Die Personalisierungsmöglichkeiten unter Android sind im Vergleich zu iOS oder anderen Systemen sehr beliebt und breitgefächert anpassbar. Einer der Gründe, weshalb viele Nutzer gerne auf das mobile Google Betriebssystem zurückgreifen. Huawei möchte hier zukünftig eingreifen und Launcher (Benutzeroberflächen) von Drittanbietern blockieren.

Android 9 Pie – EMUI 9

Die meisten dürften es wissen, einige nutzen es bereits im Alltag. In Kombination mit dem neuen Android Betriebssystem Pie kommt EMUI 9 von Huawei auf den aktuellen Smartphones zum Einsatz. Hierbei handelt es sich nicht nur um die eigene von dem chinesischen Hersteller eingeführte Benutzeroberfläche, sondern auch um viele neue und exklusive Funktionen und Features. Ein Beispiel hierfür wäre sicherlich die intuitive Gestensteuerung. Aber auch verschiedene Optionen wie den Google Feed, anpassbare Wischanimationen sowie die übersichtliche Bedienung haben das System schon über längere Zeit geprägt.

EMUI 9

Drittanbieter Launcher werden zum Tabu-Thema

So schön EMUI (Emotion UI) für viele Anwender und Huawei Liebhaber sein mag, gibt es auch einige Kritikpunkte an der eigenen Oberfläche. So sind viele Designs sowie die komplette Darstellung oftmals sehr chinesisch angehaucht und wirken auf den ein oder anderen europäischen Nutzer nicht sonderlich hübsch. Auch einige Tech Blogger und YouTuber vertrauen lieber auf eine andere Android Benutzeroberfläche und Darstellung. Soweit so gut, ein anderer Launcher löste bisher bekanntlich solche Probleme. Dies soll nun ein Ende haben – so geht Huawei einen radikalen Schritt und möchte zukünftig jeden anderen Launcher auf den eigenen Geräten blockieren.

Wobei wir an dieser Stelle alle Nutzer mit internationalen Geräten und Firmwares beruhigen können. Denn diese Maßnahme, die sich bereits seit November 2018 abzeichnete, betrifft derzeit nur die chinesischen Geräte bzw. Firmwares. Allerdings wurde das, was man eben bereits länger vermutete jetzt durch Huawei in den eigenen Foren bestätigt.

Nutzerprobleme oder Eigenvermarktung?

Interessant für einen solchen Schritt dürften definitiv die Gründe sein, weshalb man dieses “Verbot” durchsetzen möchte. Hier gibt das chinesische Unternehmen an, aufgrund vieler Nutzerprobleme in den vergangenen Jahren zu reagieren. Immer wieder kommt es zu verschiedenen Problemen, welche auf Drittanbieter Launcher zurückzuführen seien. Da hierfür kein Support seitens Hersteller geleistet werden kann, möchte man die Installation anderer Benutzeroberflächen bestmöglich unterbinden. So möchte man auch unkontrollierte Bloatware vermeiden, welche das Gerät leistungstechnisch enorm schwächen können aber auch gleichzeitig vielen Nutzern den Spaß an dem Gerät nehmen können.

Ebenfalls denkbar wäre, dass Huawei in Zukunft die eigenen Entwicklungen und mobile Services in EMUI besser vermarkten möchte und sich mit den eigenen Nutzern “isolieren” möchte. Huawei Kunden können zukünftig keine anderen Launcher installieren und müssen sich regelrecht mit dem hauseigenen System anfreunden, solange man das Gerät nutzen möchte. Die eigenen Dienste und Möglichkeiten könnten dadurch intensiver in den Fokus gerückt werden, die Verwirrung der unterschiedlich eingerichteten Kundengeräte wird gesenkt. Auch der eigene Design / Themes Store könnte eine wichtigere Rolle für Nutzer einnehmen, wenn man hier lediglich zentralisiert Personalisierungen vornehmen kann.

Schießt sich Huawei ein Eigentor?

Man könnte momentan auch noch von der Ruhe vor dem Sturm reden, welcher mit dieser Entscheidung losgetreten wird. Wir sind uns ziemlich sicher, dass die riesige Community nicht sonderlich begeistert von diesen Einschränkungen ist. Im Endeffekt nimmt Huawei den Nutzern einen der größten Vorteile, welche man mit Android genießen konnte. Stattdessen bewegt man sich eher in Richtung Isolierung, wie man es eigentlich nur von Apple kennt. Ein vorgegebenes System soll für zufriedene Kunden sorgen, eigene Anpassungen werden nicht mehr toleriert?

Wobei derzeit völlig unklar – aber wohl eher unwahrscheinlich – ist, dass diese Maßnahme auch die Nutzer der internationalen Versionen in absehbarer Zeit betreffen wird.

Was sagt ihr zu diesem Thema? Wird sich Huawei mit der Entscheidung ein Eigentor schießen oder haltet ihr die Entscheidung für den einzig richtigen Weg? Schreibt uns gerne in die Kommentare oder nehmt an unserer Diskussion in der Facebook Community teil – noch kein Mitglied? Dann wird’s Zeit 😉

In einer früheren Version dieses Artikels wurde keine klare Unterscheidung vorgenommen, dass sich dies aktuell nur auf die chinesischen Versionen bezieht. Die aktuelle Fassung bringt diesen Umstand deutlicher zum Ausdruck.

Quelle: Gizmochina

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Über den Autor

Dominik Ramb

22, Informatiker, technikbegeisterter Blogger, Tüftler und mittlerweile Rennfahrer in Vorruhestand.

29 Kommentare

  1. Uwe veröffentlicht am

    Nachricht vom November 2018. Warum taucht die jetzt wieder auf, obwohl bereits bekannt und nach wie vor nur auf dem chinesischen Markt?

    • Marco
      Marco veröffentlicht am

      Weil es jetzt eine offizielle Aussage von Huawei dazu gibt. Und man hinsichtlich der Begründung spekulieren kann, wie hier zukünftig noch die Entwicklung in diesem Kontext aussieht.

  2. Tom veröffentlicht am

    Wenn das stimmt, ist mein Mate 20 Pro das letzte Huawei Gerät gewesen. Es kotzen mich die Einschränkungen des Lightning bei den Chinamännern ohnehin schon an, aber wenn ich nur noch deren Emui Mist verwenden muß, dann bin ich weg.

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