Huawei ist nicht nur groß in Sachen Smartphones, Wearables oder Tablets, sondern auch der Global Player was mobile Datenübertragung betrifft. Das haben auch bekannte Provider wie Vodafone und die Deutsche Telekom erkannt und arbeiten im Bereich der Netzwerktechnik mit Huawei in Kooperation. Die neue Errungenschaft nennt sich LTE Advanced Pro.

Über Fortschritte, die von Vodafone verzeichnet wurden, hatten wir bereits im März diesen Jahres berichtet, denn auf der CEBIT16 ging es richtig zur Sache. Nun lässt aber auch die Deutsche Telekom Erfolge im Live-Betrieb verzeichnen. Hier konnte in Zusammenarbeit mit Huawei LTE Advanced Pro (4.5G Technologie) in Berlin mit 1,2 Gbit/s erreicht werden.

Wie kann LTE Advanced Pro diese Werte erreichen?

Hier wurde ein Technikmix von vier Sende- und Empfangskanälen (4 x 4 MIMO) und eine Bündelung von fünf Trägerfrequenzen verwendet. Über diese Bündelung können bei ausreichendem Funkspektrum sehr hohe Übertragungsraten erreicht werden. Die müssten schon viele von ihren Mobilfunk-Einstellungen her kennen, denn dort könnt ihr diese Funktion (LTE Carrier Aggregation) aktivieren bzw. deaktivieren. Multiple Input Multiple Output (MIMO) bedeutet, dass mehrere Sende- und Empfangsantennen gleichzeitig arbeiten. Meine Mama hat immer gesagt: “…viele Hände, schnelle Ende…” und so kann man sich das auch vorstellen. Vier Antennen schaffen mehr als eine.

Bemerkenswert ist aber das neben 800-MHz (10-MHz), 1800-MHZ und 2600-MHz (jeweils 20-MHz) auch 3500-MHz (2 x 20-MHz) zum Einsatz kamen, denn ursprünglich war diese für WiMax vorgesehen. Diese Technologie konnte sich aber sowohl in Deutschland als auch weltweit nicht gegen die weit verbreitete 4G-Technologie durchsetzen. Bei unseren französischen Nachbarn haben Ericsson und Orange bereits ende 2014 die 3500-MHz dem LTE Netz verschrieben.

LTE Advanced Pro

Ist das Gigabit-Zeitalter in greifbarer Nähe?

Wenn man es genau nimmt, müssen wir uns noch ein wenig gedulden, aber die Schritte gehen in die richtige Richtung. Huawei arbeitet weltweit an dem Ausbau der Mobilfunknetze. Laut der Agenda unsere Freunde aus Shenzhen kann man anhand der Grafik (siehe Link) zumindest einen Plan erkennen, der die 5G-Technologie als Standard im Jahr 2021 etablieren soll. Nur was nützen 1,2 Gbit/s an Datenübertragung, wenn euer Datenvolumen weiterhin bei einem GB bleibt oder aber extra Volumen weiterhin überteuert zur Verfügung gestellt wird. Meiner Meinung nach bringt uns der Ausbau nicht wirklich was, wenn sich nicht auch die Verträge der Provider den neuen Möglichkeiten anpassen. Ebenso müssten dann unsere Empfangsgeräte den neuen Gegebenheiten angepasst und vielleicht im selben Atemzug auch die ländlichen Gebiete besser versorgt werden.

Dieses Thema bietet viel Gesprächsstoff. Was sagt Ihr dazu? Seht ihr das wie ich oder habt ihr eine ganz andere Meinung?

Quelle: www.4g.de 
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Papa, Herrchen, Uniformträger und ein in jeder freien Minute an Technik interessierter Hobbytüftler der jetzt auch einen auf Freizeit-Blogger macht, um euch mit nützlichem Wissen zu versorgen.

1 Kommentar

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    Max veröffentlicht am

    Ich kann dem letzten Absatz nur voll und ganz zustimmen. Solche Geschwindigkeitsgewinne sind vollkommen sinnlos, wenn man die damit verbundenen Dienste überhaupt nicht nutzen kann weil es keine Verträge mit brauchbarem Datenvolumen gibt. Auch die Telekom bietet für sage und schreibe 70€ maximal 10 GB im Monat – das ist ein schlechter Scherz; die sind mit den hier erwähnten 1.2 Gbit/s in gut einer Minute verbraten.

    Was das mobile Internet angeht, ist Deutschland ein Entwicklungsland und in Europa weit abgeschlagen. In den meisten Nachbarländern bekommt man durchaus Verträge mit 100 GB und mehr. Da fängt es dann langsam an, dass man LTE auch sinnvoll nutzen kann.

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