Die letzten Wochen durfte ich mich mit zwei unterschiedlichen Fitnessarmbändern von Huawei beschäftigen. Sowohl das Huawei Band 3 Pro als auch das Band 3e wurden im Rahmen des Mate 20 (Pro, X) Launch in London präsentiert. Uns wurden beide Modelle zu einem Test bereitgestellt, weshalb ich euch nun einen Eindruck und Vergleich geben möchte. Solltet ihr unsere bisherigen Fitness Tests verpasst haben, schaut doch nochmal bei der #rainerwirdfit Reihe vorbei!

Zur Übersichtlichkeit habe ich meinen Vergleich in verschiedene Kategorien geteilt, damit auch ihr einfach navigieren könnt und zeitgleich den Überblick behaltet:

Spezifikationen

Huawei Band 3 Pro
Huawei Band 3e
Gehäuse
(L x B x H in mm)

45 x 19 x 11
40,5 x 14,8 x 11,2
ArmbandB: 16,5mm
L: 120mm bzw. 92mm
B: 17,4mm
L: 226,15mm
Gewichtca. 25gca. 17g
Bildschirm0,95 Zoll AMOLED
Farbbildschirm
120 x 240 Pixel
0,5 Zoll PMOLED
S/W Bildschirm
Prozessor
Applo 3
Speicher
RAM: 384 KB
ROM: 1 MB
Flash: 16 MB
RAM: 384 KB
Flash: 1 MB
Bluetooth
Frequenz: 2,4 GHz
Bluetooth 4.2
Frequenz: 2,4 GHz
Sensoren6-Achsen-Beschleunigungssensor
PPG Kardiotachometer
IR-Verschleißsensor
6-Achsen-Sensor
GPSUnterstützt
Wasserdicht?5 ATM
5 ATM
AkkuKapazität: 100mAh
Lithium-Ionen-Akku
Kapazit#t: 77mAh
Lithium-Ionen-Akku
Systemvoraus-
setzung
ab Android 4.4
ab iOS 9.0
ab Android 4.4
ab iOS 9.0
LieferumfangHuawei Band 3 Pro
Ladeschale
Ladekabel
Anleitung etc.
Huawei Band 3e
Armband
Ladeschale
Schuhschnalle
Anleitung etc.

Unboxing

Beim Thema Unboxing möchte ich natürlich weniger auf die Verpackung der Armbänder eingehen, sondern mich umso mehr dem Inhalt der Box widmen. Auch hierzu habe ich mein Unboxing Vergleich in zwei Parts geteilt, wobei ich erstmals mit dem Huawei Band 3 Pro starte.

Huawei Band 3 Pro

Öffnet man die OVP (Originalverpackung), so findet man neben dem Fitnesstracker inkl. Armband noch weiteres Zubehör vor. Allem voran die Ladeschale, auf welcher das Armband eingeclipped und mit Akku getankt wird. Um dieses Ladepad mit Strom zu versorgen, dient ein microUSB Kabel. Dies hat sich bereits beim Unboxing schon als sehr kurz erwiesen (ca. 10cm) und kann nur bedingt sinnvoll Einsatz finden. Sollte euch das Kabel ebenfalls zu kurz sein, so könnt ihr problemlos ein anderes microUSB Kabel verwenden.

Außerdem befindet sich in der Box noch ein Schnellstart Guide, das war es dann aber auch schon.

Huawei Band 3e

Hier sieht das Unboxing ähnlich aus, die ein oder andere Abweichung findet man dennoch vor. So liegt hier der Fitnesstracker getrennt von dem dazugehörigen Armband bei. Grund hierfür ist, dass der Tracker auf dem Armband entnommen werden kann. Geladen wir dieser dank eines “USB Ladesticks”, in welchem die Einheit des Band 3e seinen Platz findet. Außerdem liegt dem Lieferumfang noch einiges an Papierkram (Garantiehinweise, Schnellstart Guide) sowie eine Halterung bei, welche für die Befestigung an Sportschuhen dient.

Design / Verarbeitung

In Bezug auf Design und Verarbeitung unterscheiden sich die beiden Fitnesstracker meiner Meinung nach enorm – vor allem, was die Designsprache angeht. Während das Huawei Band 3 Pro dank des größeren AMOLED Farb Displays den Anschein eines wahren Luxus Fitnesstools erweckt, schaut das Band 3e aus wie jeder gewöhnliche Tracker der Konkurrenz. Zwar lässt sich das “Herz” des Band 3e problemlos aus dem mitgelieferten Armband entfernen, dennoch wirkt es dadurch nicht so hochwertig verarbeitet, wie es bei dem Band 3 Pro der Fall ist. Hier ergibt sich aus dem Display ein nahtloser Übergang zu dem Sportarmband, welches aus Kunststoff gefertigt wurde. Während das Huawei Band 3e vollständig aus Kunststoff besteht, wird beim Huawei Band 3 Pro das Display von einem Aluminiumgehäuse umgeben und geschützt. Das Huawei Band 3 Pro ist breiter als das Band 3e und bringt ein unwahrscheinlich langes Armband mit sich. Dies dürfte vor Allem bei dünneren Frauenarmen in Kombination mit dem langen Display ein Problem darstellen, wodurch das Band 3e sicherlich einen Pluspunkt für sich gewinnen kann. Einen weiteren Vorteil sichert es sich in Bezug auf den Tragekomfort, welcher durch eine hochwertiger verarbeitete Bandschlaufe punktet. Während das Band 3e in der Bandschlaufe optimalen Halt findet, konnte es sich zur Zeit meiner Testphase mit dem Band 3 Pro immer wieder lösen – dies hat sich sehr schnell als nervig erwiesen. Verstehen kann ich es nicht, wieso man hier im Vergleich zum Huawei Band 2 Pro einen Rückschritt macht.

Huawei Band 3 Vergleich

Funktionen und Ausstattung

Ausgestattet ist das Huawei Band 3 Pro neben dem größeren 0,95 Zoll AMOLED Farb Display mit 120 x 240 Pixeln mit einem Herzfrequenzsensor. Dieser kann nicht nur die Herzschläge pro Minute messen, sondern dient auch zu einem präzisen Schlaftracking. Desweiteren können aufgezeichnete Fitnessaktivitäten wie beispielsweise Joggen, Fahrradfahren oder Schwimmen optimal ergänzt und bewertet werden. Alles in allem bietet das Huawei Band 3 Pro somit einige Features und eine Menge Ausstattung, welche für einen Fitnesstracker von höchster Wichtigkeit sind. Leider handelt es sich hierbei vor allem um Ausstattung, auf welche man im Band 3e verzichtet hat. So ist es zwar Modular einsetzbar, verzichtet allerdings auf einen Herzfrequenzsensor. Meiner Meinung nach trägt dies zur Folge, dass viele Messungen nicht mehr ausreichend präzise sind und für ein nicht all zu verlässliches Ergebnis sorgen. Wenn ich mir einen Fitnesstracker zulegen möchte, dann sollte dieser definitiv zuverlässig und möglichst präzise arbeiten. Auf Features verzichtet das Band 3e trotz Einschränkungen nicht. So soll der Sechs-Achsen-Beschleunigungssensor dafür sorgen, Schlaf oder verschiedene Aktivitäten aufzuzeichnen. Außerdem ist es bis zu 50m wasserdicht und kann laut Hersteller selbstständig eine Schwimmsession erkennen und aufzeichnen. Als Display kommt lediglich ein schwarz weiß OLED Display zum Einsatz, welches nur sehr klein ist und die nötigsten Informationen darstellt. Beide Fitnesstracker bieten eine (intelligente) Weckfunktion am Armgelenk an, welche bei mir auch sehr zuverlässig funktioniert hat. Mit dem Huawei Band 3 Pro bekommt man außerdem die Möglichkeit, GPS zu verwenden. So muss das Smartphone nicht länger mitgeführt werden und kann gerne auch Zuhause am Ladegerät hängen. Dies wirkt sich natürlich auf den Akkuverbrauch aus, bietet allerdings mehr Möglichkeiten als es bei dem Band 3e der Fall ist. Einen Minuspunkt sichert sich das sportliche Band 3 Pro in Sachen Aufzeichnung trotzdem – so muss jede Aktivität manuell ausgewählt, gestartet und gestoppt werden. Zwar schmücken hier nette Animationen, dennoch wird es oft auch schnell vergessen. Dann hilft lediglich eine grobe Nachpflege in der Huawei Health App, in welcher beide Armbänder verwaltet, gekoppelt, aktualisiert und die Ergebnisse ausgewertet werden.

Weniger nett erweisen sich auch die Einstellungen des Huawei Band 3 Pro. In Bezug auf die Übersetzung hat man sich hier nicht wirklich viel Mühe gegeben, wodurch das Menü eher lieblos und auf den letzten Drücker übersetzt wirkt – das beste Beispiel dürfte für den Menüpunkt der verschiedenen Watchfaces die Bezeichnung “Gesichter” sein.

Apropo Huawei Health App – hier kann ich wie bereits erwähnt alle meine Ergebnisse in detaillierter Form anschauen und auswerten lassen. Vor allem das Thema Schlaf hat während meiner Testphase mit dem Band 3 Pro großes Interesse geweckt, da ich meine Huawei Watch 2 Classic bisher nachts immer am Ladegerät hatte und wenig Erfahrung in diesem Bereich sammeln konnte. Hier bekomme ich sehr beeindruckende und interessante Informationen und Auswertungen, welche auf mich zusätzlich sehr präzise gewirkt haben. So konnte ich einige Phasen meines Schlafs in der Aufzeichnung nachvollziehen und bestätigen – beeindruckend. Weniger beeindruckend waren wie bereits erwartet die Ergebnisse des Band 3e. Hier wurden sehr oft unpräzise und falsche Aufzeichnungen wahrgenommen, wodurch ich weniger begeistert wurde. So wurde jede zu starke Bewegung als Aufwachen erkannt, obwohl ich die komplette Zeit durchgeschlafen habe. Geschuldet sollte dies dem fehlenden Herzfrequenzsensor sein, wodurch zu wenig Daten ausgewertet werden. Neben der Aufzeichnung verschiedener Aktivitäten dient die App natürlich auch zur Aktualisierung der Geräte Firmwares. So wurde mir bereits bei der Einrichtung des Huawei Band 3e eine Aktualisierung angeboten. Diese konnte auch fix und problemlos über die App vorgenommen werden. Mir persönlich fehlt in der Huawei Health App noch ein wenig der Ansporn, fit zu werden. Ich kenne es bereits von meinem ehemaligen Withings Tracker sowie meiner Apple Watch – hier konnte ich innerhalb der Apps verschiedene Archievements erreichen, welchen mich umso mehr angespornt haben. Selbst meine elektrische Oral B Zahnbürste bietet mittlerweile ein solches System, weshalb es für die Huawei Fitnesstracker sicherlich eine nette Ergänzung wäre.

Akkulaufzeit

Was die Akkulaufzeit betrifft, kann sich Huawei mit beiden Produkten nicht verstecken. Während es bei dem Huawei Band 3 Pro vor allem auf den Einsatz verschiedener Features ankommt, hält der Akku des Huawei Band 3e definitiv bis zu zwei Wochen durch. Dies erklärt, weshalb ich in meiner gesamten Testzeit nur einmal den Ladestick aufsuchen musste, mit welchem es aber auch in weniger als 2 Stunden vollständig geladen wurde. Nutzt man mit dem Band 3 Pro häufig GPS, so wird der Akku doch recht schnell leer gesaugt. Laut Hersteller werden hier 7 Stunden Laufzeit mit GPS angegeben, was je nach Gebrauch durchaus logisch erscheint. Sollte das GPS wie bei mir beispielsweise so gut wie gar nicht zum Einsatz kommen, hält das smarte Armband bei bis zu einer Woche ohne Ladung aus. Hierbei sei berücksichtigt, dass jede Nacht die Huawei TruSleep Funktion genutzt wurde. Außerdem wird die Akkulaufzeit auch durch das Farb AMOLED Display beeinflusst, dennoch ergibt sich eine gute Laufzeit. Sind die Armbänder regungslos am Arm, bietet das Display kein Always-On. Dennoch können die Armbänder durch anheben des Arms aktiviert werden, optional wacht das Display durch Tippen auf den Menü Touch Button auf. Sollte man nur bestimmte Features nutzen wollen, kann dies in den Einstellungen mit Hilfe der Huawei Health App vorgenommen werden – was durchaus für eine Optimierung der Akkulaufzeit sorgen kann. Auch das Huawei Band 3 Pro wird in knapp 2 Stunden vollständig geladen und fehlt somit nur für kurze Zeit der Woche am Arm.

Preis und Verfügbarkeit

Kommen wir zum Preis der beiden Modelle, ergeben sich auch hier sehr schnell enorme Unterschiede. So ist das Huawei Band 3 Pro derzeit in drei verschiedenen Farben zu erwerben. Neben dem Space Blau unseres Testgeräts steht auch noch Obsidian Schwarz sowie Gold zur Wahl. Alle Modelle sind zu einem Preis von 99 Euro erhältlich, womit wir uns schon lange nicht mehr über einen billig Fitnesstracker unterhalten. Wer etwas weniger in den Geldbeutel greifen möchte, bezahlt für das Huawei Band 3e derzeit um die 36 Euro. Erhältlich ist das Band 3e in den Farben Schwarz, Pink, Orange, Grau oder Türkis. Auf Amazon ist derzeit lediglich die Ausführung in Pink oder Schwarz erhältlich.

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Fazit

Während man mit dem Huawei Band 3 Pro für knapp 100 Euro meiner Meinung nach einen ordentlich ausgestatteten und gleichzeitig zuverlässigen Fitnesstracker bekommt, kann ich dem Huawei Band 3e nicht mehr als den Status eines gewöhnlichen Schrittzählers abgewinnen. Zwar liegt der Kostenpunkt hier sicherlich weit unter den 100 Euro, dennoch sollte man sich seiner Anwendungszwecke bewusst sein und einen Blick auf die unterschiedlichen Ausstattungen werfen. Für jeden, der nicht mehr als 50 Euro investieren möchte oder gerne ein modulares Gerät einsetzen möchte, sollte das Huawei Band 3e die bessere Wahl sein – unzuverlässigere Messwerte sowie Einschränkungen im Funktionsumfang sind hier allerdings nicht unter den Tisch zu kehren. Sollte man etwas zwischen einem Fitnesstracker und einer Smartwatch schwanken, dient vielleicht ein Blick auf die Huawei Watch GT?!

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Über den Autor

Dominik Ramb

23, Informatiker, technikbegeisterter Blogger, Tüftler und mittlerweile Rennfahrer in Vorruhestand.

2 Kommentare

  1. Avatar
    Rosher veröffentlicht am

    Im Vergleich zum fitbit Alta HR ist der Band 3 pro eine echt fade und unkomfortable Angelegenheit. Fitbit erkennt die Aktivität die man ausübt von selbst. Es gibt eine Nahrungsmitteldatenbank, man gibt an wieviel Kalorien man täglich zu sichnwhmwn will und anhand der körperlichen Aktivitäten und des Verzehrrs bekommt man ausgerechnet, wieviel man noch zu sich nehmen kann. Das war echt schick. Leider hab ich mir dann ein huawei Handy besorgt und mir war nicht bewusst, dass es auchbei Bluetooth verschiedene nicht kompatible Standards gibt. Echt doof, ich bin nicht zufrieden!

  2. Avatar
    karsten veröffentlicht am

    super Beitrag 🙂 gerade das Kalorienzählen erscheint oft mühselig. Toll 🙂 [Werbelink entfernt]

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