Zwei Wochen Huawei ShotX Test sind rum und es wird Zeit ein Fazit zu ziehen und euch von meinen Erfahrungen zu berichten. Huawei hat mit dem ShotX ein sehr spezielles Gerät vorgestellt. Das Gerät hat nämlich eine schwenkbare Kamera! In China ist das Gerät schon länger verfügbar. Dort wird es allerdings über die Tochtermarke als Honor 7i verkauft. Auf dem ersten Blick mag man meinen, das Huawei ShotX sei nur etwas für Selfie-Verrückte Teenies, dem ist aber nicht so. Warum das Smartphone auch was für den normalen Anwender sein kann, das lest ihr in meinem Huawei ShotX Testbericht.

Technische Daten

  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 616 (64 bit Octa-Core mit 1,5GHz)
  • Grafik: Adreno 405 GPU
  • Software: Android 5.1.1 Lollipop + EMUI 3.1
  • Interner Speicher: 16GB
  • Arbeitsspeicher: 2GB
  • Display: 5,2″ Full HD (1920*1080px, 424ppi) IPS
  • Abmessungen: 141,6 x 71,2 x 7,8 Millimeter
  • Gewicht: 156g
  • Kamera: 13MP, schwenkbar
  • Akku: 3100 mAh

Verpackung

Vor ein paar Tagen gab es ja von mir schon einen kleinen HandsOn Bericht inkl. Video zum Huawei ShotX. Wenn ihr also ein Unboxing und einen ersten Rundgang mit bewegten Bildern interessiert, solltet ihr euch den anschauen:

 

Eine Sache die ich im Video nicht erwähnt habe: Das Huawei ShotX kommt in einer soliden Kunststoffverpackung, bei der die Oberfläche gummiert wurde. Diese Art von Oberfläche kennt man schon vom Huawei Mate S und wer mal so einen Karton in der Hand hatte wird bestätigen können, dass sich das hochwertig anfühlt.

 

Design/Verarbeitung

Die Verarbeitung ist, wie im Video schon erwähnt, sehr gut. Die Tasten haben einen guten Druckpunkt und wackeln bei meinem Gerät kein bisschen. Bei so einem Smartphone mit einer schwenkbaren Kamera könnte man auch Bedenken bei dem Mechanismus haben, aber hier kann ich definitiv Entwarnung geben. Der Mechanismus ist aus Metall gefertigt, rastet fest ein und wackelt auch nicht. Hier hat Huawei wirklich sehr gute Arbeit geleistet.
Beim Design geht Huawei beim ShotX etwas andere Wege als man das normalerweise von Huawei bei einem Smartphone im 300-400€ Bereich gewohnt ist. Setzt ein Huawei G8 z.B. auf ein Unibody-Gehäuse, besteht das vom Huawei ShotX lediglich aus Kunststoff. Nur der Rahmen, sowie die Kamera-Mechanik ist in Metall gehalten. Meiner Meinung nach fühlt sich das ShotX aber trotzdem gut an, und liegt vor allem auch angenehm in der Hand. Es ist eher rundlich designed, was für eine sehr gute Haptik sorgt. Ein Huawei P8 mag für einige Leute doch etwas zu kantig sein und liegt etwas schlechter in der Hand. Für eine gute Haptik braucht es meiner Meinung nach kein Aluminium, das teils auch sehr rutschig sein kann – Das beweist das Huawei ShotX.

 

Hardware

Bei der Hardware ist das Huawei ShotX eher in der Mittelklasse angesiedelt. Das Display löst in FullHD, also 1920*1080 Pixeln auf und setzt auf IPS Technologie. Damit einhergehen sehr gute Weißwerte und auch überraschend gute Schwarzwerte, sowie gute 424ppi. Technisch bedingt ist ein AMOLED-Panel wie im Huawei Mate S im Bereich der Schwarzwerte aber noch etwas besser. Dafür kann das ShotX aber mit einer hohen Helligkeit, sowie guten Blickwinkeln punkten. Etwas negativ ist wieder der Huawei typische Rand ums Display aufgefallen. Es wird mal wieder ein rahmenloser Bildschirm angedeutet, aber beim Einschalten fällt dann ein schwarzer Rahmen rund um das eigentlich Display auf. Das kann die Konkurrenz etwas besser. Man sollte generelll bei den Pressebildern aufpassen, denn manches Mal wird hier per Bildbearbeitung das Ergebnis „gephotoshopt“.
Abgesehen vom Display, was ja in dieser Form auch in einigen High-End Geräten zu finden ist, bietet das Huawei ShotX Mittelklasse Hardware.

Angetrieben von einem Qualcomm Snapdragon 616 Octa-Core (8*1,5GHz) mit einer Adreno 405 GPU und 2GB Ram ist das Smartphone für die meisten Aufgaben gut gerüstet. Das ein oder andere Softwareupdate zur allgemeinen Performance-Verbesserung wäre aber noch angebracht, denn das Huawei ShotX neigt zu gelegentlichen Rucklern auf dem Homescreen. Besonders wenn man einige Widgets benutzt, arbeitet das Gerät manchmal einen kurzen Moment spürbar langsamer. Da die Hardware eigentlich potent genug dafür sein sollte, gehe ich hier von einem Softwareproblem aus, das hoffentlich bald behoben wird. Man sollte auch im Hinterkopf behalten, dass das hier Kritik auf extrem hohem Niveau ist. Allgemein ist die Alltagsperformance sehr anständig und wird den meisten Käufern wohl kaum negativ auffallen.
Etwas anders sieht es dann bei der 3D-Performance aus, denn hier stößt die Hardware dann doch an ihre Grenzen – jedenfalls wenn man mal Asphalt 8 z.B. auf dem ShotX laufen lässt. Ich hab zur Gaming Performance noch ein kleines Video gemacht, was ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte:

 

Im Video kam es vielleicht nicht ganz so gut rüber, aber Asphalt 8 hatte auf dem ShotX mit spürbaren Slowdowns und einer allgemein niedrigen Framerate zu kämpfen. Natürlich nur auf der höchsten Grafikqualität. Regelt man die runter, läuft auch dieses Spiel flüssig. Außerhalb von dem Video habe ich noch Dead Trigger 2 getestet und hier ließ mich das Spiel die höchste Grafikeinstellung gar nicht anwählen, wegen der automatischen Hardwareerkennung. Auf der empfohlenen Stufe lief es aber problemlos.
Zusätzlich zu den 3D-Spielen habe ich noch die bekannten Benchmarks Geekbench 3 und AntuTu mal auf das Huawei ShotX losgelassen. Die Ergebnisse, die durchaus zu erwarten waren, seht ihr hier.

 

Software

Bei der Software kommt Android 5.1.1 Lollipop zum Einsatz mit dem EMUI 3.1 Herstelleraufsatz. Die Software bietet damit die meisten Funktionen, über die auch Huaweis Topmodelle verfügen. Einzig Knuckle-Sense ist auf dem ShotX noch nicht verfügbar. Ansonsten hat man hier keine Einschränkungen gegenüber einem Mate S. Wer die EMUI also schont kennt, wird sich hier schnell zurecht finden. Wer mehr über das gesamte Funktionsspektrum von der EMUI wissen möchte, sollte sich mal unsere EMUI-Wiki anschauen.
Erwähnenswert ist noch, dass mein ShotX kleinere Probleme mit der Bluetooth-Verbindung hatte. So brach mehrmals am Tag die Verbindung zu meiner Huawei Watch ab und auch die Verbindung zu einer JBL Xtreme Bluetooth Box, die ich täglich nutze, war nicht ganz stabil. Das Smartphone verbindet sich nach kurzer Zeit zwar automatisch neu, dieses Problem hat mich gestört – besonders beim Musik hören.

 

Fingerabdruckscanner

Der Fingerabdruckscanner sitzt bei Huawei nun erstmals an der Seite und wird in Verbindung mit dem ShotX gerne mal übergangen. Ich habe noch ein kleines Video gemacht, in dem ich euch zeige, wie der Fingerabdruckscanner funktioniert und wie er mir allgemein gefallen hat.

 

Wie im Video schon erwähnt, bin ich nicht so begeistert von dem Scanner. Über die Erkennungsgeschwindigkeit kann man vielleicht noch hinwegsehen, denn zumindest erkennt er den Finger zuverlässig und ein Fingerabdruckscanner zu diesem Preis ist alles andere als Standard. Die Position will mir aber überhaupt nicht gefallen. Wenn schon an der linken Seite, dann hätte er wenigstens etwas tiefer platziert werden können. So wäre er auch für Rechtshänder besser zu erreichen, denn so wie er jetzt positioniert ist läuft man Gefahr, dass das Smartphone beim Umgreifen aus der Hand rutscht.

 

Kamera

Kommen wir zu der drehbaren Kamera. Die Kamera löst mit 13 MP auf und hat eine f2.0 Blende. Unterstützt wird sie durch einen wirklich hellen Dual-LED Blitz. Im Prinzip ist die Kamera nichts Besonderes, sie ist eben um 180 Grad schwenkbar und damit sehr gut für Selfies geeignet. Auf die bekannte Weitwinkeloptik, wie man sie von anderen Selfie-Kameras gewohnt ist, muss man hier aber verzichten. Wenn man also gerne Selfies in einer Gruppe schießt (sog. Ussies 😉 ) muss man beim nächsten Bild etwas näher zusammen rücken. Insgesamt überzeugt die Kamera aber sowohl bei Tageslicht, als auch bei Low-Light. Meiner Meinung nach bekommt man mit dem ShotX eine der besten Smartphone-Kameras die man für 349€ UVP kaufen kann.
Kleine Wermutstropfen sind der fehlende optische Bildstabilisator, was bei dem Preis zu verschmerzen ist, sowie die etwa 2mm herausragende Linse (Wenn sich die Kamera in ihrer Standard-Position befindet).
Ich habe einige Testbilder mit der Kamera gemacht, die ihr hier begutachten könnt. Die Bildqualität lässt sich natürlich 1:1 für Selfies übertragen, da hier die gleiche Cam zum Einsatz kommt.

Bei der Kamera-Software bekommt man wieder die bewährte UI aus schon bekannten Huawei-Smartphones. Das heißt, man hat alle bekannten Modi zur Verfügung. Nur der „Lichtmalerei-Modus“ fehlt beim ShotX. Dafür bekommt man den „Makeup-Modus“ wenn man die Kamera auf die Frontposition schwenkt. Bei dieser Funktion kann man verschiedene Makeup-Varianten auswählen, die dann live in das Selfie-Bild eingefügt werden. Die Software erkennt also euer Gesicht und schminkt euch dann in Echtzeit. Diese Funktion hab ich auch schon im Hands-On Video vorgestellt und daher ein erneuter Verweis darauf. Das ist natürlich für mich mehr eine Spielerei als ein nützliches Feature. Vielleicht ist das für einige weibliche Instagram-Nutzer interessant, für mich war es für ein paar Lacher gut, aber dann hab ich den Modus nicht mehr gestartet.

 

Screenshot_2015-11-16-23-44-49Akku

Für mich ist das eigentliche Highlight beim ShotX der nicht wechselbare Akku. Der ist 3100 mAh groß und ist damit identisch mit dem aus dem Honor 7. Ich denke hier kommt wieder die Mittelklasse-Hardware ins Spiel, denn die ist wegen der geringeren Leistung auch sparsamer. Ich konnte das ShotX ohne Probleme zwei Tage ohne Laden nutzen und kam regelmäßig auf eine Display-On Zeit von 8 Stunden. Das ist ein Wert, den man sonst nur mit einem Huawei Ascend Mate 7 erreichen konnte. Natürlich kann man den Akku auch schneller leer kriegen, wenn man viel zockt oder Videos schaut, aber allgemein hält der Akku länger als bei allen aktuellen Flaggschiffen derzeit.

Kurz zu meinem Nutzungsprofil: Ich zocke eigentlich gar nicht auf dem Smartphone, wenn dann 20-30 Minuten Hearthstone am Tag. Ansonsten nutze ich an einem normalen Tag hauptsächlich den Browser, Whatsapp, Amazon, Ebay, Spotify und Youtube. Bei dem gleichen Nutzungsverhalten habe ich auf dem Huawei Mate S eine Display-On Zeit von 4,5-5 Stunden geschafft.

 

 

Huawei ShotX Test – Fazit

Stärken

Das Huawei ShotX ist nicht nur was für Teenies, die gerne Selfies schießen! Das muss man einfach so sagen. Ich halte die schwenkbare Kamera für eine nettes Feature und eine hohe Qualität von Selfies und natürlich auch bei normalen Bildern ist auch auf jeden Fall gegeben. Da ich nicht der größte Selfie-Fan bin, hab ich dieses Feature aber weitgehend ignoriert und mich auf den Rest konzentriert, denn das Huawei ShotX hat weit mehr zu bieten als die schwenkbare Kamera. Da wäre zum einen das gute Display, das sich nicht hinter dem eines Huawei P8 verstecken muss. Auch die Verarbeitung ist positiv aufgefallen und wirkt sehr stabil. Tests, in denen von einer wackeligen Kamera berichtet wird, kann ich an meinem Testgerät nicht nachvollziehen. Das Highlight ist für mich aber der Akku, der wirklich tadellose Laufzeiten bietet. Was man natürlich auch immer im Hinterkopf behalten muss ist der Preis von 349€, der bei der gebotenen Leistung sehr konkurrenzfähig ist.

Schwächen

Kleine Schwächen zeigt das Huawei ShotX aber (noch) in der Software. So kommt es gelegentlich zu Rucklern auf dem Homescreen und auch die Bluetooth-Verbindung ist nicht immer stabil. Hier wird aber sicherlich mit einem Softwareupdate noch ausgebessert.

Schlusswort

Das Huawei ShotX ist auch für den normalen Anwender geeignet, der nicht täglich Instagram nutzt und dutzende Selfies schießt, denn das ShotX kann weit mehr als das. Insgesamt hat das Smartphone in unserem Huawei ShotX Test überzeugt und ich spreche eine klare Kaufempfehlung aus.

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Über den Autor

Avatar for Tobias Scholz

Technikbegeisterter, 23 Jahre junger Huawei-Fan aus dem Tecklenburger Land in NRW.

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