Huawei Mate S Test – Inhaltsverzeichnis

1. Unboxing 6. Kamera 11. Sound/Musik
2. Technische Daten 7. Speicher 12. Akku/Akku-Laufzeit
3. Design/Verarbeitung 8. Konnektivität 13. Preis/Verfügbarkeit
4. Display 9. Gaming 14. Fazit
5. Software 10. GPS/Navigation

Am 02. September stellte Huawei im Rahmen der IFA 2015 in Berlin mit dem Mate S sein aktuelles Topmodell vor.

Noch während der Präsentation stellte sich heraus, dass eine erwartete Funktion (zunächst) nicht verfügbar sein wird: Force Touch.
Die Enttäuschung war ehrlich gesagt schon recht groß bei mir, denn mit diesem Feature wäre Huawei ganz vorne dabei gewesen.  Unseren Informationen nach wird es noch eine Weile dauern, bis man bei Huawei die qualitativen Voraussetzungen der Hardware und Software für soweit hält, dass man dieser Funktion die Marktreife zuspricht; auf jeden Fall ist in 2015 wohl nicht mehr damit zu rechnen.

Allerdings verschwand die Enttäuschung dann irgendwann – genauer gesagt in der Nacht vom 2. auf 3. September, so gegen 02:30 Uhr – geschuldet war dies der Neugier auf das Mate S und so wurde dann aus Enttäuschung bald Neugierde und aus Neugierde irgendwann schon eine gewisse Begeisterung.

Warum genau, das erfahrt ihr wie immer ausführlich in den einzelnen Kategorien unseres Huawei Mate S Test!

Unboxing

Das gab es unmittelbar nach der Pressekonferenz und hier für euch nochmal zum Ansehen:

 

Lieferumfang:

  • Huawei Mate S
  • Netzadapter & USB-Kabel
  • Stereo-Kopfhörer
  • Kurzanleitung & Garantieunterlagen
  • Nadel zum Öffnen des SIM/SD-Slot
  • Leder Flip Case

Nachdem ich beim Huawei P8 schon hellauf erfreut war, dass man im Hinblick auf Oberklasse/Premium Smartphone endlich vernünftige Stereo-Kopfhörer zu den Topmodellen dazu packt, bin ich diesmal wirklich sehr positiv überrascht über das beiliegende Leder Flip Case.
Dieses schlägt als Original Zubehör meist nochmal mit minimum 30 Euro zu Buche und gehört hier zum Lieferumfang. Um es mit Facebook zu sagen: „Gefällt mir“.

Technische DatenHuawei Mate S Telefoninfo

Kurzübersicht:

SoC: Hisilicon Kirin 935, Octa core (4*2.2GHz + 4*1.5GHz), 64-bit, GrafikprozessorMali T628 MP4

Display: 5,5 Zoll Full-HD  AMOLED

Speicher: 3 GB RAM, 32 GB/64 GB/128  GB ROM, erweiterbar (microSD) bis zu 128 GB

Kamera: 13 MP Hauptkamera RGBW, OIS, AF / 8 MP Frontkamera

Akku: 2.700 mAh

Betriebssystem Android 5.1.1 + EMUI 3.1

Die vollständigen Daten findet ihr auf unserer Huawei Mate S Produktseite.

Viele hatten sich im ersten Halbjahr für das nächste Mate den Kirin 950 gewünscht. Doch bereits Mitte des Jahres war klar, dass dieser wohl erst ab 2016 in den Geräten stecken wird. Der Kirin 935 liegt leistungsmäßig etwas hinter den Topmodellen von Qualcomm und Exynos zurück. Trotzdem bin ich der Meinung, dass eine derzeit ausreichende Rechenpower im Mate S steckt. Die 3 GB Arbeitsspeicher sind ebenfalls absolut befriedigend.

Mehr zu den Spezifikationen und wie sie sich im jeweiligen Einsatzbereich bewährend gibt es in den nachfolgenden Kategorien.

Design/Verarbeitung

Beim  Mate S hatte ich ein kleines Déjà vu. Denn es ging mir ziemlich ähnlich wie rund 5 Monate zuvor bei der Präsentation des Huawei P8 in London. Es ist also kein Design bei dem ich sage „Wow“, sondern es ist ein Smartphone Design, wie man es kennt.

Aber ebenso wie beim P8 muss man bei der näheren Begutachtung Huawei seine Hochachtung hinsichtlich der Verarbeitung zollen. Hier ist Huawei definitiv schon Premium.

Schauen wir uns das Mate S im Detail an:

Die Vorderseite wir bestimmt vom 5,5 Zoll Display. Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes 2,5D Display, bei dem die Ränder leicht abgerundet sind. Dies wirkt gerade bei der Haptik sehr angenehm und optisch durchaus als eleganter Übergang zum schmalen Seitenrand, der gerade einmal 2,65mm misst. Zumal sich diese Wölbung ja auch auf der Rückseite des Mate S – wie wir es auch schon vom Mate 7 kennen – fortsetzt.

Am oberen Rand befinden sich von links nach rechts, ein LED Blitz, die Hörmuschel zum Telefonieren, die Frontkamera und die typischen Sensoren für Helligkeit und Annäherung.
Unter dem Display findet sich auf der Frontseite lediglich der Huawei Schriftzug, da beim Mate S On-Screen Navigationstasten zum Einsatz kommen.

Das Verhältnis von Display zu Gehäuse (screen-body-ratio) beträgt rund 74%.

Auf der Rückseite dominiert natürlich der obere Bereich, in dem Hauptkamera mit zweifarbigem LED Blitz angebracht sind. Direkt darunter befindet sich der Fingerabdrucksensor, der kleiner ausfällt als beim Mate 7 und auch nicht mehr so tief sitzt. Insgesamt wirkt dieser deutlich „unaufdringlicher“.

Daneben finden sich die beiden Kunststoffeinfassungen im oberen und unteren Bereich, die weniger Designelement sind, sondern im Bereich der Antennen dafür sorgen, dass auch die Konnektivität gegeben ist. Da das Mate S einen Aluminium Unibody hat, wäre andernfalls eine Verbindung eher schwer möglich. Hier zitiere ich gerne nochmal Arne Herkelmann seines Zeichens Head of Handset Portfolio & Planning Europe at Huawei, der es auf den Punkt bringt:

Das ist Physik und nicht Design!

Auf der Oberseite befindet sich dann der 3,5 mm Klinkenanschluß und das Mikrofon zur Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen. An der Unterseite finden wir das seit dem Huawei P8 bei den Modellen von Huawei und Honor vorherrschende Design wieder. Mittig den MicroUSB Anschluß und links und rechts daneben zwei Gitter. Hinter einem verbirgt sich dabei der Lautsprecher des Mate S, hinter dem anderen eines der drei verbauten Mikrofone. Neben den Gittern befinden sich dann links und rechts die beiden Schrauben, die das komplette Smartphone zusammenhalten.

Die rechte Gehäuseseite ist ebenfalls ganz klassisch; hier befindet sich die Lautstärkewippe und der Einschaltknopf. Etwas Neues finden wir dagegen auf der gegenüberliegenden linken Gehäuseseite. Denn wo bislang immer zwei Slots vorhanden waren – einmal für microSD und einmal für die SIM Karte – findet sich jetzt nur noch ein Slot, der beide Karten aufnimmt.
Gerade auf den beiden Seiten wird auch wieder die hochwertige Verarbeitung deutlich. Denn weder die Knöpfe wackeln herum, noch klappert oder hakt es irgendwo an dem SIM/SD-Slot. Im Gegenteil – hier weiß Huawei inzwischen mehr als zu überzeugen und kann sich definitiv das Prädikat Premium bei der Verarbeitung auf seine Geräte drucken!

 

Display

Beim Display kommt ein 5,5 Zoll AMOLED mit Full-HD (1920*1080 Pixel/401ppi) Auflösung zum Einsatz. Huawei bleibt hier mit der Full-HD Auflösung seinem sinnvollen Ansatz treu und betreibt nicht das unsinnige Spielchen unbedingt ein QHD Display zu verbauen, welches nur zu Lasten des Akku geht und keinen für das menschliche Auge sichtbaren Vorteil bringt.

Zu AMOLED muss man wohl ebenfalls nicht viel sagen. Hervorragende Kontrastwerte, schnellere Reaktionszeit und ein geringerer Energieverbrauch sind einige Kenndaten. Auch bei großen Blickwinkeln bleibt das Bild stabil. Helligkeit und Farbtemperatur lassen sich zudem nach eigenen Vorlieben anpassen.
Allerdings hatte ich etwas Schwierigkeiten einen sehr guten Weißwert zu erreichen. Hier kam es bei mehr Farbwärme schnell zu einem „Orange-Stich“ und bei mehr Farbkälte schnell zu einem „Blaustich“.
Die automatische Helligkeitsregulierung leistet zuverlässlich ihren Dienst. Wer allerdings hier eine sehr hohe Helligkeit bevorzugt, wird beim Mate S schnell an die Grenzen des Gerätes stossen. Für mich persönlich waren Werte um die 70% aber absolut ausreichend.

Da wir gänzlich auf Labormesswerte verzichten, sind das natürlich alles subjektive Eindrücke; und bestimmt gibt es auch Geräte, die mit noch besseren Werten überzeugen können. Allerdings empfand ich gerade beim Anschauen und Vergleichen von hochauflösenden Kamerabildern eine sehr kontrastreiche Darstellung beim Mate S, die mich überzeugt hat.

Achja, geschützt wird das Display natürlich von Corning Gorilla Glas 4, also der aktuellsten Generation. Zusammen mit der geschwungenen Rückseite, die Belastungen anders verteilt als eine flache, sollte somit auch die Robustheit des Mate S und des Displays im normalen Alltagseinsatz mehr als gegeben sein.

 

SoftwareIMG_20150925_073459

Mit Android 5.1.1 kommt die aktuellste Version von Android zum Einsatz. Ein Update auf Android 6 Marshmallow ist – gerade im Hinblick auf das anstehende Huawei Nexus 6P – mehr als wahrscheinlich. Und auch bei den Updatezeiten erwarten wir hier zukünftig eine Besserung bei Huawei.

Darüber legt Huawei seine eigene Oberfläche EMUI 3.1. Diese können wir schon seit dem Huawei P8 bewundern und auch auf den bisherigen Beta Firmwares mit Android 5.1.1 auf dem Mate 7 oder dem P7 kommt diese zum Einsatz.

EMUI bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten und Einstellungen. Aber damit auch immer wieder für nicht so versierte Nutzer einige Tücken.
Einerseits lassen sich hier Einstellungen – gerade auch im Bereich der Privatsphäre – vornehmen, die wir jahrelang nur durch das Rooten und die Anwendung von Drittanbieter-Apps erhalten konnten. Ebenso lässt sich das Energiemanagement auf vielfältige Weise anpassen, indem man beispielweise die Hintergrundaktivität von Apps verbietet.
Die andere Seite ist dann allerdings, dass sich Nutzer wundern, warum sie keine Push-Benachrichtungen oder Instant Messenger Nachrichten erhalten. Hier muss man sich mit der Software beschäftigen und ein paar Dinge verstehen lernen. Dann allerdings bieten die Optionen Möglichkeiten, die man schnell zu schätzen lernt.

 

Bei EMUI „fehlt“ darüber hinaus der App Drawer. Man kann hier alle Apps und Widgets frei auf den Homescreens oder in Ordnern anordnen. Das ist am Anfang gewöhnungsbedürftig, wenn man es von Android anders gewohnt ist. Aber immer wieder stelle ich fest, dass viele die sich auf EMUI einlassen nach einigen Tagen oder Wochen genau hiervon begeistert sind.

Die „Knuckle Sense„-Steuerung kennen wir bereits vom Huawei P8 oder auch vom Honor 4X (Gestensteuerung beim Honor 4X). Mit dem Fingerknöchel lassen sich hier Screenshots oder Bildausschnitte erstellen, sowie durch das Zeichnen von Buchstaben Anwendungen starten.
Was für den einen nützlich ist, wird ein anderer vielleicht belächeln.

Ich persönlich nutze zum Beispiel die recht häufig die Funktion Bildausschnitte zu zeichnen, um diese sofort teilen zu können. Seien das Bilder, Ausschnitte von Webseiten/EMails oder auch Ausschnitte vom Bildschirm um gewisse Dinge schnell zu visualisieren bei einem Gesprächspartner.

Weiterhin verfügt das Mate S auch über eine Dual Fenster Funktion, bei der der Bildschirm geteilt werden kann und in beiden Fenstern jeweils eine Anwendung läuft. Hierbei werden jedoch aktuell nur die vorinstallierten Huawei Apps unterstützt.

Huawei Mate S FingerabdruckAuch im Hinblick auf den Fingerabdrucksensor in Version 2.0 kommt softwaremäßig – neben dem bloßen Entsperren des Gerätes – einiges an sinnvollen Anwendungen zum Einsatz.
So lassen sich Anrufe entgegennehmen, Fotos bzw. Videos aufnehmen oder der Zugang zu Apps sperren, bzw. nur durch den Fingerabdruck freigegeben.

Weiterhin lässt die die Benachrichtigungsleiste ein- und ausblenden, indem man von oben nach unten, bzw. umgekehrt, über den Fingerabdruckscanner streicht. Mit dem gleichen Prinzip lässt sich durch das Wischen nach links oder rechts über den Scanner auch durch die Bilder in der Galerie scrollen. Eine sehr intuitive und durch die rückseitige Anbringung des Fingerabdrucksensors auch komfortable Art der Steuerung.

Hier hoffe und wünsche ich mir, dass Huawei die Möglichkeiten zukünftig noch mehr erweitern und den exzellenten Scanner noch vielfältiger für die intuitive Steuerung des Smartphones verwendet.

Kamera

Seit dem Huawei P8 musste ich meine bis dato herrschende Grundeinstellung – eine Handykamera ist und bleibt lediglich eine Schnappschusskamera für den Alltag – komplett über Bord schmeißen. Dies gilt folgerichtig natürlich auch für das Mate S.

Die 13,0 Megapixel Kamera verfügt wie schon beim P8 über ein Spektrum von vier Farben, statt der üblichen drei (RGBW). Dazu kommt ein zweifarbiger Dual-LED Blitz, eine f/2,0 Blende, Autofokus, optische Bildstabilisierung und eine Reihe von Softwarelösungen für eindrucksvolle Aufnahmen.
Dies sind wieder die bereits bekannten Lichtmalerei („Lightpainting„) Funktionen

  • Rücklichtspuren
  • Licht-Graffiti
  • Seidiges Wasser
  • Sternspuren.

Zudem kommen noch Filter zum Einsatz, wie man sie bereits von Instagram oder Drittanbieter Apps kennt und die für sehr eindrucksvolle Aufnahmen sorgen, die sich per Live-Vorschau natürlich direkt kontrollieren lassen.

Huawei Mate S Kamera Filter IMpact

Auch die Zeitraffer Funktion bei den Videoaufnahmen ist natürlich wieder integriert, sowie die Funktionen für das „perfekte Selfie“.

Neu mit an Bord sind der Pro-Modus und die Dokumentenneuanpassung.

Huawei Mate S Kamera Pro Modus
Mit dem Pro-Modus lassen sich – wie bei einer DSLR – die einzelnen Einstellungen wie Blende, Verschlusszeit, Fokus ganz nach belieben einstellen. Somit lassen sich mit einem Smartphone sehr hochwertige und künstlerisch anspruchsvolle Bilder erstellen, wie uns auch National Geographic mit einer Fotoserie freischaffender Fotografen schon zeigte.

Profi-Modus Huawei Mate S Huawei Mate S Kamera

Die Dokumentenneuanpassung sorgt dafür, dass abfotografierte Dokumente neu ausgerichtet werden können. Und zwar so, als ob das Dokument eingescannt wurde. Eine weitere durchaus nützliche Funktion im Alltag, denn wahrscheinlich hat so ziemlich jeder schon mal schnell ein Dokument einfach abfotografiert und musste dann später beim Betrachten wild mit den Fingern zoomen.
Diese Anpassung des Winkels funktioniert erstaunlich gut und das ERgebnis kann sich absolut sehen lassen.

SpeicherHuawei Mate S Speicher

Das Mate S ist – wie auch schon das P8 – in einer Standard und einer Premium Variante verfügbar. Wobei auch hier wieder davon auszugehen ist, dass die Premium Variante nicht unmittelbar auf dem deutschen/europäischen Markt erscheint.
Da allerdings das P8 Premium über den hauseigenen Online Shop VMall inzwischen offiziell zu beziehen ist, bleibt hier die Hoffnung, dass dies auch mal für die Premium Variante des Mate S zutreffen wird.

Der entscheidende Unterschied zwischen den Varianten ist nämlich auch hier mal wieder der interne Speicher.
Die bei uns verfügbare Standardvariante kommt mit 32 GB internem Speicher (Premium 64GB), wovon knapp 25 GB zur freien Nutzung verbleiben. Erweitert werden kann dieser interne Speicher wie gehabt durch eine microSD; unterstützt werden hier offiziell bis zu 128 GB. Das sollte ausreichend sein für jedermann.

Natürlich besteht auch hier wieder die Möglichkeit den Standardspeicher entweder auf den internen Speicher oder auf die microSD festzulegen.

Als Arbeitsspeicher stehen 3 GB RAM zur Verfügung. Auch diese reichen aus meiner Sicht derzeit und auch in naher Zukunft definitiv aus, um für alle Anwendungen den notwendigen Arbeitsspeicher zur Verfügung zu stellen.

Konnektivität

Die mit dem P8 vorgestellten Funktionen WLAN+ und Signal+ kommen auch beim Mate S zum Einsatz.

Huawei Mate S WiFi+ WLAN+Signal+ sorgt dafür, dass in Randbereichen der Netzabdeckung, dass Telefon Signale aus allen Richtungen empfangen kann, um so die Signalqualität zu verbessern. Ebenso soll durch diese Technik in mobilen Hochgeschwindigkeits Netzwerkumgebungen (z.B. im ICE) die Anzahl der Netzwerktrennungen und Anrufunterbrechungen reduziert werden.
In der Praxis konnte ich persönlich hier bislang keinen relevanten Unterschied feststellen. Allerdings würde ich meine Tests auch nicht unbedingt als repräsentativ ansehen.

WLAN+ misst den Datendurchsatz eurer zur Verfügung stehenden Verbindungen. Dabei „lernt“ diese Technik basierend auf Orten und Netzwerken ständig dazu und bietet euch die bestmögliche Verbindung. Dabei wird eben nicht nach Signalstärke entschieden, sondern nach tatsächlichem Datendurchsatz. Dies kann dann durchaus auch bedeuten, dass euch WLAN+ aus dem WLAN Netzwerk auslogt und ins mobile Datennetz schickt, da diese Verbindung „besser“ ist.
Diese Technik konnte ich sowohl mit dem P8, als auch mit dem Mate S recht ausführlich und positiv testen. Gerade bei Hotel WLAN ist es gerne mal der Fall, dass die mobile (LTE) Verbindung schneller ist, als das (gedrosselte) Hotel WLAN.
Hier heißt es aber dann auch aufpassen. Denn wenn ihr ein begrenztes Datenvolumen habt und den Wechsel nicht mitbekommt, ist das monatliche Volumen vielleicht unbewusst schnell aufgebraucht.

Als WLAN Standard sind b/g/n an Bord; auch hier verzichtet Huawei wieder auf den 5 GHz Bereich. LTE kommt in Cat.4 zum Einsatz mit maximal 150MB/s Download und 50MB/s im Upload.

Die Sprachqualität ist bei Huawei gewohnt (sehr) gut. Hier macht das Mate S keine Ausnahme und man muss wirklich nicht viele Worte verlieren.

Natürlich verfügt das Mate S auch über NFC und Bluetooth in Version 4.0 (low energy).

 

Gaming

Das Thema Gaming wurde ja beim Mate S bereits kontrovers betrachtet. Für mich gehört Gaming auf dem Smartphone zum Alltag als nette Abwechslung dazu. Ich konnte dabei keine Probleme oder Ruckler erkennen. Auch wenn der Mali T628 Grafikprozessor sicher nicht mehr die aktuellste und damit leistungsstärkste GPU auf dem Markt ist.

Wer sich hier selber einen unmittelbaren Eindruck verschaffen will, dass das Gaming auf dem Mate S trotzdem ruckelfreien Spaß mit schnellen Reaktionszeiten bietet, schaut sich am besten den Videotest von Chris (techloupe) an:

 

GPS/Navigation

Navigation mit dem Smartphone ist heutzutage Standard. Nicht mehr nur im Kfz, sondern auch zu Fuß bei der Erkundung von (fremden) Städten oder auch bei modernen Schnitzeljagden a la Ingress.

Die „First Fix Time“ lag bei mir bei 10 Sekunden und der Zugriff auf zahlreiche Satelliten war immer gegeben.

Bei der Navigation zu Fuß blieb die Genauigkeit auch bei dichter Bebauung immer gegeben und blieb genau nach Hausnummer. Die Genauigkeit lag hier bei rund 5m. Bei der Nutzung im Kfz blieb das GPS Signal auch bei hohen Geschwindigkeiten konstant und es kam nicht zu Abbrüchen.

Getestet habe ich diesmal ausschließlich mit Google Maps im Online Modus.

Sound/Musik

Klar, deutlich und durchaus kräftig – so lange man die Lautstärke nicht zu hoch wählt.

So würde ich den Lautsprecher des Mate S in einem Satz beschreiben. Ich finde den Klang sehr angenehm um Musik zu hören, wenn man sich in der unmittelbaren Nähe aufhält und die Lautstärke ungefähr die Hälfte beträgt. Natürlich geht es dann auch noch lauter, aber der angenehme Klang verliert dann doch ab 2/3 der maximalen Lautstärke an Klarheit.

Wer hier eine größere Umgebung beschallen möchte, wird aber sicher eh auf Bluetooth Lautsprecher oder gleich die Verbindung mit der heimischen Musikanlage zurückgreifen.

Das seit dem Huawei P8 verfügbare Headset hingegen kann ich wieder nur loben. Nachdem man die Käufer jahrelang mit diesen furchtbaren Knopf Ohrhörern abgespeist hatte, zeigt man jetzt endlich wie es besser geht. Der Sound mit dem beiliegenden Premium Headset ist wirklich sehr gut!

Leider nur bleibt hier bei mir das Problem, dass wohl meine Ohrform nicht passend für die Kopfhörer ist. Denn diese halten bei mir schlichtweg nicht. Da ich das Problem aber sonst noch nirgendwo gelesen habe, liegt das wohl nur an meinen Ohren und ist kein allgemeines Problem.

Akku/Akku-Laufzeit

Mit dem Namen Mate muss man sich grundsätzlich am Namensvetter messen. Denn das Mate 7 ist ein echtes Akkuwunder. Mit seinen 4.100 mAh dürfte es einfach die Referenz für Smartphones sein.

Huawei Mate S EnergieeinstellungenUmso größer war das Raunen im Saal als bekannt wurde, dass das Mate S nur einen 2.700mAh Stunden Akku verbaut hat. Dieser ist also nur unwesentlich größer als der im P8 verbaute 2.680mAh Akku. Dafür ist das Display um 0,3 Zoll größer.

Huawei betont immer die Wichtigkeit von einer langen Akkulaufzeit. Diesen Aspekt hat man selber aus einer eigens in Auftrag gegebenen empirischen Smartphonestudie gewonnen. Umso erstaunlicher also die Entscheidung hier nur einen solch kleinen Akku zum Einsatz zu bringen.

Dieser leistet seinen Dienst für 1 bis 1,5 Tage; je nach Intensität der Nutzung. Und damit liegt das Mate S auf dem Niveau des Huawei P8. Das ist im alltäglichen Gebrauch absolut okay, aber nicht souverän. Gerade bei einem Mate hätte ich mir hier doch etwas mehr erhofft.

Der ein oder andere mag jetzt sagen, dass ich mir selber widerspreche, da ich ja beim P8 noch betont habe, dass mir eine noch längere Akkulaufzeit nicht so wichtig ist. Zumal ich trotz einer intensiven Nutzung mit Social Media, Hintergrundsynchronisation, Instant Messaging und Minimum 2 Stunden Bildschirm an Zeit durch den Tag komme. Aber bei dem Vorgänger Mate 7 als Referenz hätte ich mir hier einfach mehr gewünscht und dafür vielleicht auch lieber in Kauf genommen, dass das Gerät nicht ganz so flach ausfällt.

Positiv hingegen ist allerdings wiederum, dass das Mate S recht zügig lädt und somit schnell wieder mit voller Leistung zur Verfügung steht. Für das Mate 8 erhoffe ich mir aber ganz klar wieder einen Akku, der eher an die Erfahrungen mit dem des Mate 7 heranreicht.

Preis/Verfügbarkeit

Das Huawei Mate S ist bei uns in der Standard Variante mit 32 GB internem Speicher und in den Farben Mystic Champagne und Titanium Grey ab Ende September verfügbar.
Eine Vorbestellung über den Huawei Online Shop VMall ist bereits seit dem 15. September möglich. Die UVP beträgt 649 Euro.

Die Premium Variante mit 64 GB Speicher in den Farben Rose Gold und Luxurious Gold hat eine UVP von 699 Euro. Erhältlich ist diese jedoch derzeit auf dem deutschen Markt nicht unmittelbar; hier bleibt für interessierte die Hoffnung, dass bald ein Angebot über den VMall Shop erfolgt.

Die 128 GB Variante mit Force Touch wird erst ab 2016 verfügbar sein. Hier ist mit einem Preis nicht unter 799 Euro zu rechnen.

Fazit

Selten war ich bei einem Fazit so hin und her gerissen.

Huawei hat mit dem Mate S ein edles und top verarbeitetes Smartphone vorgestellt. Punkt!

Aber ist das Mate S ein empfehlenswertes Smartphone?

Ja, aber…..

Das Mate S bietet Licht und Schatten, Highlights, aber eben auch – gemessen an den Erwartungen – ein paar Enttäuschungen. Zweifellos ist Huawei mit dem P8 und definitiv auch mit dem Mate S endgültig im Premium Bereich angekommen. Aber das Mate S wirkt von den technischen Spezifikationen einfach unvollendet. Der Kirin 935 und die Mali T628 sind ordentlich, aber eben nicht mehr topaktuell und werden schon in unmittelbarer Zukunft abgelöst. Das hinterlässt bei einem Flaggschiff einen kleinen Beigeschmack.

Erst recht, wenn hier auch der Preis jetzt „Premium“ ist. Mit einer UVP von 649 Euro liegt man immer noch preislich attraktiver als mancher Mitbewerber, das muss man auch festhalten. Aber das bisher immer so überzeugende Top Preis-Leistungsverhältnis, mit dem Huawei doch mehr als überzeugen konnte, kann beim Mate S nicht mehr herangezogen werden.

Und so wirkt das Mate S letztlich ein wenig wie eine Zwischenlösung – zumal die Force Touch Funktion noch nicht serienreif ist – bevor uns hoffentlich Anfang 2016 ein neuer Blockbuster – Mate 8?! – mit dem leistungsstarken Kirin 950 präsentiert wird.

 

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Über den Autor

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Blogger - Freelancer - Lebemann - Spaßkanone verheiratet, Familienvater, Sport-Fan, “Technik-Nööörd”, Social Media begeistert. (Fast) Immer gut drauf, witzig, nachdenklich, konstruktiv, neugierig, ironisch – gerne auch mal sarkastisch oder gar zynisch….!

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7 Kommentar(e)

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Harald 64

Gebe ich dir Recht Thommy,wäre der 940er KIRIN verbaut wäre der Preis voll in Ordnung Gruß Harald

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countrytom

Danke für den ausführlichen Test. Finde das Gerät aber für das gebotene viel zu teuer. Mal sehen wie es sich verkauft u. ob es dann sehr bald billiger wird. 499,- € wären grad noch OK.

Gruß Thommy

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Harald 64

Sorry kann ja mal passieren

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Rainer Fürst

Klar und wir haben uns auch über deinen Kommentar gefreut. Immer her damit.

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Harald 64

Hallo Rainer ! Ich muss sagen ein sehr objektiver Test von dir HUT AB!! Nicht durch die Huawei Brille geschrieben Was die gebotene Leistung betrifft der 935 ist schnell Habe das Honor 6 mit kirin 920 Leistung super Was den kirin 950 betrifft warten wir auf das MATE 8

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Autor
Marco

Hallo Harald,

auch wenn ich der Marco und keiner der Rainer bin - Danke! 😉

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Rainer Fürst

Das war keiner von den Rainers, das war der Marco 😉