Nachdem man bei Huawei trotz aller Probleme ein Wachstum von 66 % im Smartphone-Bereich aufweisen konnte, scheint sich nun auch nach mehreren Monaten ein erster Erfolg in den Verhandlungen zwischen China und den USA anzubahnen. Ein solcher Erfolg würde die Situation von Huawei um einiges verbessern. Seit Huawei auf die „Entity List“ gesetzt wurde, muss man bei neuen Geräten auf die vorinstallierte Google-Apps und Zertifizierungen verzichten. Bemerkbar war dies bereits mit dem Release des Mate 30 (Pro), bei dem keine Google-Dienste vorinstalliert sind. Zudem sind weitere Geräte bei uns bisher nicht einmal angekündigt und können nur über Importeure gekauft werden, wie zum Beispiel das MediaPad M6.

Doch nun steht, laut einer Aussage von US-Handelsminister Wilbur Ross, die „1. Phase“ der Verhandlungen zwischen China und den USA kurz vor dem Abschluss, womit US-Unternehmen mit der Hilfe von Ausnahmegenehmigungen wieder Produkte an Huawei verkaufen dürfen, was auch die Google-Lizenzen mit einschließen könnte. Laut Ross sollen schon 260 entsprechende Anträge auf Ausnahmegenehmigungen von amerikanischen Unternehmen eingereicht worden sein. Ob diese allerdings alle genehmigt werden, ist fraglich.

Leider ist eine solche Lizenz erforderlich, da Huawei wie bekannt, immer noch auf der schwarzen Liste in den USA steht und auch darauf bleiben wird. An Firmen auf dieser Liste dürfen nur Produkte verkauft werden, die nicht die nationale Sicherheit betreffen. Ein ziemlich schwammiger Begriff, der viel Raum für Interpretation und Auslegung lässt. Aber immerhin, ein erster Schritt in die richtige Richtung ist es hoffentlich.

Dieses Mal endlich ein bemerkbarer Fortschritt in den Verhandlungen zwischen China und den USA?

In den vergangenen Monaten gab es schon die eine oder andere Meldung über vermeintliche Erfolge in den Verhandlungen zwischen China und den USA. Eine wirkliche Veränderung gab es jedoch bisher nicht, daher kann man sich auch dieses Mal nicht sicher sein, ob sich nun wirklich etwas ändert. Immerhin ist Huawei ein starker Trumpf in den Verhandlungen. Es kann also gut sein, dass man diesen noch nicht aus der Hand geben will und Huawei von den aktuellen Lockerungen (falls sie denn kommen) noch nicht profitiert.

Verhandlungen zwischen China und den USA

So heißt es leider wie so oft, abwarten und Tee trinken, ob es hier wirklich bald zu einer Einigung kommt, oder ob man Huawei auch weiterhin außen vor lässt, um China zu weiteren Zugeständnissen zu bewegen, ist leider noch nicht absehbar.

Ich persönlich hoffe, dass bald eine Einigung gefunden wird und Ruhe einkehrt. Zumal der Handelskrieg nicht nur chinesische Unternehmen wie Huawei schwächt, sondern auch US-Unternehmen, die ihre Partner dadurch verlieren.

Quelle: Bloomberg

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Über den Autor

Jan Koglin

Technik-Enthusiast aus Berlin. Neben Technik habe ich auch großes Interesse an Musik sowie Fußball.

2 Kommentare

  1. Avatar
    Max veröffentlicht am

    Ich frage mich, wieso China nicht auf der Gegenseite Boeing als Pfand benutzt. Boeing selber schätzt, dass in den nächsten 20 Jahren dort eine Nachfrage für Flugzeuge im Wert von knapp 3 Billionen (!) Dollar entsteht. Die meisten Chinesischen Airlines sind in staatlicher Hand. Wenn die jetzt statt Boeing vermehrt auf Airbus oder gar den Chinesischen Hersteller Comac setzen, wird das für Boeing richtig unangenehm. Insbesondere bei der aktuell sowieso schon schwierigen Lage.

  2. Avatar
    Daniel_Becket veröffentlicht am

    Ob sich die aktuellen Stützkäufe der Chinesen auf lange Sicht weiterhin positive auf die Verkaufs-Bilanz auswirken wird, wage ich zu bezweifeln. Das Embargo hat bei mir sein Ziel erreicht. Da vor wenigen Wochen in unmittelbarer Nachbarschaft ein Xiaomi Mi Flagship Store eröffnet worden ist, warte ich eigentlich nur noch darauf wer zuerst im Verkaufsregal landet. Huawei Mate 30 Pro MIT Google oder Xiaomi Mi Note 10 Pro. Oder gleich warten bis zum Mate 40.(?)

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