Huawei Avast

HUAWEI nicht von Datenverkauf bei Avast betroffen

UPDATE 30.01.2020

Inzwischen hat sich auch Avast als Reaktion auf diesen Artikel bei uns gemeldet. Das freut uns natürlich, dass auch Avast den HUAWEI.blog liest. 😉
Zudem hat man einige Anmerkungen zu unserem Artikel und bittet um eine Korrektur.

Da es sich einfach auch gehört(!) den Angeschuldigten zu Wort kommen zu lassen, ergänze ich diesen Artikel gerne um die Anmerkungen von Avast – allerdings auch mit einigen Anmerkungen meinerseits

Stellungnahme Avast

  1. Sie schreiben „mit diesen Daten lässt sich viel Geld verdienen durch Profile, personenbezogene Werbung“ –>eb en nicht, der Zweck der de-personalisierten Daten war es, nur statistische Trenddaten zu erheben, ein Nutzer-Targeting war nicht möglich
  2. Sie implizieren, dass wir Daten „geklaut“ hätten, was aber nicht richtig ist. Wir haben die Datenerhebung öffentlich angekündigt, sind in unserer Datenschutzerklärung darauf eingegangen und haben uns an rechtliche Grundlagen inkl. der DSGVO gehalten, die wir im übrigen weltweit und nicht nur für unsere Nutzer in Europa gelten lassen.
  3. Sie schreiben zudem „Recherchiert man weiter, dann stellt man fest, dass z.B. Mozilla (Firefox Browser) dies entsprechenden Plugins bereits blockiert hat.“ —> dies war zum Zeitpunkt der Veröffentlichung Ihres Blogs nicht mehr der Fall, die Extension ist schon seit Mitte Dezember wieder im Mozilla-Store.
  4. Im Zitat erwähnt Huawei folgendes „Der Bericht erwähnte, dass das von Avast entwickelte Browser-Plug-in personenbezogene Daten erfasste.“ —>Welchen Bericht meinen Sie genau? Avast hat keine personenbezogene Daten an Jumpshot weitergegeben

Anmerkungen zur Stellungnahme von Avast

  1. Avast stellt klar, dass es sich um de-personalisierte Daten handelt.
    Inwiefern hier wirklich Nutzer-IDs und Bewegungsprofile vor dem Weiterverkauf vollständig von reinen statistischen Daten getrennt wurden, wird an vielen Stellen angezweifelt.
    Dennoch liegen uns bei HUAWEI.blog dazu keinerlei Fakten und Beweise vor. Deshalb ist jeder verantwortlich handelnde Akteur im Internet selber aufgefordert sich hierzu eine Meinung zu bilden.
  2. Der Begriff „geklaut“ wurde durch mich bewusst in Anführungszeichen gesetzt. Hiermit sollte die überwiegend subjektive Wahrnehmung der Nutzer ausgedrückt werden. Diese kam ebenfalls im Diskussionsverlauf unserer Community genau so zum Ausdruck.
    Ungeachtet davon haben wir keine rechtliche Prüfung nach DSGVO vorgenommen und haben keine Fakten, die die Aussage von Avast hierzu anzweifeln lassen.
  3. Kurz und knapp, hier hat Avast vollkommen recht! Die Browser-Erweiterung steht aktuell zum Download zur Verfügung!
  4. Mit dem „Bericht“ ist der verlinkte Artikel von Vice gemeint. Im Übrigen verweise ich auf meine Anmerkungen zu 1.

Avast: Entschuldigung und Schließung des Tochterunternehmens

Der CEO von Avast hat sich darüber hinaus in einem Statement im hauseigenen Blog entschuldigt und die Schließung des Tochterunternehmens angekündigt, an das die Daten verkauft wurde.

As CEO of Avast, I feel personally responsible and I would like to apologize to all concerned.
Protecting people is Avast’s top priority and must be embedded in everything we do in our business and in our products. Anything to the contrary is unacceptable. 
For these reasons, I – together with our board of directors – have decided to terminate the Jumpshot data collection and wind down Jumpshot’s operations, with immediate effect.

Ondrej Avast CEO Vlcek

Für die bereits im ursprünglichen Artikel erläuterte Situation von HUAWEI ändert sich dadurch erst einmal gar nichts. Ob HUAWEI weiterhin auf Avast als Partner setzt, dazu gibt es keinerlei Statement.


Ursprünglicher Artikel vom 29.01.2020

Seit gestern kursiert ein neuer Skandal durch die Medien. Und da leider mittlerweile wirklich jeder über solche Skandale gerne berichtet um ordentlich Klick-Zahlen zu generieren, bleibt dabei oft ein verunsichreter Nutzer zurück. Denn statt klarer Aufklärung und Erklärung, gibt es erstmal eine reißerische Überschrift und dann viel Text, der oft mit dem konkreten Thema nicht mal etwas zu tun hat.
Eine Bitte von mir: Informiert euch doch bitte zu Technik auf guten Technik-Seiten. Hinsichtlich eines Autokaufes würdet ihr euch ja auch nicht bei uns informieren.

Bevor ich aber auch viel schreibe ohne zum Thema zu kommen, worum geht es überhaupt?

Avast, der Anbieter der gleichnamigen kostenlosen Antiviren-Software, soll Browser-Daten seiner Kunden über ein Tochterunternehmen verkauft haben. In einigen Berichten wurden dann auch noch Porno-Seiten erwähnt, sowie der dortige Suchverlauf und angesehene Videos. Meiner Meinung nach die gleiche Skandal-Hascherei wie oben erläutert. Es werden schlichtweg alle Daten gewesen sein, die Avast verkauft hat. Egal ob Porno-Seite, Shopping-Anbieter oder sonst etwas. Denn mit diesen Daten lässt sich viel Geld verdienen durch Profile, personenbezogene Werbung und und und….

Avast Virenschutz auf HUAWEI Smartphones vorinstalliert

HUAWEI kommt deshalb ins Spiel, weil auf den HUAWEI Smartphones der Virenschutz von Avast vorinstalliert ist. Ihr findet diesen in der Optimizer App unter Virenscan.

Erste Nutzer haben sich jetzt bereits geregt, da ja dann auch von allen HUAWEI Nutzern die Daten „geklaut“ wurden. In Zeiten wo man HUAWEI immer wieder – ohne bislang einen Beweis vorlegen zu können – Spionage vorwirft, natürlich ein gefundenes Fressen.

Huawei Avast Optimizer Virenscan

#HuaweiblogErklärt

Aber ihr könnt euch erstmal alle entspannt zurücklehnen. Denn diese Daten wurden über ein Browser-Plugin (Browser-Erweiterung) gesammelt. Dieses Plugin kommt jedoch nicht bei der vorinstallierten Antivirus-Lösung auf HUAWEI Smartphones zum Einsatz.

Recherchiert man weiter, dann stellt man fest, dass z.B. Mozilla (Firefox Browser) dies entsprechenden Plugins bereits blockiert hat.
Auch die Tatsache, dass Avast inzwischen unmittelbar über seine Software diese Daten versucht zu erheben, ist für HUAWEI Nutzer unerheblich. Denn es geht hier um die von Avast selber angebotene Software. Nicht über integrierte Lösungen. Zudem muss hierzu ein weiterer Datenschutz- (in diesem Kontext wohl ein nicht ganz passender Begriff) Hinweis in der Software bestätigt werden.

Offizielles Statement von HUAWEI

Auch bei HUAWEI haben wir zu dem Thema angefragt und sehen uns in oben genanntem Fazit erstmal bestätigt.

Vielen Dank für Ihr Feedback, wir haben die entsprechenden Berichte zur Kenntnis genommen. Der Bericht erwähnte, dass das von Avast entwickelte Browser-Plug-in personenbezogene Daten erfasste. Tatsächlich ist dieses Plug-in nicht auf Huawei-Geräten vorinstalliert, dadurch treffen die im Bericht beschriebenen Probleme nicht auf Huawei Smartphones zu. Huawei nimmt den Datenschutz sehr ernst und hält sich strikt an alle lokalen Gesetze und Vorschriften, um Ihre Privatsphäre zu respektieren und zu schützen.

HUAWEI Deutschland

Fazit

Wer die Antiviren-Software/-App direkt von Avast nutzt, sollte sich genauer informieren und ggfs. den Anbieter wechseln.

Wer die von HUAWEI bereitgestellte Antivirenläsung nutzt, die von Avast bereitgestellt wird, hat nach aktuellem Stand keinen Grund zu befürchten, dass hierbei (Browser-)Daten an Dritte verkauft wurden.

Ihr habt Fragen oder seid euch trotzdem noch unsicher? Dann schreibt uns gerne in den Kommentaren oder auch in unserer HUAWEI Community.

2 Kommentare

  1. Ingo 30. Januar 2020
    • Freddy 31. Januar 2020

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