Einleitung


Ich betreibe die Huawei Watch GT nun seit knapp 2 Wochen und sie fühlt sich gut an. Ein bisschen fühle ich mich wie Flavor Flav, da ich meine eigene Smartwatch ebenfalls trage. Man möchte ja vergleichen können. Wie bereits in meinem ersten Artikel zur Uhr erwähnt, hier nachlesbar, gefällt mir die Huawei Watch GT optisch wirklich gut. Da sie schön schlank ist, trägt sie sich gut und man hat kein unangenehmes Gefühl am Handgelenk.

Allerdings ist der optische Aspekt nur die eine Seite der Medaille. In diesem Testbericht erzähle ich euch, wie sich die Huawei Watch GT so im Alltag schlägt.

Huawei Watch GT

Akku


Zuerst möchte ich das Thema “Akku” ansprechen, denn Huawei behauptet, eine Akkuladung reicht bis zu 2 Wochen. Was denkt ihr? Wie steht es um den Akku meiner Testuhr? Ich möchte ganz ehrlich sein, ich bin zwar positiv überrascht, jedoch liegt das nicht an dem riesigen und leistungsfähigen Akku, sondern an dem schlanken Betriebssystem.

Meine Uhr, ich habe sie am ersten Tag auf 100% geladen und seitdem in Benutzung, zeigt jetzt noch eine Ladung von 17% an. Ich habe die Uhr Tag und Nacht am Handgelenk und permanent mit dem Smartphone verbunden. Dazu habe ich einiges an Features aktiv, was mehr Akku bedarf, wie z.B. die Wetteranzeige, die aufs GPS zugreift und die kontinuierliche Herzfrequenzmessung. Das heißt am Ende, dass ich eine wirklich gute Akkuleistung von 13 Tagen erhielt.  Unterm Strich ist die Akkulaufzeit großartig und bedarf Respekt an Huawei.

Lite OS


Weiter geht’s mit dem Lite OS. Hier sehe ich das größte Manko an der Uhr. Das System ist schlicht gehalten, dadurch wird nicht zuletzt die lange Akkulaufzeit erreicht, jedoch geht das dann auf Kosten des Funktionsumfangs.

Pulsmessung, GPS, Sportprogramme, eingehende Benachrichtigungen (man kann auf keine Nachrichten antworten, lediglich lesen), Wecker und Co. sind zwar dabei, jedoch vermisst man einen AppStore und installierbare Watchfaces. Halt die Dinge, die man zur Personalisierung und Individualisierung so benötigt. Es gibt zwar 11 Watchfaces, aber mir persönlich gefällt kein einziges davon so richtig. Da hätte ich mir mehr gewünscht. Natürlich führt das dazu, dass man aufgrund des fehlenden AppStores keine Apps herunterladen kann. Also kein Musikstreaming via Spotify oder Deezer. Auch fehlt dementsprechend eine Taschenrechnerapp.

Das Menü jedenfalls, ist wie eine Liste angeordnet. Schlicht aber geordnet. Das finde ich nicht schlecht. Wenn man im “Homebereich” ist, also das Ziffernblatt sieht, kann man mithilfe von Wischgesten nach rechts oder links wischen und gelangt dann zum Pulsmesser, Trackerübersicht oder zum Wetter. Von oben zieht man einen Shortcut runter, ähnlich wie bei Android, in der unter anderem die “Nicht Stören” Funktion oder der Flugmodus aktiviert werden kann. Und von unten zieht man die Benachrichtigungen hoch. 

Nun wären noch die 2 Knöpfe auf der rechten Seite zu erwähnen. Der obere Knopf ist für den Eintritt ins Menü gedacht und der untere Knopf öffnet die Sportabteilung, mit den jeweiligen Sportprogrammen, die da wären z.B. Laufen, Gehen, Radfahren, Wandern, Schwimmen und Co. Dazu sei erwähnt, dass man die meisten Sportprogramme als In- oder Outdoor-Aktivität starten kann.

Alltag


Aufstehen, fertig machen, arbeiten. Zwischen drin ein Blick auf die Uhr. Die Gestenaktivierung der Uhr funktioniert gut. Das ist mir wirklich wichtig, denn ich möchte einen kurzen Blick auf die Uhr werfen und das beiläufig und nicht konzentriert um die Zeit ablesen zu können.

Unterwegs erkennt die Uhr natürlich die gelaufenen Schritte. Dies teilweise optimistischer als gedacht. Ein paar Wirbeltests mit den Armen und man merkt, dass wildes Gestikulieren auch als Schritte gezählt werden. Okay, damit kann man leben, denn der Mensch wird nicht mit wirbelnden Armen umherlaufen, oder? Was mir jedoch wirklich aufgefallen ist, das leider negativ, ist, dass die Uhr beim Autofahren Schritte zählt…in gewisser Weise ist das legitim, denn ein Tracker ist nun einmal nicht AI genug, um das genau zu erkennen, aber meine privaten Geräte erkennen dabei keine Schritte..ausser mein altes Fitbit Armband.

Nach der Arbeit noch einen kurzen Dauerlauf mit dem Hund? Okay, da sehe ich ja direkt, wie gut die Uhr da funktioniert. Einfach Mal drauf los. Das Ergebnis? Okay, sie erkennt keinen Sport automatisch. Das ist ernüchternd.

Immer wieder wurde ich auf meine 2 Uhren angesprochen und das nahm ich natürlich als Chance wieder Meinungen zu erhalten, wie die Huawei Watch GT angenommen wird. Fast jedem hat die Uhr optisch gefallen. Wenn jemand allerdings genauer fragte und sich im Menü umsah, dann trat nicht selten Ernüchterung ein. Man erwartet von einer optisch grandiosen Uhr wohl mehr.

Huawei Watch GT
Huawei Watch GT

Fazit


Da wären wir dann auch beim Fazit angekommen. Die Meinungen der Leute, die in meinem Umfeld die Uhr anschauen konnten, kann ich nur teilen, denn ich habe auch inhaltlich mehr erhofft. Ich wurde im Vorfeld skeptisch, als Huawei die Ansage machte, die Uhr würde 2 Wochen mit einer Akkuladung auskommen. Das klang sehr gut, jedoch nicht ohne Kompromiss.

Es fehlen mir dadurch einfach einige Dinge. Auch die ich selber vielleicht nicht benutze, aber viele andere Leute. Ich selber hätte mir ein Ruderprogramm gewünscht, die Möglichkeit auf Nachrichten zu antworten und vor allem, einen Appstore, in dem ich andere Watchfaces und Apps downloaden kann. Des Weiteren fehlt einfach die Musikanbindung. Kein Musikstreaming. Keine Galerie, in der man die Lieblingsfotos hinzufügen kann. Des Weiteren fehlt mir die intuitive Bedienung der Huawei Watch GT. Meine Ansprüche sind evtl. zu hoch, aber eine bewegliche Lünette, mit der man durchs Menü springen kann, habe ich erhofft. 

Die Huawei Watch GT gibt es z.B. bei Amazon für 199€ * (REF LINK) zu kaufen. Der Preis ist für das Gesamtpaket angemessen, auch wenn das Lite OS nicht mit anderen Systemen mithalten kann. Wir hoffen, dass das zukünftig ausgebaut wird und via Update mehr reinkommt.

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Über den Autor

FernwehMensch, Technikaffin , Smartphonography lover

7 Kommentare

  1. Michael veröffentlicht am

    Sorry, aber auf Dinge hinzuweisen ,dass sie fehlenobwohl es von Anfang an klar war ,halte ich für dämlich. Entweder man hat sich nicht informiert der aber man hat die Infos ignoriert.

    • Sean veröffentlicht am

      Für dich mag das klar sein – für mich und die meisten anderen potentiellen Käufer aber nicht. Die meisten Menschen lesen Reviews erst nachdem ein Produkt veröffentlicht wurde. Wenn das bei dir anders ist: schön für Dich. Vielleicht solltest du auch einmal deine Wortwahl überdenken (und nein, ich habe mit den Betreibern der Seite nichts zu tun).
      On Toppic: das Fazit beschreibt genau warum die Uhr mich nicht ansatzweise interessiert. Vielen Dank für den Review
      MfG Sean

  2. Tigra Watanabe veröffentlicht am

    Ich nutze die Watch 2 BT.
    Der Akku hällt zwar nur etwa 2 Tage bei Normalnutzung (Uhr lesen, Mitteilungen nachsehen, mehrere Wecker am Tag, Schritte, Puls, Schlafmeter), aber ich denke sie ist besser als die GT.
    Dem Funktionsumfang her sollte man die Kürzel eventuell tauschen, denn meine ist GT und die andere “meeeh”.
    Das einzige was mich stört ist das schwitzige Armband (wird demnächst durch ein Milanese Armband ausgetauscht) und das Gehäuse beim Schlafen (drehe das Gehäuse beim schlafen immer auf meine Arminnenseite).

  3. funky_1975 veröffentlicht am

    Zunächst einmal eine kleine Korrektur:
    Die Wetteranzeige greift nicht auf das interne GPS zurück, sondern auf die Wetterdaten des verbundenen Handys.

    Ansonsten ein guter “Artikel”, den ich aber nach ein paar Tagen mit der Watch GT im Fazit nicht mitgehe.
    Zunächst möchte ich sagen, dass meine erste “Smartwatch” eine klassische Pebble war, die ich geliebt habe (die aber auch hässlich wie die Nacht war). Es folgte eine Moto 360 (1. Gen) und die Asus Zenwatch 3.
    und am Ende bin ich genervt von AndroidWear wieder bei ner analogen Casio gelandet 😉

    Android Wear hat zwar viele personalisierungsmöglichkeiten, aber ist bis heute ziemlich buggy und laggy… Und je nach Hersteller auch sehr der Updatepolitik unterworfen. Meine Zen3 war am Ende (nach einem Jahr!) schlechter als am Anfang und Asus stellte die Updates in einem miesen Zustand ein.

    Die GT ist zum Glück eben kein Wear-Produkt…
    Und erfüllt ihren Zweck absolut… Nicht jeder will sich Fotos auf seiner Uhr anschauen (warum auch???) und seien wir mal ehrlich: auf Nachrichten antworten ist auf Wear ein graus. Wer tippt auf dem Minininininininininin-Keyboard? Und reinsprechen… Neeee… ich will in Berlin nicht auf der Strasse angeglotzt werden, weil ich in meine Uhr quatsche.Und wenn ich drin bin, nehme ich mein Handy.
    Vielleicht wären Textbausteine “Ja, Nein, bis später, okay…” nett, aber wirklich nötig? Für mich zumindest nicht.
    Ich werfe eher nur ein Blick auf die Uhr um zu sehen, ob etwas “wichtig” ist und erspare mir so ggf. die Notwendigkeit meinTelefon rauszuholen.
    Selbiges gilt für das telefonieren über die Uhr.
    Hab ich einmal gemacht… muss ich nicht… brauch ich nicht… will ich nicht.

    Ich persönlich vermisse natürlich auch ein oder zwei Sachen: Nen gutes Kletterprogramm (Baro ist ja drin)… Vielleicht ein etwas frei belegbares Watchface…
    und gerne hätte ich einen always on Mode (von mir aus auch dann mit nur 10 Tagen Laufzeit).
    Aber insgesamt ist die Watch genau das was ich gesucht habe.
    Mehr Pebble als Wear…

    Ich hoffe ebenfalls, dass ein paar Updates kommen und evtl. auch das runde Display in den Menüs besser genutzt wird usw.
    Aber ich würde die Uhr gegen keine WearOS Uhr tauschen wollen… Weil ich aber auch vorher wusste worauf ich mich einlasse.

    Wer mit seiner Uhr telefonieren will… reinquatschen… Bilder zeigen… Musik steuern (mach ich meist über meine Kopfhörer) usw.
    der liegt hier Falsch.

    Wer einen sehr guten Fitnesstracker möchte und dazu eben “klassische” Smartwatchfunktionen, die man eher von Pebble kennt (also die Uhr eher als Info-Zentrale nutzt), der wird zufrieden sein.
    Und nein, ich muss in nachrichten nicht alle Emojis und Gifs und Animojis und wasweißichfürMojis sehen… ich will wissen, wer gerade etwas von mir will und ob´s zeitnah “wichtig” ist.
    Und was ich noch will: meine Uhr nicht alle 24 Stunden oder zwei Tage laden…

    Bitte betrachtet das nicht als Kritik an eurem Artikel… Eher als andere Sichtweise.
    Ich war eher von Wear enttäuscht und habe daher eher andere Erwartungen, die die GT hier mehr bedient, als die Konkurrenz… Von daher: Gut gemacht Huawei.

  4. Harald64 veröffentlicht am

    Hallo Marco und Hallo Rainer ich habe eine Frage zu den Wearables von Huawei : Gibt es ein Gerät von Huawei das den Blutdruck messen kann? Würde mich freuen über eine schnelle Antwort Gruß HB

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