nicht von Huawei erfahren. Das Glas ist aber trotzdem kratzfest und übersteht normale Beanspruchung ohne größere Schäden. Wer sich trotzdem Sorgen um sein G730 macht, der kann ja die mitgelieferte Display-Schutzfolie aufbringen.

Bei der Display Technologie setzt Huawei, wie bei vielen anderen seiner aktuellen Modelle, auf ein bewährtes TFT Panel. Dieses sitzt unter dem Glas. Auch wenn das einige jetzt für „Oldschool“ halten, macht dies im Alltagsgebrauch keine nenneswerten Unterschiede. Dennoch wäre es schön, wenn Huawei in Zukunft auf eine aktuellere Technologie, wie In-Cell oder OGS, schwenkt.

Kommen wir nun zum größten Schwachpunkt des Ascend G730, das Panel an sich. Wo die Auflösung noch das kleinere Übel ist, ist die Helligkeit nach heutigen Standards ungenügend. Man muss hier den Regler schon ganz hoch drehen um bei Tageslicht im Freien noch halbwegs arbeiten zu können.
Weiter lässt der Kontrast und auch die Farbdarstellung zu wünschen übrig. Diese sind nur bei maximaler Helligkeit passabel. Bei mittlerer Helligkeit wirkt zudem alles so als ob eine Art Grauschleier über dem Display liegt. Wenn man denn so will, dann kann man dem G730 hier dennoch einen Punkt auf die Habenseite schreiben. Wenn man das G730 bei Dunkelheit nutzt, dann ist es nicht zu grell für die Augen.

System:

Software:

Auf unserem Testgerät ist die Firmware B112 installiert. Diese basiert, wie bei Geräten mit MediaTek-Chipsatz üblich, noch auf Android 4.2.2 Jelly Bean und wurde von Huawei mit seiner Benutzeroberfläche EmotionUI in der aktuellsten Version 2.0 erweitert. EmotionUI enthält laut Huawei über 300 Verbesserung gegenüber Standard Android und ist zudem benutzerfreundlicher. Mehr dazu findet ihr in unserer EmotionUI-Wiki.

Zurück zur Firmware. Hier hat Huawei gut gearbeitet. Die Firmware läuft sehr stabil und kann mit einer sehr guten Performance überzeugen. Bugs oder gar Fehler sind uns im Test nicht aufgefallen.

System Performance:

Wie oben schon erwähnt kann das G730 mit einer guten Gesamtperformance überzeugen und das obwohl mit dem MediaTek MT6582 ein im Vergleich sehr günstiger SoC eingesetzt wurde. Dieser taktet mit einer Frequenz von maximal 1,3GHz auf vier Kernen. Die Leistung des CPU ist auf Höhe eines Snapdragon S4Pro anzusiedeln, der zum Beispiel im Nexus 4 zum Einsatz kommt. 1GB Arbeitsspeicher und eine Mali 450 MP Grafikeinheit runden das Gesamtbild ab. Positiv ist hier das gute Ressourcenmanagement der Firmware zu erwähnen. Diese ist so gut abgestimmt, dass das System gut und zügig arbeitet und immer genug Leistung zur Verfügung hat um nahezu jede Aktion ruckelfrei auszuführen. Besonders merkt man dieses in der Browserleistung. Sowohl beim Chrome als auch im Huawei Stock-Browser ist das Scrollen über Internetseiten weich und ohne Verzögerung.

Die anständige Leistung bestätigt sich auch in diversen Spielen und Benchmarks.

Benchmark / Leistung:

Der MT6582 mit Mali-450 GPU und 1GB RAM leisten hier die erwartete Arbeit. Beliebte Spiele, wie Angry Birds, Quizduell, Leps World oder Hungry Shark Evo laufen ohne jegliche Probleme. Ebenso aufwändige Spiele, wie Ich einfach unverbesserlich, Dead Trigger 2 oder Modern Combat laufen sehr schnell und flüssig. Kleinere Probleme hatten wir im Test mit Asphalt 8 und Real Racing 3. Wo RR3 noch halbwegs spielbar war, stürzte Asphalt 8 regelmäßig ab.

Im AnTuTu Benchmark erreichte das G730 17271 Punkte, womit es sich zwischen dem Nexus 4 und dem Galaxy S3 platzierte.

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Konnektivität:

Das G730 hat zwei SIM Slots, einen für eine normale SIM und einen für eine Micro-SIM. Angesteuert werden diese im Dual-SIM Standby Modus, d.h. wenn mit einer SIM Karte telefoniert wird, dann ist die andere nicht erreichbar. Welche SIM für was genutzt wird, kann in den Einstellungen pro SIM Karte festgelegt werden.

Telefonieren, Internet oder Bluetooth funktionierten in unserem Test tadellos. Telefonate konnten, sowohl direkt mit dem Gerät, als auch über Headset in guter Sprachqualität geführt werden. Das wurde auch von verschiedenen Gesprächspartnern bestätigt. Störende Nebengeräusche gab es keine.

Die Empfangseigenschaften des Geräts sind eines der Highlights. Die Verbindung war sowohl bei WLAN Empfang als auch UMTS / 3G sehr gut und stabil. Selbst in meinen Kellerräumen konnte ich problemlos eine Verbindung mit dem Router im 2.OG herstellen. Gleiches gilt auch für den Empfang von UMTS.

GPS / Navigation:

GPS ja eines des schwierigeren Themen bei MediaTek SoCs. Auch das G730 war hier keine Ausnahme. Es kam zwar ein Fix zu Stande, dieser dauerte aber beim ersten mal ca. 10min. Der zweite Fix ging dann etwas schneller.

Die Navigation über GPS funktioniert trotzdem anständig. Nachdem der Sat-Fix da ist, ist die Positionsbestimmung des GPS Signal in Ordnung. Man muss zwar mit einer kleineren Abweichung von ca. 30m leben. Im Großen und Ganzen ist das aber OK.

Sound:

Der internen Lautsprecher ist brauchbar. Es fehlt etwas an Bass und bei hoher Lautstärke neigt das G730 zu leichten Verzerrungen im Ton. Für den Alltagsgebrauch ist er aber nutzbar.
Musik über das mitgelieferte Headset ist ok. Trotzdem hört man auch, dass man nicht gerade ein Oberklasseprodukt als Zugabe bekommen hat.

Kamera:

Die 5 Megapixelhauptkamera ist für Schnappschüsse druchaus geeignet. Leider braucht die Kamera etwas lange bis sie zum knipsen bereit ist und auch der Autofokus könnte etwas flinker sein. Wenn sie aber erstmal einsatzbereit ist, dann gelingen bei guten Lichtverhältnissen auch anständige Bilder. Hier werden dann auch Makro-Aufnahmen was (siehe Beispielbilder).

Positiv hier war auch die Farbwiedergabe. Diese weicht nur geringfügig von der Realität ab. Bei Dämmerung oder schlechtem Licht neigt die Kamera zu merklichem Bildrauschen.

Die Frontkamera kann man kaum gebrauchen. Diese macht auch bei sehr gutem Licht keine guten Aufnahmen.

Speicher:

Das Ascend G730 hat 4GB wovon 2,13 GB für Apps, Bilder, Videos oder Musik zur Verfügung stehen. Den Speicher kann man zusätzlich mittels externer microSD-Karte um bis zu 32 GB erweitern. Eine von Huawei eingebaute Systemeinstellung erlaubt dazu die externe SD als Standardspeicher anzugeben. Dadurch werden viele Apps oder Bilder direkt dort abgelegt. In unserem Test wurde eine 32 GB von SanDisk problemlos erkannt. Eine größere 64 GB Karte wiederum von Sandisk wurde hingegen nicht akzeptiert.

Screenshot_2014-04-14-08-29-44

 

Akku:

Der Akku, des Huawei G730 hat eine Kapazität von 2.300 mAh. Die erste Ladung war überraschend schnell aufgebraucht, was einige große Fragezeichen hinterlies. Mit der zweiten Ladung schien sich das Phänomen aber nicht zu wiederholen und wir konnten im Test einen beachtlichen Display-On Wert von knapp 5 Stunden in der Mix-Nutzung im Dual-SIM Modus zu erreichen.

Im Standby weist Huawei einen Wert von 100 Stunden im Dual-SIM Betrieb aus. In unserem Test waren 3 Tage möglich, was umgerechnet 72 Stunden ausmacht. Der Verbrauch im Standby liegt, je nach Push- / Synchronisierungseinstellungen zwischen 2% und 3%.

Zur Verlängerung der Akkulaufzeit stellt Huawei einen eigenen Einstellungspunkt zur Verfügung in dem man zwischen verschiedenen Energiesparoptionen wählen kann.

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Fazit:

An sich wäre das Ascend G730 ein empfehlenswertes Gerät, dass seine täglichen Aufgaben ohne größere Probleme erledigt. Leider wird der gute Eindruck durch das sehr schlechte Display getrübt. Wenn man damit leben kann, dann bekommt man hier ein brauchbares Gerät, ansonsten kann man hier keine Empfehlung aussprechen.

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Über den Autor

Avatar for Rainer

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3 Kommentar(e)

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Avatar for Rainer
Pascal

Ach ja, zur Kamera:

"Positiv hier war auch die Farbwiedergabe. Diese weicht nur geringfügig von der Realität ab."

Ist euch eigendlich mal aufgefallen, dass bei der scharzen Figur die beiden roten "Lichter", welche man beim Samsung-Bild deutlich sieht, bei G730-Bild gar nicht zu sehen sind? Das nenne ich ehrlich gesagt, nicht grad eine geringfügige Abweichung...

Avatar for Rainer
Garrus

@Pascal

du hast recht. Die Roten Punkte auf der Darth Vader Figur sind bei mir schon sichtbar, aber deutlich heller als bei der Samsungs Cam. Ansonsten kann ich mich aber dem Tester nur anschließen. Abgesehen von den roten Punkten und den Graustufen (wieder Darth Vader Figur)ist die Farbwiedergabe doch ziemlich gut. Ich kenn Handys anderer Marken, bei denen das schlimmer ist.

Avatar for Rainer
Pascal

Maximal 32GB?

Das nenne ich mal Rückständig...