Nach dem Großen Hype um die P-Serie hat Huawei vor kurzem ihre Einsteigermodelle mit der 2018er Y-Serie vorgestellt. Zwei der insgesamt sechs vorgestellten Modelle konnte ich in einem ausführlichen Alltagstest auf Herz und Nieren prüfen. Ob die Smartphones mit einem Preis um die 200€ auch genügend Leistung und Ausdauer bieten, erfahrt ihr hier.

Es handelt sich hierbei um einen Vergleichstest zwischen dem Y6 2018 mit ATU-L21 8.0.0.100(C432) und dem Y7 2018 mit LDN-L21 8.0.0.100(C432). Diese Beide ähneln sich sehr stark und solange nicht anderes im Testartikel erwähnt wird, treffen die Informationen auf beide Smartphones gleichermaßen zu.

1. Unboxing und technische Daten
2. Design und Verarbeitung
3. Hardware und Software
4. Kamera
5. Empfang
6. Akku
7. Preis und Verfügbarkeit
8. Fazit

Unboxing und technische Daten

Schauen wir gleich mal zu Beginn was man außer dem eigentlichen Smartphone alles geliefert bekommt.

Packungsinhalt:

  • Ladegerät
  • MicroUSB Kabel
  • SIM-Tool
  • Schnellstartanleitung/Garantieunterlagen

Erfreulicherweise ist ab Werk schon auf beiden Geräten eine Displayschutzfolie angebracht. Das ist bei dieser Preisklasse nicht selbstverständlich 😊 Ein Silikon-Case ist jedoch nicht im Packungsinhalt enthalten. Das Standard-Ladegerät lädt mit 5V bei 1A auf – unterstützt also kein Quickcharge. Obwohl die Geräte sogar einen Klinkenanschluss für Kopfhörer haben, sind keine beigelegt. Man kann ja auch nicht zu viel von so einem preisgünstigen Handy erwarten.

Zuerst zu den wichtigsten technischen Daten des Y6:

  • SoC: Qualcomm 8917 Quad-Core, bis zu 1.4 GHz
  • GPU: Qualcomm Adreno 308 GPU
  • Display: 5,77” FullView, LCD, 18:9, 1440*720 px, 279 ppi,
  • Speicher: 2GB RAM, 16GB Flash Speicher (microSD erweiterbar bis zu 256 GB)
  • Akku: 3.000 mAh Lithium- Polymer
  • Betriebssystem: Android 8.0 Oreo & EMUI 8.0
  • Kamera: 13MP + 5MP
  • Netzwerk: SIM1 (4G, 3G, 2G) SIM2 (3G, 2G)

Sonstiges: 3,5mm Klinkenanschluss

Hier die wichtigsten technischen Daten zum Y7:

  • SoC: Qualcom 8937 Quad-Core, bis zu 1.4 GHz
  • GPU: Qualcomm Adreno 505 GPU
  • Display: 5,99” FullView, LCD, 18:9, 1440*720 px, 268 ppi,
  • Speicher: 2GB RAM, 16GB Flash Speicher (microSD erweiterbar bis zu 256 GB)
  • Akku: 3.000 mAh Lithium- Polymer
  • Betriebssystem: Android 8.0 Oreo & EMUI 8.0
  • Kamera: 13MP + 8MP
  • Netzwerk: SIM1 (4G, 3G, 2G) SIM2 (3G, 2G)

Sonstiges: 3,5mm Klinkenanschluss, Fingerabdrucksensor, nur bei LDN-L01: NFC

Design und Verarbeitung

Ob schmale Displayränder oder das 18:9 Bildschirmverhältnis, designtechnisch stehen beide Geräte dem aktuellen Smartphone-Trend nicht viel nach. Beide bestehen hinten aus Kunststoff, wobei dieser beim Y7 glänzend-spiegelnd gehalten, und beim Y6 matt ist. Dadurch bleiben auf dem Y6 auch deutlich weniger sichtbare Fingerabdrücke zurück als auf dem großen Bruder. Ein weiterer großer Unterschied zwischen den beiden ist, dass das Y7 mittig auf der Rückseite einen Fingerabdrucksensor spendiert bekommen hat. Die Kameramodule sind wiederrum Identisch. Neben den horizontal angeordneten Kameralinsen mit Blitz befindet sich noch das erste Mikrofon.

Huawei Y7 & Huawei Y6 Rückseite

Y7 und Y6 Rückseite

Design

Auf der vorderen Seite weisen beide Modelle keine Unterschiede auf. Das Display besteht aus Glas und ist von recht schmalen Rändern umgeben (ohne Notch). Die Benachrichtigungs-LED ist ganz links oben platziert. Links neben der Hörmuschel ist dann die Front-Kamera und rechts daneben befindet sich der Blitz für die Frontkamera. Ja, bei diesen preisgünstigen Geräten erhält man sogar einen Selfie-Blitz, den nicht mal High-End-Flaggschiffe wie das Huawei P20 Pro aufweisen können. Wie der Großteil der Smartphones von Huawei gibt es auch hier keine physikalischen Tasten auf der Vorderseite, da alles durch On-Screen-Tasten gesteuert wird. Beim Y7 befindet sich auf der Unterseite links der Kopfhöreranschluss, rechts der Lautsprecher und das zweite Mikrofon und in der Mitte der MicroUSB-Anschluss. Beim Y6 ist der Kopfhöreranschluss auf der Oberseite angebracht, unten mittig befindet sich der MicroUSB-Anschluss, links davon kein Lautsprecher (sind nur Löcher) und rechts davon das zweite Mikrofon und der wirkliche Lautsprecher. Auf der linken oberen Seite befindet sich der Einschub für, aufgepasst, 2 SIM-Karten und eine MicroSD Karte! Dieses Feature misst man bei einigen Geräten die noch dazu mehr als das Doppelte kosten. Rechts ist zu guter Letzt die Lautstärkewippe und der Power-Button.

Huawei Y7 & Huawei Y6 Unterseite

Y7 und Y6 Unterseite

Die Geräte sind einwandfrei verarbeitet und dank der Kunststoffrückseite, die ganz nebenbei noch strapazierfähiger als Glas ist, liegen die Geräte angenehm leicht in der Hand.

Hardware und Software

Huawei Y7 Vorderseite

Y7 Vorderseite

Y6 Vorderseite

Y6 Vorderseite

Display

Als Bildschirm kommt bei beiden ein IPS LCD Touchscreen zum Einsatz, welcher mit einer Auflösung von 1440 x 720 auflöst. Beim Y7 ist der Screen marginal größer als beim Y6 und zwar 5,99“ zu 5,7“. Das Display ist meiner Meinung für den normalen Alltag nach ausreichend scharf, auch wenn die Auflösung mit HD+ laut Datenblatt etwas Bescheiden ist. Die Farbwiedergabe und die Schwarz- und Weißwerte gehen ebenfalls in Ordnung. Auch bei direkter Sonneneinstrahlung hatte ich nie große Probleme, etwas abzulesen. Wie man anhand der Displayauflösung schon erkennen kann, kommt auch hier das neu begehrte 18:9 Displayverhältnis zum Einsatz. Das Smartphone schaut dadurch etwas länger aus und wirkt nicht mehr so breit. Die Software passt die Apps an dieses Verhältnis an und man kann zum Beispiel bei YouTube das Video einfach „zoomen“ und es passt sich den Rändern an, ohne schwarze Balken links und rechts zu haben.

Huawei Y7 & Huawei Y6 Vorderseite

Y7 und Y6 Vorderseite

CPU und GPU

Überragende Leistung darf man sich bei diesen Geräten natürlich nicht erwarten, doch für ein Einsteigerhandy reicht es alle mal. Angetrieben werden die Geräte von Qualcomm-Prozessoren. Beim Y6 kommt eine Recheneinheit mit vier, beim Y7 mit acht Kernen zum Einsatz, die jeweils mit 1,4 GHz getaktet sind. Beide haben Zugriff auf 2GB RAM und 16GB ROM wobei hier tatsächlich circa 8GB zu Verfügung stehen.

Speicher

Speicher

Im Alltagstest konnte ich nur vereinzelt kleine „Denkpausen“ oder Verzögerungen im Millisekunden Bereich feststellen. Für einfache Anwendungen wie WhatsApp, Surfen oder Emails schreiben reicht die Leistung gut aus. Bei etwas anspruchsvolleren Anwendungen kann es vereinzelt zu kleinen Rucklern kommen, was mich persönlich aber überhaupt nicht gestört hat. Für die grafische Leistung hat das Y6 eine Qualcomm Adreno 308 GPU und das Y7 eine Qualcomm Adreno 505 GPU. Die getesteten Spiele (Asphalt 8, Smash Hit, Temple Run) konnte ich in mittlerer Auflösung gut spielen. Die Temperaturentwicklung hielt sich bei beiden Smartphones auch bei anspruchsvolleren Aufgaben in Grenzen.

Android 8 und EMUI 8

Keine Abstriche muss man bei der Software machen, denn beide kommen gleich mit der neuesten Android und der dazugehörigen EMUI Oberfläche von Huawei auf den Markt. Dadurch hat man Zugriff auf alle neuen Features und die Sicherheitspatches sind in der Regel auch aktuell. Wer bisher noch kein Huawei Smartphone mit EMUI 8 hatte, der schaut sich am besten unseren Vergleich EMUI 8 / EMUI 5 an. Die EMUI passt sich gut an das neuartige Seitenverhältnis an. Bei Apps, die man das erste Mal startet, wird gefragt, ob man diese App im Vollbildmodus starten möchte oder nicht. Das heißt, ob die Anwendung „gestretched“ werden soll, um die schwarzen Balken oben und unten zu eliminieren. Bei Videos kann man, wie schon erwähnt, einfach „zoomen“ und es wird dem breiteren Verhältnis angepasst. Bewegungssteuerungen erleichtern das Bedienen der Geräte. Gesten wie etwa „Tap to Wake“, also das antippen des ausgeschalteten Bildschirms um es aufzuwecken, ist auch dabei und in Verbindung mit Face-Unlock wirklich praktisch. Ein Screenshot kann zum Beispiel durch das Herunterwischen von drei Fingern aufgenommen werden.

Face-Unlock und Fingerprintsensor

Beide Geräte unterstützen gleich von Anfang an das Entsperren mit Hilfe der Gesichtserkennungs- Software. Diese funktioniert bei guten Lichtverhältnissen zuverlässig, auch wenn man nicht direkt frontal auf das Gerät schaut. Bei etwas weniger Licht dauert die Erkennung dann etwas länger. Beim Y7 hat man zum Beispiel bei Dunkelheit die Möglichkeit, auf den Fingerabdrucksensor zurückzugreifen. Wie von Huawei gewohnt, ist der Sensor sehr schnell, egal wie der Finger ihn berührt. Die üblichen Fingerabdruck-Wischgesten wie etwa das herunterziehen der Benachrichtigungsleiste oder das durchblättern der Galerie werden natürlich auch wieder unterstützt.

Huawei Y7 Rückseite

Y7 Rückseite

Kamera

Natürlich kann die Kamera eines 150€ beziehungsweise 200€ Gerätes nicht mit dem der Flaggschiffe wie etwa dem Huawei P20 Pro mithalten. Es sollte jedem bewusst sein, dass wenn man sich ein Smartphone in dieser Preisklasse kauft, die Bilder und Videos akzeptabel, aber eben nicht hervorragend sind. Dennoch sind die Fotos durchaus brauchbar und man bekommt sogar ein Feature, mit dem nicht mal das P20 Pro prahlen kann, und zwar den Selfie-Blitz. Mit diesem kann man, trotz nahezu kompletter Dunkelheit, zumindest noch die Gesichter bei einem Selfie erkennen, welche ohne Blitz in der Dunkelheit verschwinden würden. Die Fotos können mit bis zu 4160*3120 Pixeln aufgenommen werden, Videos mit FHD (1080p).

Beide Geräte haben die gleichen Kamera-Modi:

Kameramodi

Kameramodi

Die Testbilder

Soweit ich das persönlich und laut Datenblättern beurteilen kann, sind beide Kameramodule und auch die Software identisch. Dennoch habe ich testhalber ein Motiv mit beiden Smartphones abfotografiert.

Y6

Y6

Y7

Y7

Das obere Foto ist vom Y6 und das Untere vom Y7. Ich finde, dass die schärfe und der Weißabgleich gleich sind. Aus diesem Grund repräsentieren die folgenden Testbilder die Bildqualität für beide Geräte.

Landschaft

Landschaft

Auf diesem Landschaftsfoto finde ich den Dynamikumfang wirklich in Ordnung. Der Himmel ist schön blau und die Details in den Wolken sind auch gut zu erkennen.

Bokeh-Effekt

Bokeh-Effekt

Hier habe ich den Bokeh-Effekt getestet, und wie man sehen kann, funktioniert dieser wie er soll und liefert schöne Ergebnisse.

F/2.2, ISO-1791, 1/12Sek. Belichtungszeit, Automatikmodus

F/2.2, ISO-1791, 1/12Sek. Belichtungszeit, Automatikmodus

Bei sehr starker Dunkelheit stößt die Kamera ein ihre Grenzen. Trotzdem finde ich das Bild brauchbar.

Empfang

Mit der Konnektivität hatte ich mit beiden Geräten nie Probleme und der Wechsel von keinem Netz zu Empfang (z.B. in einer Tiefgarage oder Keller) ging immer sehr fix. Mit WLAN und Bluetooth gab es auch nie Verbindungsabbrüche oder ähnliches – Bluetooth 5 wäre zwar nett gewesen, findet man allerdings noch nicht mal in den meisten Flaggschiffen vor. Schade, denn hier wäre eine Weiterentwicklung wirklich gut.

Akku

Der Akku war bei Huawei immer schon gut und ist auch bei diesem Gerät wieder super. Es wird beim Y6 und beim Y7 ein 3000 mAh Akku verbaut. Bei normaler Nutzung kommt man ganz leicht durch einen Tag. Bei anspruchsvoller Nutzung hielt der Akku jedoch ungefähr einen halben Tag.

Akkunutzung

Akkunutzung

Preis und Verfügbarkeit

Beide sind ab sofort in den Farben Schwarz, Blau und Gold erhältlich. Das Y6 bekommt man für 149,00€ UVP und das Y7 für 199,99€ UVP.

Letzte Aktualisierung am 30.11.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Fazit

Es sind beides sehr gute Einsteiger Smartphones mit ein paar kleinen Abstrichen bei Kamera und Rechenleistung. Für jemanden, der nicht all zu hohe Ansprüche stellt und sein Smartphone hauptsächlich für Social Media, ein paar brauchbare Fotos und für normal-aufwändige Spiele zwischendurch nutzt, sind diese Geräte für diesen Preis spitze. Man kann sich also entweder für das kleinere Modell, welches aufgrund seiner Größe etwas leichter zu bedienen ist und in Sachen Prozessor und Displaygröße etwas schwächer bestückt ist, entscheiden. Oder man nimmt das Y7, welches abgesehen von dem größeren Display und der besseren Rechenleistung noch einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite montiert hat. Egal wie, mit beiden Geräten kann man glücklich werden.

Hier nochmal eine genaue Gegenüberstellung. Das Y7 erhält eine etwas bessere Gesamtpunkteanzahl von 7,7 im Vergleich zum Y6 mit 7,3 Punkten. Y7 in weiß, Y6 in Schwarz:

Gegenüberstellung Y7 Y6

Was haltet ihr von der neusten Einsteiger Serie? Gefallen euch die Modelle oder greift ihr lieber zur nächst höheren Preisklasse? Schreibt uns gerne in die Kommentare oder nehmt an unserer Diskussion in der Facebook Community teil!

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