Willkommen zur zweiten Runde meines Mate 20 X Tests, heute mit dem Schwerpunkt Fotografie. Vielleicht fragt ihr euch, warum habe ich das Thema “Mate 20 X – Fotos und Videos” nicht in den allgemeinen Testbericht integriert habe. Nun das hat einerseits etwas mit dem Umfang zu tun. Der allgemeine Testbericht war auch so schon recht umfangreich und wir wollen für euch ja Artikel schreiben, keine Romane. 😉

Zum anderen ist Fotografie ja eines der Schwerpunktthemen mit denen das Mate 20 X vorgestellt wurde. Auch für mich war die Fotografie einer der wichtigsten Punkte für die Neuanschaffung. Konnte mein altes Mate 9 bei Tageslicht auch schon sehr gute Fotos machen, so hatten Bilder bei wenig Licht doch oft ein starkes Rauschen und den Nachtmodus konnte man nur mit Stativ benutzen, welches man natürlich nie dabei hatte.

Im folgenden Test will ich schauen, ob die Versprechen bezüglich der Mate 20 X – Fotos und Videos nur Werbung sind oder wir wirklich gute Bilder geboten bekommen. Zur Erinnerung, wir verwenden das chinesische Mate 20 X (EVR-AL00) es ist daher möglich, dass sich durch die leicht abweichende Software hier und da kleine Unterschiede ergeben. Hinzufügen möchte ich noch, dass wir alle Bilder hier im Artikel verkleinert haben. Das geht natürlich auch zulasten der Bildqualität, sodass die Bilder hier nicht mehr als ein erster Eindruck sein können. Natürlich wollen wir euch aber die tatsächlichen Aufnahmen nicht vorenthalten, daher findet ihr am Ende des Artikels einen Link unter dem ihr euch alle Bilder im Original ansehen könnt.

Mate 20 X – Zoom

In meinen Mate 20 X – Fotos und Videos-Test möchte ich als erstes auf die von mir am häufigsten genutze Funktion eingehen, den Zoom. Ja tatsächlich ist es der “Zoom” und nicht etwas “Lebensmittel”, denn entgegen dem Trend sehe ich mir lieber die tollen Landschaften aus dem letzten Urlaub nochmal an als alle Welt mit den Fotos meiner Mahlzeit zu “beglücken”. 😉

So habe ich das tolle Sonnenwochenende genutzt und eine kleine Wanderung durch den Grunewald unternommen. Bei dieser Gelegenheit habe ich den Grunewaldturm in verschieden Zoomstufen für euch aufgenommen.

Die realistischste Wiedergabe hat man beim zweifachen Zoom, da die Smartphonekameras bereits in der Grundeinstellung einen gewissen Weitwinkel haben. Dies ist gelegentlich auch recht nützlich, möchte man aber ein möglichst realitätsgetreues Foto machen, verbraucht man schon eine Zoomstufe nur für die tatsächliche Wiedergabe. Möchte man diese, dann wirklich noch zoomen steht einem eine Zoomstufe weniger zur Verfügung als erwartet. Allerdings ist dies bei allen Smartphones aller Hersteller, die ich kenne so.

Fokus

Die KI unterstützt uns bei Fotografieren sehr. Das heißt aber nicht, dass ihr keinerlei Einflussmöglichkeiten auf eure Bilder habt. Im Gegenteil mit kleinen Eingriffen könnt ihr viel erreichen. Die einfachste und wie ich finde wichtigste Möglichkeit ist der Fokus. Dazu müsst ihr nicht anderes tun als auf euer Display zu tippen, dann weiß die KI, dass ihr diese Stelle besonders hervorheben wollt und optimiert das Foto dementsprechend.

Besonders wichtig ist dies bei der Helligkeit. Habt ihr, so wie ich unten eine Szene, die sehr unterschiedlich ausgeleuchtet ist (Licht und Schatten) dann könnt ihr mit dem Fokus ganz nach Belieben, dass eine oder das andere hervorheben. Möchtet ihr die hellen Bereiche bevorzugen, so tippt auf diese oder auf den Himmel, dann weiß die KI ihr wollt etwas helles Fotografieren und nimmt die Helligkeit zurück, damit das Bild nicht zu hell wird. Wollt ihr lieber eine dunkle Stelle fotografieren, die im Schatten liegt, so fokussiert darauf. Die KI wird, dann das Bild heller aufnehmen damit auch die dunkleren Bereiche gut zu sehen sind.

Selfies

Ja auch die Selfies dürfen natürlich nicht fehlen. Das Mate 20 X hat dafür eine 24 Megapixel Frontkamera zur Verfügung. Die ihre Sachse sehr ordentlich macht.

Wem das allein noch nicht reicht, kann sich noch an zusätzlichen Verschönerungs-Modi versuchen. Hierfür steht natürlich wieder der bekannte Beauty-Modus, jetzt als “Weiche Haut” bezeichnet, zur Verfügung. Diesen kann man wie gehabt mehr oder weniger stark einstellen. Darüber hinaus kann man versuchen seine Porträts mit “dünneres Gesicht” und “Wärme” (verschiedene Hauttöne) noch ein wenig zu optimieren. Darüber hinaus gibt es noch diverse Filter, die sind aber wirklich nur Spielereien.

In diesem Zusammenhang noch ein Tipp von mir: Wer für seine Aufnahmen gern einen Selfie-Stick verwendet sollte bei einer Neuanschaffung genau auf die maximale Größe der Halterung achten. Ich wollte mir kürzlich auch einen neuen zulegen, da mein alter nicht drehbar ist und auch nicht als Stativ genutzt werden kann. Dabei fiel mir auf, dass es nur wenige Sticks gibt, die noch Gerätegrößen, wie beim Mate 20 X unterstützen. Hier sind viele Selfie-Stick-Anbieter nicht ganz auf der Höhe der Zeit.

Nachtaufnahmen

Auf die Nachtaufnahmen war ich persönlich besonders gespannt. Die sollten ja jetzt endlich ohne Stativ und in guter Qualität möglich sein. Und was soll ich sagen, es stimmt! Die Nachtaufnahmen sind einfach super toll. Selbst mein Vater, der auch auf dem Standpunkt steht “Smartphone, brauche ich nicht” kam bei meinen Fotos doch etwas in Versuchung. 😆

Was mich persönlich besonders beeindruckt hat, ist dass man für eine gute Nachtaufnahme nicht einmal den Nachtmodus verwenden muss. Selbst im ganz normalen Foto-Modus kann man super Nachtaufnahmen machen. Fast bessere als im Nachtmodus würde ich sagen oder zumindest realistischere. Der Nachtmodus ist natürlich auch toll aber eher dann geeignet, wenn es besonders dunkel ist oder man etwas besonders gut erkennbar fotografieren möchte.

Sonnenuntergang an der Costa del Sol

Auf den Fotos im Normalmodus hat man eine sehr realistische Wiedergabe der nächtlichen Motive. Im Nachtmodus hingegen erscheint es als würde alles mit einem großen Scheinwerfer angeleuchtet. Echt unglaublich, was Huawei hier aus den drei kleinen Kameras herausholt.

Nahaufnahmen

Natürlich kann man mit den Mate 20 X nicht nur Landschaften fotografieren, sondern auch Nahaufnahmen machen. Und auch hier ist es Huawei gelungen mir ein WOW zu entlocken. Das richtige Motiv vorausgesetzt gelingen auch hier richtig geile Aufnahmen.

Supermakro

Der absolute Oberhammer ist aber der Supermakro-Modus. Ich hatte an diese Funktion eigentlich keine besonderen Erwartungen. “Ist halt eine noch etwas größere Nahaufnahme”, dachte ich. Tja was könnte man damit fotografieren. Da wir während ich darüber nachgrübelte, gerade an der Costa del Sol (Südspanien) am Strand entlang liefen, hielt ich die Kamera spontan auf den Sand. Kein besonders toller Sand, eher etwas dunkler und ziemlich rau. Ich dachte, ich würde auf dem Foto ein paar blasse gelbbraune Körner sehen aber stattdessen…


Mate 20 X - Fotos und Videos
Sandstrand im Supermakro

… besteht dieser auf den ersten Blick eher langweilige Sand aus einem kunterbunten Sammelsurium aus Steinchen, die wären sie etwas größer, sicher jeder gern in seinem Aquarium hätte.

Um es nochmal hervorzuheben, die Supermakro-Aufnahme ist mit bloßem Augen so nicht zu erkennen. Der Supermakro vergrößert also deutlich über die Möglichkeiten unserer Augen hinaus. Zumal das hier gezeigt Foto verkleinert ist, im Originalbild haben die Steinchen eine Größe von 5 bis 20 mm.

Ein wenig Kritik muss ich aber doch anbringen: Zu den Rändern hin wird die Aufnahme etwas unscharf, hier muss noch etwas nachgebessert werden.

Nicht so gelungen

Tja, wenn ich schon Kritik übe, dann gleich ordentlich. Schließlich haben wir Deutschen immer was zu meckern, sind aber gründlich. Also bin ich mal gründlich beim Meckern (wennschon Klischees, dann richtig 😉 ).

Aber Spaß beiseite, wie eigentlich fast immer gibt es natürlich auch ein paar Sachen die noch nicht ganz rund sind. Das Erste, was mir aufgefallen ist, ist wirklich nur eine Kleinigkeit. Bei Tageslicht wird die Farbe Rot durch die KI teilweise so sehr verstärkt, dass sie sehr knallig ist (Sonnenschrim und Orangen). Etwas weniger wäre hier besser.

Mate 20 X - Fotos und Videos

Beim zweiten Punkt muss ich schon etwas lauter “meckern”. Denn so gut der KI die Stabilisierung im Nachtmodus gelingt und so tolle Bilder ermöglicht, so scheint sie dies, bei der Funktion “Seidiges Wasser” leider nicht zu können.

Mate 20 X - Fotos und Videos

Dabei erscheinen die beiden Funktionen erstmal sehr ähnlich, denn in beiden Fällen dauert die Aufnahmen des Bildes mehrere Sekunden. Aber während die Nachtaufnahmen gut gelingen, waren alle Fotos mit “Seidigen Wasser” leider sehr unscharf. Warum genau kann ich auch nicht sagen. Vielleicht hat man hier einfach vergessen die Stabilisierung der KI einzubinden. Wie auch immer, hier muss Huawei unbedingt noch einmal ran.

Videos

Natürlich kann man mit einer Smartphonekamera nicht nur Fotos, sondern auch Videos machen. Auch dies gelingt mit dem Mate 20 X sehr gut auch im 4K-Modus. Die KI-basierte Bildstabilisation leistet hier schon sehr ordentliche Arbeit. Allerdings ist sie ein wenig eine Diva, die richtig bedient werden will. Da ich bisher nur ältere Flaggschiffe oder Mittelklassegeräte genutzt/getestet habe, hatte ich mir angewöhnt, mich bei Videoaufnahmen möglichst wenig zu bewegen und das Smartphone so ruhig zu halten, wie eben geht. Diese Methode ist natürlich nicht perfekt und man wackelt trotzdem ein bisschen aber ohne KI oder optischen Bildstabilisator war es eben das Beste was man machen konnte.

Beim Mate 20 X hingegen kann man problemlos gute Aufnahmen in der Bewegung machen, man sollte aber darauf achten sich möglichst natürlich zu bewegen, da dies die Bewegungen zu sein scheinen die KI kennt und die sie gut ausgleichen kann. Mit kleinen Rucklern, wie sie beim krampfhaften Ruhighalten auftreten kann sie schlechter umgehen – also bleibt entspannt. 😉

Hier könnt ihr euch einige Videos ansehen, die ich mit dem Mate 20 X gemacht habe.

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Landschaftsaufnahme an einem Stausee bei Malaga (Südspanien) – normal FHD.

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Video vom botanischen Garten in Berlin – 4K UHD

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Aufnahme des Mittelmeers bei stürmischen Wind – normal FHD.

Kalorienanzeige mit HiVision

Eine Neuerung ist die Funktion HiVision. Ihr findet sie in der Kamera-App ganz oben links.

Mate 20 X - Fotos und Videos

Diese hilft euch Objekte zu erkennen und sie anschließend im Internet einzukaufen. Auch Lebensmittel können erkannt und die Kalorienzahl angezeigt werden. Dies funktioniert auch schon ganz ordentlich, vor allem die Shopping-Funktion. Eine Batterie, ein Salzstreuer und ein USB-Stick wurden sofort erkannt, bei einer Dose gelbe Erbsen allerdings bestand die AI auf Erdnüsse, obwohl sogar Erbsen draufstand. 😉

Auf unserem Mate 20 X waren die Shopping-Vorschläge natürlich alle auf Chinesisch, aber ehrlich gesagt empfand ich es ohnehin eher als Spielerei, die meisten Sachen finde ich auch so bei Amazon und Co. Und sollte ich mal wirklich etwas suchen, gibt es immer noch die Google-Bildersuche.

Interessanter ist für mich da schon die Lebensmittelerkennung. Hier muss ich aber auch sagen, dass ich beruflich in diesem Bereich tätig bin. Das Prinzip ist ähnlich wie beim Shoppen. Das Lebensmittel wird erkannt und die Kalorien pro hundert Gramm angezeigt. Dies ist nützlich, wenn ich mir das Nachschlagen in einer Tabelle ersparen möchte. Aber wieviel Kalorien das Lebensmittel hat so, wie es vor mir liegt, kann mir die KI noch nicht sagen. Aber genau dies ist es was die meisten Menschen interessieren dürfte. Sollte diese Funktion es irgendwann schaffen ganze Menüs (Salate, Eintöpfe, Pfannen-Gerichte) zu erkennen, die Mengen weitgehend richtig einzuschätzen und dann die Kalorienmenge des gesamten Essens zu präsentieren, ja dann wäre es eine wirkliche Hilfe und könnte viele Menschen im Alltag echte Unterstützung bieten. Aber aktuell ist es nun ja – ein Anfang.

Highlights

Zum Abschluss möchte ich euch noch einige der schönsten Fotos zeigen, die ich bisher mit dem Mate 20 X gemacht habe. Vorhang auf für die “Best of Mate 20 X”. Zuerst ein paar Ansichten aus der Altstadt von Marbella in Südspanien.

Altstadt von Marbella (Südspanien)

Marbella (Südspanien) (2)
Marbella (Südspanien) (3)
Marbella (Südspanien) (4)
Marbella (Südspanien) (1)
Marbella (Südspanien) (5)
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Dann noch ein paar Bilder vom Caminito del Rey. Einen Wanderweg in Südspanien durch eine spektakuläre Schlucht.

Caminito del Rey

Caminito del Rey (10)
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Caminito del Rey (6)
Caminito del Rey (9)
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Caminito del Rey (4)
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Und zum Schluss noch ein Fotos eines Aquariums im botanischen Garten Berlin.

Fazit

Kann mich das Mate 20 X nun auch mit seiner Kamera überzeugen? Auch hier, ihr werdet es ahnen, kann mich das Mate 20 x absolut überzeugen. Natürlich gibt es hier und da noch Verbesserungsbedarf, könnte die eine oder andere Funktion noch verfeinert werden und noch mehr Zoom wäre mir immer willkommen. Aber in den allermeisten Alltags- oder auch Urlaubssituationen leistet die Kamera des Mate 20 X sehr gute Arbeit und überrascht manchmal sogar mit richtig tollen Aufnahmen.

Zu guter Letzt hier der versprochene Link, zu den Originalfotos. LINK

Bewertung

9.0 Awesome
  • Zoom 9
  • Selfies 10
  • Nachtaufnahmen 10
  • Nahaufnahmen 10
  • Supermakro 9
  • Videos 8
  • Zusatzfunktionen 7
  • Nutzerbewertungen (5 Stimmen) 9.7
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Über den Autor

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Vielseitig interessierte Bloggerin, die auch gern mal über den Tellerrand schaut und Katzen in jeder Größe liebt.

2 Kommentare

  1. Avatar
    Mike veröffentlicht am

    Auch hier von mir ein herzliches Dankeschön für deine Erfahrungen…
    Toll geschrieben und deckt sich weitestgehenauch mit meinen Erfahrungen, auch wenn ich nur ein Hobbyknipser bin.
    Lg Mike

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