Unter dem Motto “Activate Intelligence” hat man auf dem Huawei Connect 2018 nun erstmals eine vollständige KI Strategie präsentiert. Die Ankündigungen versprechen ein umfassendes Ökosystem, welches wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten.

In Shanghai hat Huawei diese Woche die eigene Huawei Connect 2018 veranstaltet, welche sich sehr intensiv mit dem Thema “künstliche Intelligenz” (engl. “Artificial Intelligence” oder “AI”) auseinandersetzt. Wir wurden von Huawei nach China eingeladen und konnten somit vor Ort alle Neuerungen miterleben – Sascha hat hierzu bereits vor ein paar Tagen einen kleinen Teaser verfasst.

Bereits in der Eröffnungs-Keynote konnte der rotierende CEO und stellvertretende Vorstandsvorsitzende Eric Xu vor 25.000 Teilnehmern die neue KI Strategie von Huawei präsentieren. Hierbei handelt es sich neben den gesetzten Entwicklungszielen um ein vollständig AI gestütztes Portfolio mit Produkten sowie Services.

Eric Xu Huawei KI Strategie

Eric Xu präsentiert neue AI Strategie

Huawei KI Strategie

Laut Huawei vermutet man eine rasante Entwicklung im Bereich der künstlichen Intelligenz, sodass wir 2025 von weltweit rund 40 Milliarden eingesetzten smarten Geräten sprechen sollten. Ungefähr 90% aller Nutzer dürften zusätzlich mit einem intelligenten Assistenten ausgestattet sein. Um dies technisch zu bewerkstelligen, dient künstliche Intelligenz der smarten Welt wie uns die Luft zum atmen. Aufgrund der zunehmenden Wichtigkeit nimmt sich Huawei mit der eigenen KI Strategie zehn Veränderungen zur Inspiration näher an. Neben AI Automatisierung oder leistungsstarker Rechenleistung zählen hierzu auch neue Algorithmen und Plattform Support. Wir haben für euch alle Veränderungen festgehalten:

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“Huawei’s AI Strategie bedeutet eine grundlegende Entwicklung zur Bereitstellung eines Full-Stack AI Portfolios für alle Szenarien.” – Eric Xu während der Keynote in Shanghai. 

Um diese Entwicklung zu fördern, setzt man auf ein offenes und globales Ökosystem. Unter allen Szenarien unterteilt man hierbei die verschiedenen Einsatzgebiete mit AI, so beispielsweise Edge Computing, Cloud oder den Consumer Bereich. Bekannt ist bei Consumer beispielsweise die Master AI auf den Huawei Smartphones, mit welcher eine Optimierung in der Fotografie gelingt.

Huawei präsentiert neue KI Chipserie

Wie ich bereits weiter oben geschrieben habe, hat Huawei im Rahmen der Keynote auch neue Hardware präsentiert. Hierzu zählt die neue “Ascend” KI Chipserie, bei welcher man zwischen dem Ascend 910 und Ascend 310 unterscheidet. Aufgrund vieler verschiedener Größen möchte Huawei mit den neuen KI Chips eine grundlegende Basis für das vollständige Portfolio in allen Bereichen schaffen. So könnte das SoC (System-on-Chip) sowohl in Earphones als auch Smartphones, Smartwatches, Servern oder gar Rechenzentren zum Einsatz kommen. Hier zeigt sich erneut, dass man mit der Entwicklung der KI Strategie sowohl im Enterprise Bereich als auch in den Consumer Geräten für Veränderungen sorgen könnte. Betrachtet man die technische Seite, so liefert Huawei mit den Ascend Modellen einen Chip mit der weltweit höchsten Rechendichte. Mit 256 Teraflops bei einem einzelnen Chip rückt man die Konkurrenz von NVIDIA sowie Google in den Schatten. Hinzu kommt eine vereinheitlichte Architektur, mit welcher man Unternehmen die Bereitstellung von KI-Anwendungen vereinfachen möchte.

“In Rechenzentren bieten unsere Ascend-Chips maximale Rechenleistung bei minimalem Energieverbrauch“ – Eric Xu während der Keynote in Shanghai

Teraflops? Was ist das?

FLOPS ist eine Abkürzung für “Floating Point Operations Per Second” und wird als “Gleitkomma Operationen pro Sekunde” in die deutsche Sprache übersetzt. Heruntergebrochen geben Flops die Anzahl der möglichen Berechnungen an, welche ein Chipsatz pro Sekunde leisten kann. Desto mehr Flops ein Chip also erledigt, umso leistungsstärker ist dieser. Mit “Tera” bekommen wir zusätzlich noch eine Größeneinheit vorgegeben, so wie wir es beispielsweise von Kilogramm kennen. Gerechnet wird ein Teraflop in der Einheit 10^12, wodurch ein Teraflop gleichzeitig einer Billion Berechnungen pro Sekunde entspricht. Übernimmt man dies nun auf die Eigenschaft der Ascend Chipsätze, finden hier pro Sekunde bis zu 256 Billionen Berechnungen statt – die Konkurrenz (Google) liegt derzeit bei 100 Teraflops.

Huawei Full-Stack AI Portfolio

Unter “Full Stack” versteht man prinzipiell den kompletten Aufbau, den es für die Umsetzung der eigenen Strategie benötigt. Aufgeteilt wird der Aufbau wie folgt:

FullStack AI

Full-Stack AI Portfolio

Um den Aufbau besser zu verstehen, sollte man die Grafik aufbauend betrachten. So dient der Ascend Chip als grundlegende Basis, welcher in der Hardware (Consumer, Enterprise) wie Smartphones, Servern oder Datenzentren zum Einsatz kommt. Der Chip alleine genügt natürlich nicht, um ein vollständiges Ökosystem zu betreiben. Hierzu dient nun die “Compute Architecture for Neural Networks” (CANN), eine Operator Library inklusiv Entwickler Toolkit. Diese ermöglicht es, mit dem Chipsatz innerhalb der Hardware überhaupt etwas anfangen zu können – man nennt es auch “Chip Enablement”. Als Programmiergerüst oder auch Regelwerk dient das MindSpore Framework. Mit dem Framework bildet man die softwareseitige Grundlage, auf welche letztendlich die Programmierschnittstelle (API) “ModelArts” für das Betreiben verschiedener Lösungen oder Services aufbaut.

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Über den Autor

Dominik Ramb

22, Informatiker, technikbegeisterter Blogger, Tüftler und mittlerweile Rennfahrer in Vorruhestand.

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