Gefühlt ist der Hype um Tablets als Couchsurfer in meinen Augen vorbei und auch die Verkaufszahlen sprechen eine entsprechende Sprache. 2-in-1 Convertibles oder kompakte Notebooks sind zumindest in meinem Bekanntenkreis aktuell eher angesagt, ist hier doch oftmals ein komplettes Desktop-Betriebssystem als Unterbau vorhanden. Doch es gibt sie noch, die Verfechter der Tablets als Geräteklasse zum simplen Konsumieren oder auch zum Arbeiten. Eins dieser Modelle ist das Huawei MediaPad M3 Lite, das zusammen mit dem 10 Zoll-Formfaktor und optionaler LTE-Unterstützung die Flagge für die Tablets hochhält. Wie es sich schlägt, soll unser Test zeigen.

Zugegeben, der klassische Tablet-Boom, den seinerzeit das iPad auslöste, ist vorbei. Über die Zeit haben mich aber immer wieder Geräte begleitet, die eine prima Ergänzung zum Smartphone und Notebook waren: Das Nexus 7 war für mich bis zum Huawei MediaPad M3 8.4 unerreicht und auch das MediaPad M2 blieb in toller Erinnerung. Mein privater Versuch, Apples iPad Pro in 9,7 und 10,5 Zoll allerdings als produktive Plattform zu nutzen, scheiterte: Hier bin ich mangels kreativer Fähigkeiten offenbar nicht die richtige Zielgruppe – daran änderte auch eine externe Tastatur nichts. Das Fazit für mich war also vor diesem Test: Das Tablet sollte unterstützen auf der Couch, im Bett vor dem Einschlafen, wenn das Smartphone zu klein ist und auch unterwegs, wenn die Kinder vielleicht mal so wie ich einfach Medieninhalte konsumieren wollen.

MediaPad M3 Lite 10 Andy

All diese Möglichkeiten hat Huawei zusammen mit der optionalen, aber gern gesehenen LTE-Unterstützung in das MediaPad M3 Lite gepackt, das ich nun für einen längeren Zeitraum testen durfte. Das Gerät ist nun schon seit einiger Zeit auf dem Markt und die unverbindliche Preisempfehlung von 299 EUR für die WLAN- und 349 EUR für die WLAN/LTE-Variante ist über die Zeit bisher schon deutlich gesunken, so dass hier eigentlich ein interessantes Paket für einen nicht minder interessanten Preis im virtuellen Regal steht. Wie sich das MediaPad M3 Lite über die Zeit geschlagen hat, wie es gegenüber dem 8 Zoll-M3 aus dem letzten Jahr zu bewerten ist und ob Huawei es für mich persönlich geschafft hat, das Tablet wieder „sexy“ zu machen, erfahrt Ihr im nachfolgenden Testbericht.

Unboxing

Eigentlich ist es nur eine Verpackung und trotzdem ist sie unser erster Kontakt mit einem Gerät, welches sich anschickt, ein treuer Begleiter zu werden. Das Auge isst bekanntlich mit und die Zeit, wo irgendwelche lieblosen Verpackungen regierten, sind längst vorbei. In der gewohnten Riege der aktuellen Huawei-Verpackungs-Optik gliedert sich auch der Karton des MediaPad M3 Lite ein. Nach dem ungeduldigen Auspacken folge dann der erste Eindruck.MediaPad M3 Lite Box

Ja, auf den Inhalt kommt es an und auch, wenn die mittlerweile hochwertige Verpackung mit glänzender Schrift einiges verspricht, wird die Vorfreude durch den ersten Blick auf das Gerät entsprechend bestätigt. Obwohl im Gegensatz zu Smartphones hier noch entsprechende Ränder zu verzeichnen sind, fällt einem erst einmal der zentrale Home-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor auf, der mittig im Gerät sitzt – allerdings von der waagerechten Position des MediaPad ausgehend.

MediaPad M3 Lite 10 Box-Inhalte

Doch bevor wir uns dem Wesentlichen, nämlich dem Gerät selbst, widmen, gucken wir noch einmal genauer in die Verpackung, deren Inhalt übersichtlich ist: Ladegerät, Micro-USB-Kabel – beides auch beim schwarzen Modell in weiß gehalten – vervollständigen neben dem Tablet auch physisch den ersten Eindruck. Mehr ist nicht, mehr muss auch nicht – Haken dran und auf zum Anfassen nach dem Unboxing!

MediaPad M3 Lite 10 Offene Box, Blick aufs Tablet

Lieferumfang:

  • Huawei MediaPad M3 Lite
  • Netzteil
  • USB Typ-A auf Micro-USB-Ladekabel
  • Papierkram

Technische Daten

Wie immer gibt es hier für Euch die Übersicht der groben technischen Details. Die vollständigen technischen Daten findet Ihr auf der  MediaPad M3 Lite 10-Geräteseite!

  • 241,3 mm * 171,5 mm * 7,1 mm / 460 g
  • 10 Zoll IPS-Display, 1920 x 1200 Pixel Auflösung
  • Qualcomm MSM8940 (Snapdragon 435)
  • 3 GB RAM
  • 32 GB ROM, per MicroSD-Karte erweiterbar
  • 8 Megapixel Front- und Rückkamera
  • Vier Lautsprecher mit Harman Karton-Tuning
  • 6660 mAh Akku
  • WiFi 802.11a/b/g/n/ac, 2.4/5 GHz
  • Bluetooth 4.1
  • Umgebungslichtsensor, Fingerabdrucksensor, Umgebungslichtsensor, Gyroskop, GPS, A-GPS, GLONASS, und BDS
  • Android 7.0 Nougat mit EMUI 5.1

Design, Verarbeitung und generelle Optik:

Ein Tablet ist erst einmal ein Tablet, aber allein in Sachen Verarbeitung kann sich hier ganz schnell die Spreu vom Weizen trennen. Für die unverbindliche Preisempfehlung erwartet man beim MediaPad M3 Lite 10 schon ein stimmiges Konzept und keine flache Plastik-Flunder. Genau dieser Erwartungshaltung kommt Huawei wie auch bei den bisher veröffentlichten Geräten auch nach: Alles wirkt fertig und wie aus einem Guss. Spaltmasse oder sonstige Design-Abnormitäten wie nicht richtig eingefaßtes Glas sind nicht zu finden – hier bekommt Ihr definitiv etwas für Euer Geld.

MediaPad M3 Lite 10 Tray

In Sachen Abmessungen ist das MediaPad M3 Lite fast genau so groß wie der direkte Vorgänger M2, welches noch 239,8 x 172,8 x 7,4 mm groß war und liegt somit auch mit den 460 Gramm Gewicht wunderbar in der Hand. Das dominierende Material ist Aluminium und einzig und allein an dem immer noch recht breiten Rahmen könnte sich der ein oder andere ein wenig hochziehen. Was im Vergleich zu anderen Geräten auffällt, ist indes die angedachte Ausrichtung des Tablets: Während andere Pendants durch den Home Button oder Fingerabdrucksensor den Nutzer eher in Richtung Hochkant-Betrieb leiten, ist eben diese Haltung bei MediaPad M3 Lite auf den horizontalen Betrieb ausgelegt: Der Fingerabdruck-Sensor ist hier der rote Faden, der auch den primären Zweck des Tablets noch weiter unterstreicht: Den Medienkonsum und dieser macht halt eher im Breitbildformat Sinn.

Das war bereits beim MediaPad M2 so, ist für mich aber noch neu gewesen. Speziell wenn man von Geräten anderer Hersteller zum MediaPad M3 Lite wechselt, ist das doch deutlich gewöhnungsbedürftig und hat mir am Anfang einiges an Einarbeitungszeit abverlangt. Irgendwann fiel aber auch der sprichwörtliche Groschen und sobald ich das Gerät in die Hand nahm, war es irgendwann Standard, dieses eben nicht mehr in der klassischen Hochkant-Variante in die Hand zu nehmen. Der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier.

MediaPad M3 Lite 10 Seite

Optisch dominieren am oberen und unteren breiten Rand jeweils zwei Lautsprecher, auf der rechten Seite finden wir die Lautstärkenregelung und den mittlerweile geriffelten und deutlich fühlbaren Ein-/Aus-Schalter. Der obere Rand wird noch durch einen klassischen Klinkenanschluss ergänzt, der neben dem rechten der beiden Lautsprecher platziert ist. Auf der linken Seite finden wir den kombinierten MicroSD-/SIM-Tray sowie den nicht mehr ganz zeitgemäßen Micro-USB 2.0-Anschluss, der in meinen Augen ein kleiner Wermutstropfen im USB Typ-C-Zeitalter ist. Aus Tekkie-Sicht ist das Jammern auf hohem Niveau, in einem Haushalt, der mittlerweile aber mit dem doch weit verbreiteten USB-C-Standard versorgt ist, wirkt der Lade-Anschluss des MediaPad M3 Lite 10 wie ein kleiner Exot.

MediaPad M3 Lite 10 Rahmen

Vorne finden wir zudem die Frontkamera und eine Benachrichtigungsleuchte, die Hauptkamera ist – auf die Rückseite des Gerätes schauend – im rechten oberen Segment zu finden. Die Rückseite des Geräts wird zudem durch den zentral platzierten Huawei-Schriftzug und – darunter – durch den Hinweis auf das „harman / kardon“-Tuning verziert. Soviel erst einmal zu den offensichtlichen optischen Aspekten des MediaPad M3 Lite 10, die definitiv zu gefallen wissen!

MediaPad M3 Lite 10 Rückseite

Display

Beim Display steht wie auch beim MediaPad M2 1920 x 1200 Pixel zu Buche und behalten das gewohnte 16:10 Seitenverhältnis bei. Subjektiv empfunden passt das, wenngleich sich auch der ein oder andere speziell beim Filme schauen über die damit obligatorischen schwarzen Balken beschweren dürfte.

Mediapad M3 Lite 10 Display vorne

Über die Qualität des IPS-Displays sind indes alle Zweifel erhaben: Die Helligkeit ist mehr als ausreichend, die Ausleuchtung unseres Testgeräts gleichmässig und ja – das Display spiegelt. Was im Haus noch zu verschmerzen ist, macht draussen natürlich weniger Spass, aber das ist ja kein spezifisches Problem des Modells oder des Herstellers: Das sieht man auch bei Notebooks und kann dem ganzen durch das sehr gute Kontrastverhältnis und speziell der maximalen Helligkeit natürlich entgegenwirken, die allerdings ruhig noch ein wenig mehr Reserven hätte bieten können.

MediaPad M3 Lite 10 Homescreen

Auffällig für meine fast 40 Jahre alten Augen ist indes die Weißeinstellung, die ab Werk agiert und recht kühl daher kommt. In den Einstellungen kann man diese auf – für mich – recht angenehme 6400 Kelvin reduzieren, was in einem deutlich wärmeren Bild resultiert. Auch an den von den Smartphones geliebten Blaulichtfilter hat Huawei gedacht: Wer – wie viele von uns – meistens Abends mit dem Tablet unterwegs ist, wird auch hier die augenschonende Option mögen, mit der man dem Tablet auch im Dunkeln ein wenig mehr Wärme verleihen kann.

Sound

Vier Lautsprecher, harman/kardon-gestützte Entwicklung: Der Multimedia-Anspruch des Medial M3 Lite 10 soll durch eben diese Feature-Liste unterstrichen werden – hier soll es etwas auf die Ohren geben. Wie immer geben hier auch die eigenen Ansprüche den Takt vor: Ein flaches, stylisches Tablet kann es natürlich in Sachen Klang nicht mit Geräten mit einem wuchtigeren Korpus aufnehmen. Das gilt ebenso für Notebooks, die zum Teil ebenfalls mit Optimierungen daherkommen, aufgrund baulicher Beschränkungen aber nur selten das halten, was das Marketing dem Anwender suggerieren möchte.

Als bedingt audiophiler Nutzer kommt das MediaPad M3 Lite 10 mit einem deutlich besseren Sound als andere Tablets daher, hat aber auch dasselbe Problem wie andere Geräte: Ab circa 80 Prozent der maximalen Lautstärke kommen die typischen Verzerrungen hinzu und hindern den Nutzer zum Wohl der Ohren davor, die Lautstärke noch weiter hochzudrehen. Mitten und Tiefen fehlt subjektiv ein wenig der Druck, der für den „Aha“-Effekt sorgt, aber auch hier wiederhole ich mich: In Sachen Audio-Optimierung holt Huawei bei diesem Tablet das raus, was bedingt durch die baulichen Gegebenheiten möglich ist.

Das MediaPad M3 Lite 10 reißt also in Sachen Soundgefüge letztendlich keine Bäume aus, macht aber seine Sache mehr als ordentlich. Ein Equalizer, mit dem man eventuell individuelle Anpassungen am Klangbild hätte durchführen können, fehlt leider und hätte meinen Eindruck noch ein wenig mehr im positiven Sinne gefestigt. Inwiefern das harman/kardon-Label nun für eine audioseitige Optimierung sorgt, kann ich persönlich im Detail nicht ergründen, gefühlt klingt das MediaPad M3 Lite 10 aber schon deutlich besser als diverse Mitbewerberprodukte.

Performance

Bisher paßte die Ausstattung des MediaPad M3 Lite 10, wobei aufgrund des Namens erwartungsgemäss Abstriche gemacht werden müssen – eben das suggeriert auch das „Lite“ im Produktnamen. Spätestens in Sachen Performance weiß man nun aber, wie man das einzuordnen hat, war der Gesamteindruck doch für die Preisklasse, in der das Tablet beheimatet ist, bisher sehr gut. Das erste „Aber“ folgt beim Kirin 960-verwöhnten Leser nun in Firm das Snapdragon 435-SoC von Qualcomm, der im 28 nm-Verfahren gefertigt wurde und im Herbst 2016 erschienen ist. Die Gerätezielklasse hier: Eher die untere Mittelklasse.

Acht Cortex-53-Kerne und eine Andreno 505-GPU stehen auf der Habenseite, sind aber nach subjektivem Empfinden definitiv der erste Dämpfer im Gesamteindruck. Beim Starten des Tablets offenbart die langsame Huawei-Animation mit den bekannten Blasen schon, dass hier kein High-End-SoC verbaut wurde. Dieser Eindruck setzt sich leider im weiteren Verlauf des mehrwöchigen Tests fort – 47276 Punkte im AnTuTu-Benchmark untermauern dies.

MediaPad M3 Lite 10 AnTuTu

Gestartete Apps funktionierten ohne Probleme, speziell aber beim allgemeinen Handling das Tablets inklusive des Wechsels auf den Homescreen traten teils deutliche Verzögerungen mit dem Stock Launcher auf. Auch beim Wechsel zwischen den Apps ruckelte es teilweise mehr als erwartet. Ein Zeichen für die falsche SoC trotz des „Lite“-Labels oder nur eine unzureichende Anpassung auf Seiten der Software? Diverse Smartphones mit dem Snapdragon 435 offenbarten diese deutlichen Ruckler nicht, weswegen man hier eher auf eine noch nicht vollständig angepaßte Umgebung „hoffen“ kann, die gegebenenfalls durch ein Update behoben werden sollte.

Die Gesamt-Performance eines Gerätes an reinen Benchmarks zu messen, ist nicht zwingend repräsentativ – dem ein oder anderen unter Euch aber vielleicht wichtig. Aus diesem Grunde findet Ihr anbei die Galerie mit den üblichen Benchmarks, so dass Ihr Euch zumindest auf dem Papier einen Eindruck der blanken Performance-Daten machen könnt. Fakt ist, dass zum jetzigen Zustand der SoC definitiv die „Lite“-Bezeichnung rechtfertigt und unterstreicht – also ein kleiner, aber auch zu erwartender Schatten auf dem bisherigen Gesamtbild. Alles weitere sollten die Benchmarks verdeutlichen – werft also ruhig mal einen Blick darauf!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Konnektivität

Speziell die WLAN-Standards sind ja oft die Kriterien, an denen bei Geräten jenseits der Flaggschiffe oft gespart wird. Schön ist, dass das beim MediaPad M3 Lite 10 an eben dieser Stelle nicht getan wurde: WLAN 802.11 a/b/g/n/ac stehen auf der Habenseite und runden damit das aktuelle WLAN-Spektrum wunderbar ab. Verbindungen zu 2,4- und 5 GHz-Netzen konnten rasch hergestellt werden, Aussetzer konnten hier während des Testzeitraums nicht beobachtet werden.

Auch in Sachen LTE spielt Huawei seine gewohnten Stärken aus. Das LTE-Modul funkt in Kategorie 4 und ruft mit maximal 150 Mbit/s Daten ab, während 50 MBit/s im Upload möglich sind. Im Rahmen des Produkttests waren im Vdafone-Netz auch unterwegs keine Probleme zu beobachten. Auch klassische Bluetooth-Verbindungen, beispielsweise mit externen Boxen oder Kopfhörern konnten gewohnt schnell und unkompliziert hergestellt werden.

Unter dem Strich hat Huawei als Hersteller hier trotz des „Lite“-Titel nicht an den Funk-Möglichkeiten des MediaPad M3 Lite 10 gespart und solide, bewährte Arbeit ohne unnötige Einschnitte abgeliefert!

MediaPad M3 Lite 10 Tray (weiss)

Software

Das MediaPad M3 Lite 10 kommt mit einem schlanken Fuß daher: Android 7.0 Nougat ist an Bord, EMUI 5.1 ebenfalls. Beim Auslieferungszustand unseres Testgerätes BAH-L09C100B018 waren die Android-Sicherheitspatches von März diesen Jahres installiert. Hier beißt die Maus keinen Faden ab – speziell bei den Tablets hat Huawei in Sachen Aktualisierungen noch Nachholbedarf.

Im Zuge des Tests folgte da moderate und kleine Update auf die Version BAH-L09C100B021, die die Sicherheitspatch-Ebene immerhin auf April 2017 anhob und neben einigen Verbesserungen im User Interface auch einen nervigen Bug der Ausgangsfirmware beseitigte: Medien konsumieren mit dem MediaPad M3 Lite 10 macht Spaß, allerdings konnte anfangs die „Dazn“-App nicht sauber genutzt werden – dies behob das Update auf die B021. Nichtsdestotrotz haben wir mittlerweile das vierte Quartal, da darf man auch bei den – zugegeben oftmals stiefmütterlich behandelten Tablets – auch einen neueren Update-Stand erwarten.

Ansonsten erwartet uns ein sauberes System im EMUI-Stil ohne viel Bloatware sowie ein paar kleine Apps wie Instagram oder Facebook, die auch deinstalliert werden können, für die meisten aber sowieso zur Grundausstattung gehören. Dazu noch ein Satz Produktivitäts-Apps im Microsoft-Ordner in Form von Excel, Outlook, Powerpoint und Word, wo man aller Wahrscheinlichkeit nach ein wenig enger mit Redmond zusammenarbeitet: Das waren die Begleit-Apps, ansonsten hat man ein sauberes System, wie man es ich vorstellt. An dieser Stelle muß ich ein Lob aussprechen, denn nichts ist schlimmer als ein Gerät, welches schon im Auslieferungszustand Software mit sich bringt, die (wenn überhaupt möglich) erst einmal entsorgt werden muss. Gut gemacht, Huawei!

Akku und Akkulaufzeit

Nominell ist der Akku des MediaPad M3 Lite 10 mit seinen 6660 mAh identisch mit dem des MediaPad T2 10.0 Pro. Bei zehn Zoll Größe dürfte man vielleicht auch ein wenig mehr erwarten, hier wird aber auch natürlich die Zielgruppe respektive die damit verbundene Preisgestaltung eine Rolle gespielt haben. Im Vergleich zum Schwesternmodell, welches noch durch einen Snapdragon 615 angetrieben wurde, bleibt also nur die Frage, inwiefern man hier über die Software etwas zum Wohle der Akkulaufzeit regeln konnte.

Auch hier sei gesagt, dass jedes Szenario individuell ist: Bei meiner Art des Tablet-Konsums bin ich mit einer vollen Ladung recht lange ausgekommen, doch das Tablet war hier auch nicht mein täglicher Begleiter. Abrunden des digitalen Tages auf der Couch oder im Bett war eher die primäre Nutzung und da halten die 6660 mAh halt recht lange.

MediaPad M3 Lite 10 Micro-USB-Anschluss

Geht man von dem klassischen PCMark-Szenario aus, mit dem ich immer gerne teste (und auch hier gilt auch die Prämisse: Testszenario!), hielt das MediaPad M3 Lite 10 etwas mehr als sieben Stunden mit einer Ladung aus und kratzte sogar knapp an der 7,5 Stunden Grenze. Bei diesem Szenario ist die Displayhelligkeit auf manuelle 50% eingestellt, MicroSD- und Mobilfunkkarte sind eingelegt und auch Bluetooth ist aktiviert. Nach ein wenig nächtlichem Rödeln hatte ich am Ende also einen etwaigen Wert, den man so ruhigen Gewissens als grobe Referenz nennen kann. Aber auch hier sei gesagt: Je nach persönlicher Nutzung kann – und wird das wohl auch – im wirklichen Leben anders sein. Ein Benchmark ist nun mal ein Benchmark und somit eine Momentaufnahme.

Huawei selbst redet von zehn Stunden Videowiedergabe, die sollten aber nur im Optimalfall bei minimaler Displayhelligkeit greifen. Realistisch kann das Tablet aber auch so als Begleiter in Bus, Flugzeug und Bahn bedenkenlos ins Handgepäck. Geladen wird das MediaPad M3 Lite 10 wie bereits erwähnt leider noch über Micro-USB, was ich im Jahr 2017 auch als Verfechter des USB Typ C-Standards einfach nicht mehr zeitgemäss finde. Ebenfalls nicht unbedingt erfreulich ist die Ladezeit, die dann doch schon mal so in Richtung vier Stunden wandert, um wieder die 100%-Marke zu erreichen: Hier hätte ein Schnelllade-Mechanismus wahre Wunder gewirkt!

Preis/Verfügbarkeit

Das Huawei MediaPad M3 Lite 10 ist seit Juni für eine unverbindliche Preisempfehlung von 299 EUR (WLAN) respektive 349 EUR (WLAN + LTE) verfügbar. Der Straßenpreis liegt bei den bekannten Händlern des Vertrauens mittlerweile deutlich darunter.

Huawei MediaPad M3 Lite 10 bei Amazon*

Fazit

Im Zeitalter wachsender Smartphone-Displays ist ein Tablet für mich eine Ergänzung, wenn ich dies aus der Hand lege oder eben nicht am Notebook sitze. Prinzipiell also kein Grund für eine Anschaffung. Das Tablet als Produktivgerät? Macht Spaß mit Mitbewerberprodukten und entsprechenden externen Tastaturen. Prinzipiell ist es also für ein Tablet schwer, bei mir zu punkten.

Das Mediapad M3 Lite 10 hinterlässt zumindest einen positiven Eindruck, was Haptik und Optik angeht. Sauer aufstossen tut mir das Ruckeln im Homescreen und beim Wechsel zwischen den Programmen, während Apps und Tastatureingaben größtenteils ordentlich funktionieren. Ob das nur der Snapdragon 435 oder einfach noch eine mangelnde Anpassung softwareseitiger Natur ist, dürfte sich erst mit den nächsten Updates zeigen. Auch der Micro-USB-Anschluss ist – sorry! – einfach nicht mehr zeitgemäss und gehört auch bei Mittelklasse-Geräten endlich einmal verbannt, wenngleich ich hier auch auf hoherem Niveau meckere!

Sucht Ihr ein Gerät, welches kompromißlos Rechenleistung und aktuellste wie maximalste Ausstattung bietet, wird das MediaPad M3 Lite 10 eher weniger Euer Freund werden – Preis und Fokus liegen hier halt woanders. Wollt Ihr allerdings ein Tablet, dass das Couch-Surfen bequemer macht und schlichtweg zum konsumieren von Medieninhalten (nomen est omen!) eine Ergänzung daheim darstellt, werft ruhig einmal einen Blick auf das Tablet. Speziell die LTE-Variante bietet dank der erweiterten Konnektivität auch unterwegs alle Optionen, um auch in der Bahn & Co. die Vorzüge onlinegestützten Dienste genießen zu dürfen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Für Suchende auf dem Tablet-Markt sollte das MediaPad M3 Lite 10 zumindest in der engeren Auswahl sein. Huawei setzt auch hier seinen qualitativ hohen Standard fort und liefert ein Gerät ab, was in Sachen Preis-/Leistung absolut als „in Ordnung“ durchgeht, aber – wie so viele andere – auch nicht frei von Fehlern ist. Die Stichwörter „Media“ und „Lite“ sind hier somit Programm, aber das geht nach dem Abwiegen von Vor- und Nachteilen am Ende in Ordnung, wenngleich dem Gerät auch ein klassisches Alleinstellungsmerkmal fehlt – aber das geht ja bekanntlich vielen Tablets so!

 

*Durch den Kauf über unseren o.a. Link zu Amazon unterstützt ihr den Huawei.blog mit einem kleinen Obolus, das Produkt wird für euch nicht teurer. Dankeschön!

8.0 Feine Mittelklasse!
  • Display 8
  • Verarbeitung/Design 9
  • Konnektivität 9
  • Sound 8
  • Akku 7
  • Leistung 5
  • Software 9
  • Preis 9
  • Nutzerbewertungen (6 Stimmen) 6
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Über den Autor

Stolzer Familienvater. Digital Native und chronischer Device-Switcher. Multimedia-Freak. UK-Fan, auch mit Brexit. Immer auf der Flucht. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hauptberuflicher IT-Consultant.

1 Kommentar

  1. Andreas veröffentlicht am

    Vielen Dank für den Bericht. Durch die Zusammenarbeit mit Harman Kardon hätte ich mir klanglich doch etwas mehr versprochen, was ja laut Deinem Bericht nicht wirklich so ist.
    Eine Frage noch zu dem Gerät:
    Ist die LTE Variante Dual Sim fähig?

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