„Tief im Westen“ liegt nicht nur Bochum, sondern ein paar Kilometer weiter entfernt auch die Gelsenkirchen mitten im Herzen des Ruhrgebiets. Wie auch so ziemlich alle anderen Städte im „Pott“ leidet auch Gelsenkirchen an den Spätfolgen der industriellen Revolution: Die Kohleförderung- und Produktion haben über die Jahrzehnte auch hier ihre Spuren hinterlassen, so dass unter anderem das Erneuerbare-Energien-Gesetz seit 1991 primär für eine Verbesserung der Luftqualität sorgen sollte.

Mittlerweile denkt – wenn auch leider nicht im fußballerischen Sinne – die Stadt Gelsenkirchen auch grün respektive noch grüner als bisher: Grüner Strom soll klimafreundlicher sein und Deutschland dabei helfen, Vorreiter in Bereich der erneuerbaren Energien zu werden. Was viele nicht wissen: Als eine der ersten Städte Europas hat die „Stadt der tausend Feuer“ bereits 1996 auf die Sonne gesetzt und wurde damit Pionier in Deutschland. Zwei Windkraftwerke haben zudem vor kurzem damit angefangen, CO2-freie Elektrizität zu produzieren und damit – für die Region nicht unbedeutend – neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Manfred vom Sondern, Head of Statistics and Monitoring, Gelsenkirchen

Der ein oder andere wird sich nun berechtigterweise fragen, was ein Energie-Exkurs mit den Themen unseres Blogs zu tun hat. Ganz einfach: Die Stadt Gelsenkirchen möchte mehr für ihre Bürger tun und zwar über den grünen Daumen hinaus: Man möchte eine innerstädtische Sicherheitsplattform als Basis für lokale Geschäfte, Stadtvertreter und Strafverfolgungsbehörden schaffen. Ziel hier soll es sein, Diebstahl und andere Verbrechen zu minimieren, eine technische Grundlage für weitere, innovative und digitale Dienste (hier kommt der Übergang!) zu schaffen und als Beispiel für weitere deutsche Städte voranzuschreiten. Wir reden also nach einer energietechnischen Optimierung von der klassischen Digitalisierung.

Die Vision einer „smarten“ Stadt

Um dieses hoch gesteckte Ziel auch erreichen zu können, musste Gelsenkirchen in größeren Dimensionen denken: Wie sollte die Stadt in der Zukunft aussehen und wie sollte diese Vision realisiert werden? Speziell die Einbindung der bisherigen Infrastruktur in allen Bereichen sollte eine Herausforderung darstellen: Man machte sich bewusst, dass der Informations- und Telekommunikation-Sektor in der heutigen Zeit bereits die Wege ändert, wie wir leben und grössere Infrastrukturen bestehen. Man brauchte ein umfassenden und neu gestaltetes Systemdesign, technische Integration, Dienstleistungs-Applikationen und eine neue ITK-Infrastruktur: Am Ende sollte alles auf einer Basis zusammenlaufen, um die Wege samt Reaktionszeiten kürzer und die Skalierbarkeit für weitere Bedürfnisse grösser zu machen.

Huawei und GELSEN-NET

An dieser Stelle kommt Huawei ins Spiel, denn die Entscheider der Stadt Gelsenkirchen suchten sich für dieses nicht gerade kleine Unterfangen zwei strategische Partner: Auf der einen Seite war da Huawei, auf der anderen Seite der lokale Technologie-Partner GELSEN-NET, den der ein oder andere im Privatsektor vor allem als DSL- und Telefon-Provider in Erinnerung haben dürfte. Huaweis Vision einer smarten Stadt enthält klassische Netzwerktechnologien ebenso wie Cloud-Komponenten, beides mit entsprechend robusten Sicherheits-Features versehen. Abgesichert ist alles auf Basis des Netzwerks, der Hosts, der eigentlichen Virtualisierungs- und Applikationsschicht sowie gängigen Security-Mechanismen und proprietären Chipsätzen.

GELSEN-NET selbst ist 1983 als regionaler Telefon-Provider erstmals in Erscheinung getreten und bietet heute über 72.000 Privathaushalten und Geschäftskunden klassische Telefonie- und Datendienste an. Unlängst hat die Firma auch die mittlerweile obligatorischen Cloud-Dienste zum eigenen Portfolio hinzugefügt und hilft lokalen Kunden bei Hostinganfragen, skalierbaren Storage- oder Cloud-Desaster-Recovery-Projekten.

Huawei Smart City Gelsenkirchen

Für beide Partner hiess die gemeinsame Devise, das gesteckte Ziel durch einen schnellen und offenen Austausch zu erreichen. Dies war auch der Schlüssel, um auch auf digitalem Wege bessere und intelligentere Städte zu erschaffen. Durch die Vernetzung aller Komponenten und Anfragen in einem sicheren Cloud-Rechenzentrum möchte man hier alle Informationen und Ressourcen bündeln, die die Effizienz der lokalen Verwaltung und der ausführenden Organe erhöht, ohne dabei an Transparenz einzubüßen.

Das neue Gelsenkirchen

Technischer Eckpfeiler der modernisierten Stadt Gelsenkirchen ist ein weites, 13.000 Kilometer langes optisches Netzwerk, das alle Industrieanlagen, Schulen, Krankenhäuser und andere öffentliche Stellen miteinander verbindet. Über 40.000 Kunden nutzen bisher schon den klassischen Internet-Zugang im Zuhause, weitere 50.000 Kunden werden in Zukunft das neue, öffentliche WLAN-Netz nutzen. Das umfassende WiFi-Netz wird eine Fußgängerzone und zwei Einkaufszentren abdecken. Auch im öffentlichen Nahverkehr und dem hiesigen Zoo, der ZOOM Erlebniswelt Gelsenkirchen, soll das freie WLAN eine bedeutende Rolle spielen.

Speziell im Nahverkehr nehmen mobile Hotspots zunehmend eine größere Bedeutung ein, um die Vision einer intelligenten, vernetzten Stadt auch hier wahr werden zu lassen: Die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (BOGESTRA) wird beispielsweise ihre Busse damit ausrüsten und über mobile LTE-Access Points den Fahrgästen unbegrenzten Breitband-Internetzugang bieten. Auch diese Lösung hat die Stadt zusammen mit Huawei geplant und entwickelt.

Im Moment existieren in Gelsenkirchens innerstädtischen Bereichen bereits 240 Access Points. „Wir wollen mit Gelsenkirchen Pionierarbeit für eine zukunftsorientierte, vernetzte Stadt liefern“, sagt Thomas Dettenberg, Geschäftsführer von GELSEN-NET. Unterstrichen wird dieses Vorhaben durch bereits zwei Kilometer freies WLAN entlang der Bahnhofstrasse in Gelsenkirchen – bereits 2016 gewann man mit diesem Projekt den von Huawei verliehenen Smart City-Award.

Huawei Connect 2016 Gelsenkirchen

Eben diese technische Entwicklungen in Gelsenkirchen ist das perfekte Beispiel, was andere deutsche Städte in Bezug auf die technische Infrastruktur anstreben: Die in Gelsenkirchen geschaffenen und implementierten Lösungen helfen dabei, das tägliche Leben seiner Bürger und Geschäfte zu verbessern und als Referenz für jede andere Stadt auf der Welt zu dienen. GELSEN-NET und Huawei haben im Rahmen dieser Zusammenarbeit eine innovative Lösung auf die Beine gestellt, die das mobile und kostenlose Internet im gesamten Stadtgebiet wahr werden lässt. Als positiver Nebeneffekt bietet sich durch die umfassende Vernetzung die Möglichkeit, alle Informationen an zentralen Punkten zusammenlaufen zu lassen und mit den gesammelten Daten die Arbeit zwischen Behörden und Verwaltung zu vereinfachen und zu beschleunigen.

„Mit diesem Projekt hat Huawei eine der fortgeschrittensten Smart City-Lösungen in Deutschland entwickelt“, gibt Hans Hallitzky, damaliger stellvertretender Vertriebsleiter bei Huawei, stolz zu Protokoll. „Mit dieser Lösung kann die Stadt Gelsenkirchen ihren Bürgern einen Reichtum an neuen Diensten anbieten, darunter auch an den bekannten Stätten wie der VELTINS-Arena des FC Schalke 04 oder dem ZOOM. Auch die Konnektivität in Schulen plus neue, sicherere Technologie sind technische Kernaspekte, die das Leben in Gelsenkirchen attraktiver machen und für den Zustrom an neuen Bürgern und Unternehmen sorgen werden.“

Neue Infrastruktur, neue Städte – eine vielversprechende Zukunft?

Einer Studie der Vereinten Nationen zufolge werden zum Ende des 21. Jahrhundert etwa 85 Prozent der Weltbevölkerung in der Stadt leben. Mit der zunehmenden Anzahl an Bewohnern steigen auch die Aufgaben, Anforderungen und Probleme der lokalen Verwaltung, um einem jeden einzelnen die gleichen Voraussetzungen zum Leben bieten zu können. Zukünftige Städte werden optisch gänzlich anders aussehen als die Ballungszentren, die wir heute kennen. Interessant wird aber der Ansatz sein, wie eine Stadt als Lebensmittelpunkt auch technisch mit ihren Einwohnern interagieren wird – Gelsenkirchen könnte heute ein Beispiel dafür sein, wie die Basis hierfür aussen könnte.

Quelle: Huawei

Teilen:

Über den Autor

Avatar for Oliver Pifferi

Stolzer Familienvater. Digital Native und chronischer Device-Switcher. Multimedia-Freak. UK-Fan, auch mit Brexit. Immer auf der Flucht. Hobbyphilosoph. Musik-Enthusiast. Querdenker. Zyniker. Hauptberuflicher IT-Consultant.

Kommentar hinzufügen

Diese E-Mail ist schon registriert. Bitte benutzen Sie Das Login-Formular oder geben Sie eine andere ein.

Sie haben nicht das korrekte Login oder Passwort eingegeben

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar schreiben zu können.