Y7 2019 Test – Inhaltsverzeichnis

1. Technische Daten
2. Design/Verarbeitung
3. Hardware & Software
4. Kamera
5. Konnektivität 
6. Akku + Laufzeit
7. Preis/Verfügbarkeit
8. Fazit

Mit der Youth-Serie will Huawei Einsteiger-Geräte für die Jugend schmackhaft machen. Doch gelingt Huawei das? Was man für den schmalen Preis alles bekommt und ob sich ein Kauf lohnt erfahrt ihr im folgenden Test.

Technische Daten

In der Packung waren folgende Dinge beigelegt:

  • Huawei Y7 2019
  • Netzteil – 5V, 2A
  • Micro USB 2.0 Datenkabel
  • Simnadel
  • Schnellstartanleitung / Garantieunterlagen

Hardware

  • SoC: Qualcomm Snapdragon 450 Octa-Core (bis zu 1,8 GHz)
  • GPU: Adreno 506
  • Größe und Gewicht: 158,9 x 76,9 x 8,1 mm; 168g
  • Display: 6.26 Zoll, 19:9, 1520 x 720 Pixel, 269 PPI , LCD, Notch
  • Speicher: 32GB Flash Speicher, 3GB RAM
  • Akku: 4.000 mAh Lithium-Polymer
  • Kameras: 13 + 2 Megapixel Dual Kamera + 8 MP Frontkamera
  • Betriebssystem: Android 8.1 Oreo + EMUI 8.20 (Stand April 2019)
  • Sensoren: Fingerabdrucksensor, Beschleunigungssensor, Näherungssensor, Kompass
  • sonstiges: Speichererweiterung mit MicroSD Card mit bis zu 512GB, 3,5mm Klinkenanschluss, Dual SIM, Wi-Fi 802.11 b/g/n (kein 5 GHz)

Design & Verarbeitung

Wie in der Y-Serie üblich, besteht das Gehäuse aus Kunststoff und mein rotes Y7 fühlte sich auch irgendwie nicht besonders hochwertig an, so zumindest mein erster Eindruck. Nichtsdestotrotz ist das Design ein absoluter Hingucker mit der vertikal gerichteten Dual-Kamera. Verfügbar ist das Y7 2019 in den Farben schwarz, blau und rot.

Die Rückseite des Y7 ist einfarbig mit polierter Keramikstruktur, was für eine große Widerstandsfähigkeit gegen Fingerabdrücke sorgen soll. Doch dies ist leider überhaupt nicht der Fall, Fingerabdrücke werden nahezu angezogen. Die Rückseite ist etwas rutschig in der Hand, daher ist eine Hülle empfehlenswert.

Notch

Wie bei vielen aktuellen Handys, hat auch das Y7 2019 eine Notch. Hierbei handelt es sich um eine kleine Waterdrop-Notch. Im Alltagstest hat mich diese überhaupt nicht gestört, da meist Platz für alle Benachrichtigungen in der Benachrichtigungsleiste war. Alternativ kann man die Notch auch ausblenden lassen, jedoch funktioniert das Ausblenden nicht so gut wie auf einem OLED-Display. Außerdem befindet sich in der Notch eine Benachrichtungs-LED. Diese ist gut erkennbar und auch nicht zu hell.

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Die Notch des Y7 2019

Hardware & Software

Fingerprintsensor und Entsperrung

Um das Y7 2019 zu Entsperren gibt es einige Möglichkeiten. Die wohl sicherste Entsperrmethode ist der Fingerabdrucksensor, welcher sich auf der Rückseite des Y7 befindet. Der Sensor war für mich mit jedem Finger immer gut zu erreichen. Außerdem ist der Sensor sehr zuverlässig mit einer niedrigen Fehlerquote, natürlich entsperrt er aber nicht ganz so schnell wie bei den Flagschiff-Modellen. Bei dem Design des klassischen Fingerabdrucksensor hatte ich nichts auszusetzen, aber das ist ja eine rein subjektive Sache.

Dual-Kamera und Fingerabdrucksensor des Y7 2019

Mit der Gesichtsentsperrung lässt sich das Gerät natürlich auch entsperren. Dieser ist aber bei weitem nicht so sicher wie ein Fingerabdrucksensor. Bei mir funktionierte die Entsperrung tagsüber problemlos, jedoch ist es bei Dunkelheit so gut wie unmöglich, das Gerät zu entsperren. Einen 3D-Sensor für einen besseren Gesichtsscan kann man natürlich in dieser Preiskategorie nicht erwarten.

Display

Eines der wichtigsten Bestandteile ist ohne Frage das Display.
Das Display des Y7 2019 bietet eine Auflösung von 1520 x 720 Pixel mit einer Pixeldichte von 269 PPI bei einer Größe von 6.26 Zoll. Zwar ist HD+ heutzutage nicht mehr ganz zeitgemäß, aber sehr auffällig war es in meinem Testzeitraum trotzdem nicht. Es ist alles immer noch gut erkennbar, ohne dass man schon Pixel sehen kann. Natürlich ist das Display für VR-Anwendungen eher weniger geeignet, aber das sollte ja klar sein. Über das LCD Panel kann man sich auch nicht beschweren, es macht das was es soll. Schwarz wird auch ausreichend gut dargestellt. Selbstverständlich ist ein OLED Panel um einiges besser, aber in dieser Preiskategorie kann man so etwas nicht erwarten. Die Farben und Kontraste sind für meinen Eindruck gut. Doch falls man unzufrieden ist, kann man dies in den Einstellungen nach dem eigenen Geschmack anpassen.

Klang und Mikrofon

Ein eher durchschnittliches Resultat gibt es bei dem Lautsprecher. Es handelt sich um einen Mono Lautsprecher, welcher sehr flach und blechern klingt. Bei höchster Lautstärke kommt es auch manchmal zur Übersteuerung. Grundsätzlich reicht der Lautsprecher für die Wiedergabe von Musik und Videos, die Nutzung von Kopfhörern oder einem externen Lautsprecher ist jedoch empfehlenswert. Der Anschluss von Kopfhörern ist über den Klinken-Anschluss oder Bluetooth möglich. Da beim Y7 2019 keine Kopfhörer beigelegt sind, musste ich meine eigenen Kopfhörer verwenden. Der Klang über Kopfhörer ist weitgehend in Ordnung. Dies ist aber auch stark abhängig von den Kopfhörern. Leider konnte ich über meine Bluetooth-Kopfhörer keine Klangverbesserung aktivieren, dies sollte Huawei auch für Bluetooth-Kopfhörer möglich machen.

Während eines Telefonats konnte mein Gesprächspartner mich immer gut verstehen, auch im Lautsprecher-Modus. Über die Hörmuschel konnte ich meinen Gesprächspartner ebenfalls immer gut verstehen.

Speicher

Der interne Speicher des Y7 2019 beträgt 32GB. Für mich ist das gerade so noch ausreichend. Allerdings lässt sich dieser mithilfe einer Micro-SD-Karte mit bis zu 512GB erweitern. Ich finde es gut, dass Huawei immer noch eine Speichererweiterung ermöglicht, da es nicht immer selbstverständlich ist. Der Arbeitsspeicher ist mit 3GB bemessen. Dieser ist im Alltag noch ausreichend, aber man sollte nicht zu viele Apps im Hintergrund laufen haben.

EMUI 8.2 & Systemstabilität

Während meiner Testzeit ist mir kein bedeutender Unterschied zwischen EMUI 8 und EMUI 8.2 aufgefallen. Gewohnte Dinge wie das Ausblenden der Notch sind möglich. Einzige Besonderheit ist, dass eine Gestensteuerung vorhanden ist, welche meist erst mit EMUI 9 kommt. Während meiner Testzeit erhielt das Y7 2019 zwei Sicherheits-Updates, also scheint man auch die Einsteiger-Klasse gut zu pflegen. Ob jedoch ein Android-Update auf Android Pie bzw. EMUI 9 kommen wird, weiß ich leider nicht. Aber es ist davon auszugehen, da bei Huawei die meisten Geräte mindestens zwei große Updates erhalten.

Die Leistung beim Y7 2019 hat mich ein wenig überrascht. Der Snapdragon 450 ist zwar nicht so leistungsstark wie ein Kirin 710, aber definitiv ein wenig besser als der Kirin 659. Beim App-Wechsel gibt es zwar ungefähr eine halbe Sekunde Ladezeit, aber wenn man denn in der App ist, kommt es sehr selten zu Abstürzen oder großen Unterbrechungen. Dies ist wahrscheinlich der niedrigen Auflösung des Displays zu verdanken.

Das ein oder andere Spiel habe ich natürlich auch getestet. Dazu gehörten Subway Surfer, welches stets flüssig lief. Eigentlich wollte ich auch PUBG testen, doch aus einem mir unbekannten Grund brach dies während der Installation immer ab. Deshalb entschied ich mich dann für Minecraft. Das Spiel war auf niedrigsten Einstellungen spielbar, aber das mit ungefähr 20 Bildern pro Sekunde. Ob das für einen Spielspaß reicht, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Kamera

Bei der Fotoqualität hat Huawei in letzter Zeit revolutionäres erreicht. Aber wie viel Kamera bekommt man da noch in der Einsteiger-Klasse? Diese Frage werde ich versuchen zu beantworten.

Bei der Rückkamera handelt es sich um eine 13 MP und 2 MP Kamera mit einer f/1,8 großen Blende. Diese macht tagsüber ganz gute Bilder. Natürlich ganz gut für diesen Preisbereich. Kritisieren muss ich aber leider, dass es keinen Portrait-Modus gibt, da dieser nicht in der Kamera-App angezeigt wird. Also lässt sich die 2-MP-Linse wahrscheinlich nur mit dem AI-Modus nutzen. Der AI-Modus verbessert die Foto-Qualität in manchen Fällen sogar sehr gut, die Farben wirken oft viel kräftiger als vorher. Jedoch sind Details bei genauerer Betrachtung Fehlanzeige. Beispielsweise sind die Blätter der Bäume im ersten Bild nur ein einziger Pixelbrei.

Die Nachtaufnahmen hingegen waren meist nicht besonders gut. Dort gab es immer sehr viel Rauschen mit wenigen Details. Dazu muss man auch sagen, dass ich keine Bilder bei völliger Dunkelheit gemacht habe, da ich mich meist zu späten Uhrzeiten nicht in der Öffentlichkeit aufhalte. Für mehr als Schnappschüsse werden Nachtaufnahmen wohl nicht ausreichen.

Die Frontkamera des Y7 2019 hat eine Größe von 8 MP mit der man bei Tageslicht ganz gute Bilder schießen kann. Sobald es jedoch dunkel wird, sind die Bilder kaum brauchbar.

Wenn ihr euch meine Testbilder nochmal unkomprimiert ansehen wollt, könnt ihr dies über diesen Link machen.

Konnektivität

Die Nutzung von mobilen Daten im o2-Netz sowie Bluetooth liefen problemlos. Beim WLAN hatte ich da aber einige Probleme, da kein 5 GHz Frequenzband verbaut ist. Das heißt man ist auf 2,4 GHz angewiesen, welches leider bei mir sehr ausgelastet ist und somit manchmal zu Verbindungsproblemen führt. Im Jahr 2019 sollte 5 GHz meiner Meinung nach selbstverständlich in einem Handy sein.

Akku + Laufzeit

Auf der Produktseite von Huawei für das Y7 2019 wirbt man mit einem leistungsstarken Akku. Stimmt das? Ja! Mit dem Akku kommt man problemlos durch den Tag. Bei nicht so intensiver Nutzung sind auch gut 2-3 Tage möglich. Dies ist Dank des 4000 mAh großen Akku und der niedrigen Auflösung des Displays möglich. Während meiner Testzeit kam ich auf eine Display-Laufzeit von ca. 5 Stunden und 30 Minuten. Ich habe auch einen Test-Durchlauf mit PCMark gemacht. Dort kam man auf eine Zeit von 9 Stunden und 41 Minuten. Zum Vergleich, ein P30 Pro kommt dort auf 11 Stunden und 18 Minuten.

Der Ladevorgang mit dem mitgelieferten Netzteil (5V, 2A) dauert 2 Stunden und 10 Minuten von 0 auf 100%. Das ist noch ganz in Ordnung, wenn man die Kapazität des Akkus bedenkt. Jedoch hätte ich mir an dieser Stelle nichtsdestotrotz einen USB-Typ-C-Anschluss gewünscht.

Preise und Verfügbarkeit

Das Huawei Y7 2019 ist seit Ende Februar 2019 im offiziell im Handel zu erwerben. Wählbar ist zwischen den Farben Midnight Black, Aurora Blue und Coral Red. Die UVP beträgt 199€, mittlerweile ist aber schon für ca. 179€ erhältlich (Stand Mai 2019).

Letzte Aktualisierung am 16.09.2019 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Fazit

Bei dem Y7 2019 handelt es sich um ein Einsteiger-Gerät, welches besonders die Jugend ansprechen soll. Dieses erreicht es mit dem Design auf jeden Fall. Die Rechenleistung ist ausreichend für alltägliche Aufgaben, kommt es jedoch zu leistungsintensiven Anwendungen, ist ein Unterschied zu höherpreisigen Geräten klar spürbar. Stärken zeigt das Gerät beim Kartenhalter, denn dieser ermöglicht es, eine SD-Karte und 2 SIM-Karten gleichzeitig zu nutzen, anstatt wie oft üblich die Wahl zwischen SD-Karte und Dual-SIM haben zu müssen. Auch positiv ist die relativ lange Akkulaufzeit, der vorhandene Klinkenanschluss sowie der zuverlässige Fingerabdrucksensor.

Abstriche muss man leider bei der Display-Auflösung und dem Fehlen eines USB-Typ-C-Anschlusses machen. Auch der Klang des Lautsprechers ist verbesserungswürdig. Ich persönlich finde die UVP von 199€ ein wenig zu hoch. Ich fände eine UVP für 150€ angemessener, da Huawei an vielen Ecken gespart hat und die Konkurrenz auch gezeigt hat, dass es eine bessere Ausstattung für eine UVP von 199€ geben kann.

Bewertung des Y7 2019

7.0 zufriedenstellend
  • Design/Verabeitung 7.5
  • Leistung 7
  • Kamera 6.5
  • Konnektivität 8
  • Hardware 7
  • Klang 6
  • Akku + Laufzeit 8
  • Preis 6
  • Nutzerbewertungen (1 Stimmen) 7
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Über den Autor

Jan Koglin

Technik-Enthusiast aus Berlin. Neben Technik habe ich auch großes Interesse an Musik sowie Fußball.

5 Kommentare

  1. Avatar
    Stefan veröffentlicht am

    Ich würde persönlich nichts auf diese Benchmark Angaben geben. Erstens Mal schummeln da die meisten Hersteller mit einem “Performance Modus” eine höhere Leistung herbei die man im normalen Betrieb nie erreicht und zweitens dürften die Unterschiede zwischen einem Kirin 710, 659 oder Snapdragon 450 so gering ausfallen, das man sich DAFÜR kein neues Handy holen muss. Hinzu kommt ja das kein Smartphone auf dem Markt seine Taktraten aufgrund der fehlenden Kühlung durch etwas wie einen Lüfter oder ähnliches lange halten kann. Zum Beispiel habe ich beim P20 Pro im schlimmsten Fall Taktraten von 480mhz je Kern gemessen, das ist bei teuren Geräten nicht viel anders, daher sollte man sich vor allem bei Smartphones nicht von Zahlen blenden lassen. Wichtiger ist eher für Software und wie diese auf die Hardware angepasst wurde.

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