Die IFA naht und während viele Huawei-Fans aktuell auf weitere Leaks zum kommenden Mate 10 warten, sind die Informationen speziell zum Nachfolger unseres geliebten Mate 9 doch alles andere als konkret. Diverse Quellen wollen schon das neue Design genauer skizzieren können und während wir hier im Dunkeln tappen, nutzt Huawei die allgemeine Ablenkung, um den Fokus einmal mehr auf die künstliche Intelligenz zu lenken.

Die schlechte Nachricht: Auf der IFA wird es keine Huawei-Produktpräsentation geben, ergo wird – wie beim Mate 9 – das geplante Mate 10 in einem separaten Event vorgestellt. Wie unser Marco aber bereits gemutmaßt hat, heisst das allerdings nicht, dass nicht etwas anderes dazwischen für allgemeine Kurzweil sorgen wird. Eine Option, was das sein kann, sickerte heute auf Twitter durch – offiziell veröffentlicht durch Huawei Mobile mit der offenen Frage: „Was does AI mean to you?“

Ja, was bedeutet denn künstliche Intelligenz für uns? Sind die Ansätze, die Huawei mit EMUI 5.x und dem Kirin 960-SoC verfolgt, bereits der erste Schritt? Smartphones, die intelligent lernen, welche Apps wir bevorzugt starten und hier entsprechend Ressourcen vorplanen? Vielleicht. Ein klassischer Sprachassistent wie Siri von Apple, Cortana von Microsoft, der Google Assistant oder Alexa von Amazon – möglich. Ein dedizierter digitaler Assistent wie Bixby von Samsung? Man weiß es nicht, aber die spannende Frage ist: Welchen Mehrwert möchte uns Huawei mit dem nächsten und offenbar fast vor der Tür stehenden Aspekt der mobilen künstlichen Intelligenz bieten?

Huawei AI Twitter / Künstliche Intelligenz

Bereits vor einigen Tagen berichteten unter anderem die Kollegen von Gizmochina über einen kommenden AI-Prozessor aus dem Hause Huawei, der den Hauptprozessor (CPU) mit der Grafikeinheit (GPU) und einem speziellen AI-Chip kombinieren soll: Hören wir hier bereits die Nachtigall in Form des Kirin 970-SoC trapsen? Das ist aktuell rein spekulativ, allerdings sagte bereits Huawei-CEO Richard Yu während der „China Internet Conference“ kürzlich, dass es solche Pläne durchaus gäbe und in der Ära der künstlichen Intelligenz die Mischung aus Cloud- und Chiptechnologie durchaus entscheidend sei.

Huawei wäre nicht Huawei, wenn die eigene Lösung nur eine unter vielen wäre – und nach dem in meinen Augen unsäglichen Bixby-Hickhack wäre ein weiterer, eigener Sprachassistent ohne Schnittstellen nach aussen neben den bisher vorhandenen wohl das Letzte, was auf meiner persönlichen AI-Wunschliste stehen würde. Fragmentierung gibt es in diesem Bereich bereits genug und wie man bei Bixby trotz aller guten Ansätze gesehen hat, ist gibt es auch bei digitalen Sprachassistenten durchaus Sprachbarrieren. Denn: Was nutzt der beste Dienst, wenn er in meiner Muttersprache nur unzureichend oder gar nicht verfügbar ist?

Diese Hürde gilt es zu meistern und vor allem der Hinweis, dass die künstliche Intelligenz durchaus mehr ist als ein reiner Sprachassistent, lässt auf eine angenehme Überraschung hoffen. Fakt ist: Egal, welches Produkt am Ende dabei herausspringt, man möchte hier ein Alleinstellungsmerkmal schaffen und die Messlatte ist meiner Meinung nach recht hoch, aber vielleicht fehlt mir an dieser Stelle auch die Phantasie? Lassen wir uns einfach überraschen und versuchen wir, trotz aller Leaks einen kühlen und sachlichen Kopf zu behalten – die Zeit wird sicherlich bald mehr zeigen!

 

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