Zum Launch der Huawei Mate 10 Serie letzten Monat wurde auch ein neues Gadget von Huawei vorgestellt, welches bislang ziemlich untergegangen ist. Die Huawei EnVizion 360° Kamera.

Wie der Name schon richtig vermuten lässt, handelt es sich dabei um eine 360° Kamera. Diese funktioniert jedoch nicht autark, wie bei anderen Herstellern, sondern nur zusammen mit dem Smartphone.
Was auf den ersten Blick wie eine Einschränkung wirkt, entpuppte sich in der Praxis aber als deutlich vorteilhafter. Denn die EnVizion 360° ist super handlich und blitzschnell einsatzbereit.

Schnelle, einfache Handhabung

Klassisches Plug ‘n’ Play fällt mir als Begriff zur Handhabung ein. Sprich, einfach die EnVizion via USB (Typ C) mit dem Smartphone verbinden und schon kann es losgehen mit den 5K-Fotos und 360°-2K-Videos. Huawei bietet dafür auch eine eigene App, mit der man unabhängig von anderen Social Media Apps – wie z.B. Facebook – 360° Fotos und Videos aufnehmen und abspielen kann.

HUAWEI 360 Camera
HUAWEI 360 Camera
Preis: Kostenlos

In der normalen Galerie werden die Bilder unter Sonstiges und dort im Unterordner CV60 abgespeichert. Allerdings ist es nicht möglich, sich die Bilder dort in 360° anzuschauen, sondern nur in klassischem 2D.

Aber zurück zur Handhabung. Kamera anstecken, App starten – bzw. kann man diese auch als automatisch zu startende App bei Anschluss der 360° Kamera festlegen – und schon kann man Fotos und Videos machen. Im Anschluss einfach wieder die Kamera abziehen, ab in die Hosentasche und da bleibt sie bis zum nächsten Motiv. Das ist einfach, praktisch und genau so stelle ich mir so ein Gadget vor.

Simple App mit Bearbeitungsmöglichkeiten

So einfach wie man die EnVizion startklar gemacht hat, geht es auch weiter. Die Oberfläche der Kamera ist nämlich absolut einfach gehalten. Einfach Auslöser drücken und fertig. Rund 2 Sekunden später habt ihr dann die fertige 360° Aufnahme auf dem Smartphone und könnt diese nachbearbeiten.

Alternativ könnt ihr vorab die Grund-Einstellungen anpassen oder auch individuell einen Modus zum Weißabgleich, zur Belichtungskorrektur oder einen Filter auswählen. Und natürlich stehen neben den Foto-Aufnahmen auch Video-Aufnahmen als Option zur Verfügung. Hier kann man in den Einstellungen wählen, ob die Videos 10 Sekunden dauern oder (bis zu) 5 Minuten.

In der Nachbearbeitung der Aufnahmen kann man zwischen verschiedenen Ansichtsoptionen wählen. Hier stehen Fischauge, Perspektive, Kristallkugel und Kleiner Planet zur Auswahl. Zudem lässt sich die Aufnahme noch in ein animiertes GIF umwandeln.

Aufnahmequalität

Kommen wir zum Wesentlichen bei der Huawei EnVizion 360 – den Aufnahmen. Die maximale Fotoauflösung liegt hier bei 5.376*2688 Pixeln. Bei Videos haben wir HD-Qualität mit 1.920*960 (2:1). Soviel zu den nackten Zahlen.

Da ich die Kamera nur kurz zur Verfügung hatte und Berlin sich Abends auch nicht gerade von seiner sonnigen Seite präsentierte, war der Kurztest auch gleichzeitig ein Härtetest. Und hier will ich auch gar nicht groß und breit herumreden. Bei schlechten Sichtverhältnissen leidet die Qualität der Aufnahmen deutlich.

Bei guten Lichtverhältnissen wiederum, sind die Aufnahmen wirklich ordentlich und man kann durchaus auch Details erkennen. Allerdings nur im Nahbereich der Aufnahme. Und da man auf den erstellten Fotos und Videos nicht zoomen kann, bleibt es auch dabei.

Leider lassen sich 360° Fotos hier nicht vernünftig darstellen; deshalb findet ihr alle Aufnahmen vom Huawei EnVizion Test hier bei Google Fotos.

Huawei EnVizion Testaufnahmen

Leider werden diese bei Google Fotos qualitätsmäßig nochmal deutlich beschnitten. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich nur den Gratisspeicher nutze und nicht den bezahlten, bei dem Bilder mit voller Qualität hochgeladen werden. Auf dem Smartphone haben die Aufnahmen eine deutlich bessere Qualität; ebenso beim Teilen z.B. auf Facebook.

Wozu überhaupt 360° Aufnahmen

Ein Fazit zur Huawei EnVizion 360 kann man meiner Meinung nach nur ziehen, wenn man sich mal überlegt, wozu man überhaupt solche 360° Aufnahmen braucht. Okay, brauchen tut man sie wahrscheinlich in den seltensten Fällen. Aber wo können sie sinnvoll sein oder schlichtweg Spaß machen?

Da fällt mir als erstes der Bereich Reisen ein. Das kann die Städtetour sein, bei der man einfach für sich selbst oder Freunde einen besonderen Ort an dem man war festhalten will. Das geht tatsächlich mit so einer 360° Aufnahme sehr gut. Und es hat vor allem nochmal etwas ganz anderes, als eine klassische 2D Aufnahme.
Ich erinnere mich da an meine Tour nach Las Vegas zur CES 2016. Da hätte ich die EnVizion gut gebrauchen können, um die ein oder andere Situation, die Atmosphäre, “das Ganze” deutlich besser einzufangen.

Gleiches gilt für das klassische Gruppen-Selfie – in Huawei-Sprache “Groufie” genannt. Wie oft sieht man Gruppen, die gemeinsam unterwegs sind und sich dann zusammenquetschen um irgendwie alle zusammen auf’s Bild zu kommen. Am besten noch so, dass auch der Ort – egal ob cooles Lokal oder Sehenswürdigkeit im Freien – mit festgehalten wird und gemeinsam mit der Gruppe zur Geltung kommt. Mit so einer 360° Aufnahme absolut kein Problem.

Kurzum, man kann eben mit 360° deutlich mehr “Drumherum” mit einfangen, als in 2D.

Fazit

Macht die Huawei EnVizion 360 – auch wenn wir nur eine sehr kurze gemeinsame Zeit hatten – Spaß? Da kann ich mit einem klaren Ja antworten! Und ich bin auch sicher, dass man die Qualität bei nicht so optimalen Lichtverhältnissen durch etwas praktische Erfahrung auch nochmal etwas besser in den Griff bekommt.

Huawei EnVizion 360 kaufen* (Ref-Link)

Lohnt sich die Anschaffung einer Huawei EnVizion 360? Tja, wären die ersten Gerüchte, die wir zum Preis hatten – 39 Euro – wahr geworden, dann stünde jetzt hier auch ein klares Ja. Allerdings sind diese Gerüchte schnel geplatzt und die Realität hat uns mit satten 199 Euro UVP eingeholt. Und hier ist es mir den Spaß nicht wert. 199 Euro stehen für mich in wirklich keinerlei Verhältnis zu dem spaßigen “Nutzen”, den die Huawei EnVizion 360 dann in der Praxis tatsächlich hat.

Allerdings ist auch bereits zu beobachten, dass der Straßenpreis wohl zum Marktstart schon deutlich günstiger ausfallen wird. So hat Media Markt Österreich die Huawei EnVizion bereits für 159 Euro im Online-Angebot. Mal schauen wie sich hier die Preisentwicklung in den nächsten Wochen gestaltet.

Was sagt ihr zu solchen Gadgets im Allgemeinen und zu 360° Aufnahmen im speziellen?
Schreibt es uns in die Kommentare!

 

An dieser Stelle noch einen herzlichen Dank für die kurzfristige Bereitstellung der Huawei EnVizion 360 und die nette Betreuung durch das Huawei Customer Service Center Berlin.

*Durch den Klick auf den Amazon Link bekommen wir einen kleinen Prozentsatz des Kaufpreises als Obolus von Amazon. Du unterstützt dadurch unseren Blog.
So können wir auch in Zukunft noch Zubehör Tests für euch machen. Natürlich wird dadurch dein Produkt nicht teurer.
Solltest du dazu noch Fragen haben schau einfach in unsere Datenschutzerklärung. Vielen Dank.

 

 

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Über den Autor

Marco

Blogger - Freelancer - Lebemann - Spaßkanone verheiratet, Familienvater, Sport-Fan, “Technik-Nööörd”, Social Media begeistert. (Fast) Immer gut drauf, witzig, nachdenklich, konstruktiv, neugierig, ironisch – gerne auch mal sarkastisch oder gar zynisch….!

9 Kommentare

  1. Konstantin veröffentlicht am

    Hallo Marco,

    Ich habe mir die Kamera für mein Mate 8 geholt, hat leider nicht funktioniert (Siehe Bericht vom Rainer) via Adapter von Micro USB auf USB C. Aber ich habe die Kamera bei einem Freund ausprobiert der das P9 plus besitzt. Die Kamera ist ein nettes Gadget, für mich als Festivalgänger bestimmt ein guter Begleiter 🙂
    Hier nochmal ein Link bei Amazon, da kostet sie 155€, ist aber sehr begrenzt.

    https://www.amazon.de/Huawei-bxhucv60-Kamera-360-%C2%B0-drehbar/dp/B075R8VHLX/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1512466834&sr=8-1&keywords=huawei+360

    Gruß

    Konstantin

    • Marco
      Marco veröffentlicht am

      Danke für die Rückmeldung!

      Voraussetzung ist tatsächlich der USB Typ C Anschluss; diesen hat das Mate 8 noch nicht. Aber gut zu wissen, dass ein Adapter hier offensichtlich keine Lösung ist.

      Gruß
      Marco

  2. vovo veröffentlicht am

    Gut geschrieben – man bekommt einen recht aussagekräftigen Eindruck von der Cam!
    Was mich persönlich noch interessiert hätte: kann man mit der Kamera bei Periscope streamen? Hat das schon Mal jemand versucht?

  3. Maik veröffentlicht am

    Hat jemand eine App mit der man die 360° Aufnahmen bearbeiten kann?
    Weiß jemand warum die Bilder bei Facebook nicht als 360° Aufnahmen erkannt werden?

    • Marco
      Marco veröffentlicht am

      Ich habe die offizielle Huawei App genommen für die Bearbeitung. Weitere Bearbeitungen habe ich nicht vorgenommen. Ich würde hier im Play Store mal nach dem Begriff 360° suchen.
      Das Teilen der Aufnahmen auf Facebook war bei mir problemlos möglich.

  4. Armin veröffentlicht am

    Inzwischen ist der Preis ja deutlich gesunken. Bei Amazon ist die Cam gerade für 58 Euro zu haben.

  5. Hannes veröffentlicht am

    Besteht eine Möglichkeit bei einem Video die Modi zu wechseln? Kann ich bei einem Video zwischen der Perspektiven-Ansicht zum Bsp. zur Kristallkugel-Ansicht oder kleiner Planet zu wechseln und wieder zurück?

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