Huawei Kirin 980

Kirin 970 und das Mate 10: Das wegweisende Ereignis steht kurz bevor

Im September kündigte Huawei den ersten Kirin-Prozessor mit AI-Unterstützung an. Am kommenden Montag, dem 16. Oktober wird das erste Smartphone mit diesem Chipsatz die weltweite Bühne in München betreten: Das lang erwartete Mate 10. Die elementare Zutat, die den dort enthaltenen Kirin 970-SoC so speziell macht, ist die in die Prozessorarchitektur integrierte NPU – die Neural Processing Unit -, der Schlüssel für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz speziell im Segment des Smartphones.

Angetrieben wird diese Entwicklung durch Huaweis intensiven Fokus auf die Verbesserung der Nutzererfahrung durch Marktforschung, innovatives Produktdesign und den technischen Fortschritt. Das speziell Letzteres in Summe zum Erfolg führt, beweist beispielsweise die Platzierung im magischen Quadranten der LTE-Ausrüster bei Gartner, wo Huawei bereits angekommen ist. Zeit also für CEO Richard Yu, ein paar Gedanken zu dem Thema auf Medium zu platzieren, denen wir natürlich im Detail lauschen wollen.

Huawei Kirin 970 Chip

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Kirin 970: Die nächste Innovation vor Augen

Laut Yu ist es heutzutage schwierig, innovative Durchbrüche im Sektor der Informations-Technologie zu erlangen. In Sachen Rechengeschwindigkeit hat man die Fertigungsprozesse der SoC geändert – von 14nm auf 10nm, auch 7nm-Prozessoren sind hier drin. Doch heißt das auch gleichzeitig, dass durch die Art, wie ein Smartphone-Prozessor gebaut wird, sich auch die Faktoren Effizienz, Energieverbrauch und finale Geschwindigkeit ebenso blind verbessern? Der Flaschenhals in Sachen Größe und Geschwindigkeit ist somit vorprogrammiert. Was man hier wirklich benötigt, ist eine technische Revolution – eben DEN einen Durchbruch.

Huaweis neuer Kirin 970 basiert auf dem 10nm-Fertigungsprozess und bringt natürlich mehr Transistoren und Kerne mit sich. Huawei nimmt hier wieder eine Vorreiterrolle ein, denn eben dieser SoC wird der erste Smartphone-Chipsatz weltweit sein, der neben CPU und GPU auch die NPU enthält, den Schlüssel zur Artificial Intelligence (AI), die allgemeinhin als nächste Revolution im Mobilsegment angesehen wird. Weg vom Reißbrett, weg von der Konzeptstudie: Die künstliche Intelligenz wird eine Technik sein, die mit unserem täglichen Leben und der Art, wie wir mit unserem Smartphone agieren, beschleunigen, verbessern und verändern wird.

Der Fokus auf dem Bild

Richard Yu weiß, das Smartphone-Kunden primär schnelle Geräte wünschen. Mit der neuen Technik greift man diese Anforderung auf, um über die integrierte Neural Processing Unit die Verarbeitung von KI-Befehlssätzen zu realisieren. Dabei ist der Kirin 970 noch etwa fünfzig Mal effizienter in Sachen Stromverbrauch und 25 Mal schneller, wenn man ihn mit vier Cortex-A73-Kernen bei Ausführung der gleichen AI-Kommandos vergleicht. Das sind nur technische Spezifikationen, die am Ende aber dafür sorgen, dass das Smartphone Bilder besser erkennt, die Fotografie-Funktionen drastisch verbessert oder auch die Interaktion mit dem Smartphone auf Basis von Sprachbefehlen in allen Belangen auf ein neuen Niveau hebt.

Huawei Kirin 970

Speziell in Sachen Bildverarbeitung kann Huawei hier laut Richard Yu punkten: Durch die Möglichkeiten des Kirin 970 Chipsatzes soll vor allem das Thema „Fotografie im Dunklen“ enorm profitieren. Dunkle Szenen werden vom Sensor automatisch erkannt, der wiederum durch Interaktion mit der Kamera-App jeweils das Bestmögliche aus den Motiven herausholen soll. Auch die Gesichtserkennung mit Unterstützung für Faktoren wie Hauttönen, der Augenfarbe oder Objekten wie Brillen etc. ist hier deutlich verbessert möglich. Gleichzeitig soll eben auch diese Erkennungs-Funktion der klassischen Fotografie dienlich sein und authentischere Portraits mit verbesserter Belichtung, Farbwiedergabe und einem entsprechenden Fokus ermöglichen.

Yu gibt hier als Beispiel an, dass immer mehr Menschen die schönsten Momente ihres Lebens nicht mehr mit klassischen, sondern eben Smartphone-Kameras einfangen. Wie auch in der klassischen Fotografie kann neben vielen anderen Dingen auch eine schwache Belichtung das Ergebnis deutlich trüben. Mit dem Kirin 970 und dessen Funktionen legt man hier die Messlatte einfach noch ein wenig höher: Ein sichtbares Bild war gestern, ein deutliches Bild vielleicht noch heute – die nächste Stufe ist das intelligente Bild: Je nach Szenerie und Tageszeit helfen die AI-Funktionen des neuen Chipsatzes, das jeweils beste Bild zu den besten Bedingungen machen zu können.

Es gibt was auf die Ohren

Auch in Sachen Audio-Möglichkeiten legt man noch ein paar Scheite nach: Sampling-Raten bis zu 32bit bei 384K bei gleichzeitigen Erhalt aller Original-Audio-Details sind hier mit im Paket des SoC. Auch die AI-gestützte Rauschverminderung kann Störgeräusche herausfiltern und klassische Audio-Signale verbessern. Nutznießer hier können beispielsweise Autofahrer sein – wer viel im Auto telefoniert, wird sich hier – herstellerunabhängig – oft die bessere Freisprechanlage wünschen.

Der Reiz und das Potential des Unbekannten

Am Ende seiner Ausführungen gibt Richard Yu zu Protokoll, dass man bei Huawei glaube, die künstliche Intelligenz stelle die Möglichkeiten einer Smartphone-Erfahrung dar, die man sich aktuell noch nicht vorstellen könne. Bei aller technischen Finesse ist der Kirin 970 als auch als offene und mobile AI-Plattform für Entwickler und Partner – also eben nicht als geschlossenes System – gedacht. Der Weg für neue Applikationen, die nicht mehr statisch agieren, sondern dynamisch die Funktionen des AI-Chips nutzen, ist somit geebnet. Entwickler können und sollen Nutzen aus dieser offenen Schnittstelle ziehen. Der Vorteil für alle: Durch die offene Plattform sollen mehr und mehr Entwickler dafür begeistert werden, in der nahen Zukunft moderne AI-Applikationen zu erschaffen.

Was meint Ihr? Birgt der Kirin 970 wirklich so ein großes Potential, vielleicht wirklich eine Wende in der Smartphone-Geschichte zu schaffen? Quasi den nächsten Schritt in einem Markt zu tun, wo sich die Hersteller nur durch Nuancen und immer weniger Rahmen um das Display unterscheiden, ohne aber diesen einen „Aha!“-Effekt zu vermitteln? Wir dürfen gespannt sein, birgt der Kirin 970 doch offenbar die ideale Basis, um diesen einen Schritt auch wirklich zu gehen. Am 16. Oktober werden wir mehr wissen und wie auch wir wird wohl der ein oder andere von Euch sicherlich dem Live-Stream beiwohnen. In diesem Sinne also: Bis bald!

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4 Kommentare

  1. Tino Klank 14. Oktober 2017
    • Oliver Pifferi 15. Oktober 2017
      • matrix 15. Oktober 2017
  2. matrix 15. Oktober 2017

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