Ja, aktuell teste ich gerne Dinge, zuletzt das Panzerglas und heute das Flipcover für das Mate 20 pro. Warum ausgerechnet ein Flipcase? Tja, die Frage hab ich mir selbst auch gestellt, weil bis auf die Lederhüllen von Stilgut, hatte ich noch nie ein Flipcase getestet, schon gar nicht ein originales mit Sichtfenster. Ich hatte also einfach Bock eins auszuprobieren und darüber zu schreiben, wie es halt ab und an so ist. 😉

Eigentlich, da bin ich ehrlich, bin ich kein Freund von solchen Hüllen. Zu umständlich, zu auftragend, zu teuer. So dachte ich zumindest immer. Erstaunlicherweise habe ich mich damit angefreundet, okay, ich bin jetzt kein Fan davon, aber irgendwie gefallen tuts mir schon. Aber dazu später mehr im Fazit. Jetzt schauen wir uns erst einmal an, was in der Packung steckt.

Verpackungsinhalt

  • HUAWEI Mate20 Pro Smart View Flip Cover (Weiches PU-Flip Case für umfassenden Schutz mit praktischem Fenster für die häufigsten Vorgänge, wie z.B. Herausfinden der Uhrzeit, Ansehen von Benachrichtigungen und Wetter und das Annehmen von Anrufen)

HUAWEI.blog Testkriterien

Wie ihr von uns gewohnt seid, werde ich jetzt auf die einzelnen Kriterien eingehen. Es handelt sich dabei wie immer um persönliche Eindrücke und auf keinen Fall höchst wissenschaftliche Fakten.

Verarbeitung

Da hab ich absolut nichts zu bemängeln. Das Case ist top verarbeitet, man sieht keine schiefen Nähte (eigentlich sieht man gar keine Nähte, weil alles verklebt ist). Das Material besteht zum einen aus Kunstleder (Vorder- und Rückseite), einer Samteinlage (Innenseite des Deckels), Sichtglas aus Plexiglas (inkl. einer samtigen Folie auf der Innenseite) und das Cover selbst aus festem Kunststoff. Das Mate 20 pro passt perfekt in das Cover, die rechte Seite mit Powertaste und Lautstärkewippe liegen frei. Die Öffnungen für die quadratische Kamera, die Ladebuchse, dem SIM-Tray, den Mikrofonen, der Infrarot-Sensor und des Lautsprechers sind auch sauber ausgeschnitten.

Preis/Leistung

Zum Preis muss ich jetzt gleich mal sagen, dass es nicht so ein Desaster war mit der original TPU Hülle bei Saturn. Warum? Ganz einfach, weil ich das Flipcase gleich online bei Amazon bestellt habe. Dort kostet es um die 15 EUR und ich finde den Preis für das was man bekommt voll in Ordnung. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt übrigens bei 34,99 EUR.

Hier kann man sich die Hülle bei Amazon mal anschauen: *klick*

Funktionalität

Hier hatte ich die meisten Bedenken, die dann auch in der Praxis zum Teil leider bestätigt wurden.

  • Der Deckel schließt nicht hundertprozentig, was zur Folge hat, dass man die Schrift nicht immer gut ablesen kann.
  • Die LED Benachrichtigungen kann man vergessen, weil dort, wo die LED sitzt einfach kein Loch in der Hülle ist.
  • Man bekommt Benachrichtigungen angezeigt durch das Sichtfenster, die bleiben aber nicht, wie bei einem Always-On-Display dauerhaft am Bildschirm, nein, die verschwinden nach ein paar Sekunden wieder.
  • Die Anzeige der Benachrichtigungen ist auf ein paar Anwendungen beschränkt, so sieht man nur die aktuelle Uhrzeit, den Wochentag, das Datum, ein Wettersymbol und die aktuelle Temperatur, die Schritte und entgangene Anrufe und SMS. Whatsapp wird zum Beispiel nicht angezeigt. Das Wetter wird auch nur angezeigt, wenn man „aktueller Standort“ im Wetter Widget auswählt. Wählt man hier nur seinen Heimatort (oder eine anderen festen Ort) aus, wird im Display des Covers nichts angezeigt.
  • Solltet ihr eine Display Glas z.B. von Artwizz oder Panzerglass zum Schutz eures Mate 20 Pro installiert haben, dann könnt ihr die Verwendung mit dem Original Flipcase getrost knicken, weil sich dann der Deckel einfach nicht mehr richtig schließen lässt.
  • Was man bei solchen Flipcovern immer hat ist die eingeschränkte Funktionalität beim Fotografieren. Kann man beim Hochkant-Fotografieren noch von einem Pluspunkt sprechen, da der Deckel zur Stabilisierung dient, ist es in der Horizontalen dann schon ein wenig störend, wenn der Deckel da unten rum immer so hin und her lappt.
  • Ebenfalls ein wenig enttäuschend ist die fehlende Möglichkeit das Flipase in einen sog. „Stand“ für das Mate 20 pro umzuwandeln. Ich hab gehört, dass die heutige Jugend beim Döner gerne das Smartphone nebendran stellt und die neuesten TicTok Videos laufen lässt. Tja, geht halt nicht. 😉
  • Vielschreiber wissen auch nicht immer was mit dem Deckel anzufangen und klappen diesen komplett um. Das Schreiberlebnis wird dadurch aber auch nicht wirklich besser.
  • Was es allerdings macht und das ist ja eigentlich die Hauptaufgabe einer Hülle: Es schützt das Smartphone rundherum. Grundsätzlich soll man sein Smartphone ja nicht fallen lassen, es könnte kaputt gehen. Wisst ihr, oder? Aber wenn es doch Mal passiert, dann denke ich, hat es aufgrund der verstärkten Ecken und dem Deckel doch höhere Überlebenschancen.
  • Die Anzeige im Display des Covers hat ein paar Helligkeitsstufen. Wenn man es anhebt, wird’s heller. Einstellen kann man die Helligkeit aber nicht, das passiert automatisch
  • Die Hülle, obwohl vorne und hinten schützend, trägt überhaupt nicht auf.
  • Man kann Anrufe annehmen und bei geschlossener Hülle telefonieren.
Abgehender Anruf
Anruf
Benachrichtigungen – Anzeige (Uhrzeit – Tag – Datum – Wetter – Grad – Anrufe – SMS – Schritte)

Design

Das ist eigentlich der Must-Have Punkt für mich.  Es schaut meiner Meinung nach einfach edel und hochwertig aus. Obwohl ich ja ein Freund der absoluten Nacktheit bin, was Smartphones anbelangt, weil ich meine, so ein geiles Design gehört nicht in eine Hülle gesteckt, mache ich doch dahingehend Abstriche, wenn es um das Thema Schutz geht. Das Flipcase ist ein Kompromiss zwischen „mein Smartphone war teuer und ich will es schützen“ und „mein Smartphone war teuer, es schaut verdammt sexy aus und jeder muss das sehen“. Also quasi eine Art von Understatement. Auch die Schlichtheit: Gefällt mir.

Verpackung

Auch hier gibt’s wieder Abzüge in der B-Note. Die Verpackung schaut gut aus und ist funktionell, aber immer noch zu viel Plastik. Die Vorderseite aus durchsichtigem Plastik und die Rückseite aus weißem Plastik hätte man sich sparen können und anstatt dessen lieber einen Karton nehmen sollen.

Fazit

Dafür, dass ich eigentlich ein Flipcase Gegner war, hat mich diese Hülle doch überzeugt. Ich nutze sie gerne und wie ich sie gestern komplett vom Mate 20 pro runtergemacht habe, war ich ganz erschrocken, ob der Haptik. Da ist mir doch fast das Smartphone aus der Hand geflutscht. Ich bin nicht so der Benachrichtigungsfetischist (hab fast alle Benachrichtigungen ausgestellt und außerdem noch die Watch GT), von demher vermisse ich die fehlenden Funktionen nicht. Wer da unbedingt immer auf dem Laufenden gehalten werden muss, warum auch immer, dem kann ich das Flipcase nicht empfehlen. Ebenso wenig Vielschreibern. Aber allen anderen, die einfach ne gute und stylische Hülle für ihr Mate 20 pro suchen, für die spreche ich ne klare Kaufempfehlung aus.

*Artikel enthält Spuren von REF-Links.

7.6 Stylisch
  • Verarbeitung 9
  • Preis / Leistung 8
  • Funktionalität 6
  • Design 9
  • Verpackung 6
  • Nutzerbewertungen (3 Stimmen) 8,4
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Über den Autor

Rainer

Inhaber. Gründer. Blogger. technikaffin. fair. offen. kritisch. Vater. Ex-Mann. Blogger. Bayer. Biertrinker. Prokrastinator. Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert. πάντα ῥεῖ - alles fließt

5 Kommentare

    • Rainer
      Rainer veröffentlicht am

      Hab ich jetzt gar nix feststellen können, da auf der Innenseite des “Glases” ja auch noch so eine samtweiche Folie sitzt.

  1. Avatar
    Michael Eckert veröffentlicht am

    Ich habe ebenfalls das originale Huawei Flipcase, allerdings für das Mate 20 ohne Pro. Es sieht eigentlich genauso aus wie das vom Pro und ich bin sehr zufrieden damit.
    Ein Zerkratzen des Display, wie es bei meinem originalen
    Huawei Flipcase für das Mate 9 auftrat, kann ich hier bisher nicht feststellen.
    Das Case des Mate 9 war aber innen auch mit einer Wabenstruktur und nicht mit Filz.

  2. Avatar
    Berserkus veröffentlicht am

    Das Problem mit der Benachrichtigungsleute kann man relativ einfach lösen..

    Nämlich mit einem Gürtellochstanzer :p man muss nur den exakten Punkt ausmessen. Wenn man den Stanzer nutzt sieht man nur bei sehr genauem hinsehen das das Loch nicht original ist :p

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